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Franck Ribery wechselte 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern © imago

Die Madrilenen wollen Ribery in diesem Sommer nicht mehr unbedingt verpflichten. "Wir können warten", sagt Sportdirektor Valdano.

Von Daniel Rathjen

München - Es ist die neueste Entwicklung im Tauziehen um Franck Ribery.

Und der FC Bayern atmet auf. Zumindest bis 2010.

So lange scheint der Franzose noch beim deutschen Rekordmeister zu bleiben.

Real Madrid zieht sich offenbar aus dem Poker zurück. Vorerst.

"Wir haben schon drei Superstars geholt, wir können warten", sagt Sportdirektor Jorge Valdano spanischen Medien.

Dann fällt der entscheidende Satz: "Wir haben den Eindruck, dass Ribery die Bayern in dieser Saison nicht verlassen wird."

Eine andere Form von Nein

Und weiter: "Die Bayern sprechen von einer Ablösesumme in Höhe von 80 Millionen Euro. Das ist eine andere Form, um nein zu sagen, und kommt einer Absage gleich. Damit müssen wir uns abfinden."

Ribery wird Real zu teuer, nachdem die "Königlichen" bereits die stolze Summe von insgesamt 220 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo, Kaka und Karim Benzema auf den Tisch gelegt haben.

Xabi Alonso im Fokus

Obwohl ein Spieler wie "König Franck" aufgrund seiner Qualität wohl in jedem Team seinen Platz finden würde, einen Mittelfeld-Star weniger könnte Real durchaus verschmerzen.

Priorität hat laut Valdano außerdem die Verpflichtung von Xabi Alonso vom FC Liverpool. Sollte der auch zu teuer werden, will Real Daniele de Rossi vom AS Rom. verpflichten.

Gerüchten zufolge ist Real bereit, noch 30 Millionen Euro zu investieren.

Ein Wechsel von Ribery in die spanische Hauptstadt ist deshalb aber noch lange nicht vom Tisch.

Was sagt Wahiba?

Abgesehen davon, dass Ehefrau Wahiba einen Umzug in wärmere Gefilde bekanntlich mehr als begrüßen würde.

Valdano vielsagend: "Wir müssen jetzt eben auf eine andere Gelegenheit warten, die sicher kommen wird."

Der Vertrag des Dribbelkünstlers in München würde noch zwei Jahre laufen, "das Leben ist lang".

"Wir werden sehen, wie sich seine Karriere entwickelt. Jeder weiß, dass Real Ribery will. Wenn es nicht in dieser Saison klappt, dann eben in der nächsten", prognostiziert Valdano.

Es erinnert stark an das Hickhack wie es auch einst um Ronaldo geherrscht hatte, dessen Klub Manchester United sich 2008 auch noch quer gestellt hatte, ehe der Portugiese in diesem Sommer doch im Santiago Bernabeu landete.

Rummenigge spricht Machtwort

Fakt ist, dass der FC Bayern die Diskussionen bis zum Start des Trainingslagers in Donaueschingen am 16. Juli (der komplette Sommerfahrplan) beendet wissen möchte.

Die Verantwortlichen an der Säbener Straße hatten mehrfach betont, dass der 26-Jährige bleiben solle und taten das auch am Mittwoch noch einmal kund.

"Wir wollen Ribery nicht nur nicht abgeben, sondern mit ihm verlängern", sagte Karl-Heinz Rummenigge in der "Sport Bild".

Van Gaal will Kreativität

Der Vorstandschef räumt ein: "Real hat uns mehrmals um Gespräche gebeten. Aber diese Tür haben wir nicht einmal einen Spalt aufgemacht. Dass das Ribery oder seinem Berater nicht gefällt, das kann ich nicht ändern. Das Hemd des FC Bayern ist uns eben näher.

Auch der neue Trainer Louis van Gaal betonte den Stellenwert des französischen Nationalspielers, der selbst um ein Gespräch mit den Bayern-Bossen über die Zukunft gebeten hatte.

"Ich will immer vier kreative Spieler auf dem Feld haben. Einer davon ist Ribery, darum will ich, dass er bleibt", sagte van Gaal.

Er ist aber auch genug Pragmatiker und Realist, um zu sagen: "Wenn er geht, müssen wir uns Ersatz suchen."

Chelsea wittert Chance

Dass Ribery durchaus wechselwillig ist, ist bekannt. Auch Michael Ballacks Klub FC Chelsea wittert noch eine Chance und will ein Angebot abgeben.

Der neue Coach Carlo Ancelotti lobte Ribery bei seiner Vorstellung in hohem Maß: "Er ist ein großartiger Spieler."

Es ist aber anzunehmen, dass auch die Engländer bei den Bayern auf Granit beißen.

"Bisher hat ein Klub mal ein Angebot an den FC Bayern gemacht. Und der heißt nicht Real Madrid. Und das Angebot haben wir dankend abgelehnt", verrät Rummenigge.

Er stellt nochmals klar: "Wir pokern nicht, betreiben keine Preistreiberei. Wir wollen den Spieler behalten."

Netzer kritisiert Real

Für Experte Günter Netzer wäre ein Wechsel von Ribery zu Real ohnehin unsinnig.

In der "Bild" kritisierte er die Personalpolitik unter dem neuen Präsidenten Florentino Perez.

"Das Verhältnis Spektakel zum nötigen Basis-Fußball ist außer Kontrolle geraten", mahnt er.

Ein Ribery würde das Problem der Integration in der Mannschaft noch weiter vergrößern.

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