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Felix Magath führte bereits drei Teams in die Champions League © getty

Trotz Sparzwang hat der Felix Magath den Titel im Blick. Die Grundlagen sollen im Trainingslager gelegt werden.

Herzlake - Die Idylle ist trügerisch.

Wenn die Profis von Schalke 04 abends in ihre Betten im Romantikhotel "Aselager Mühle" in Herzlake fallen, dann steht ihnen nicht wirklich der Sinn nach niedersächsischer Gemütlichkeit.

Seit Montag dieser Woche bereiten sich die Königsblauen im Emsland auf die kommende Saison vor, in der nichts werden soll, wie es in der zurückliegenden Runde war.

Im UEFA-Cup und DFB-Pokal früh ausgeschieden und in der Bundesliga nur auf Platz acht - dafür, dass sich bei den ambitionierten Gelsenkirchenern so etwas nicht wiederholt, steht nur ein Name: Felix Magath.

Titel als einziger Maßstab

Denn der Meistermacher aus Wolfsburg ist der Star auf Schalke, nicht die Mannschaft, nicht die neuen Spieler.

"Ich kann keine Wunderdinge versprechen, vor allem nicht im ersten Jahr. Aber mein Ziel ist es, Schalke so schnell wie möglich zurück an die Spitze der Bundesliga und in einen europäischen Wettbewerb zu führen", sagt Magath.

"Und natürlich bin ich hierher gekommen, um mit Schalke Titel zu holen. Wenn das in den vier Jahren meiner Amtszeit nicht gelingt, dann hätte ich es auch nicht verdient, weiter beschäftigt zu werden."

Um seine ehrgeizigen Vorhaben beim angeschlagenen Klub zu erreichen, setzt er auf knochenharte Arbeit.

Morgens um halb sieben klingelt in Herzlake der Wecker, eine Stunde dauert der Lauf durch den Wald in Aselage.

Die Qual gehört zum Programm

Zwei Trainingseinheiten auf dem direkt am Hotel gelegenen Rasen runden das tägliche Programm ab. (Sommerfahrplan Schalke)

111 Stufen wie im Gelsenkirchener Parkstadion gibt es hier zwar nicht, doch Magath und sein Fitmacher "General" Werner Leuthard, den Magath wie seine anderen Vertrauten aus Wolfsburg mitbrachte, wissen ihre Jungs zu quälen.

Nicht umsonst trägt dieser Ort den Beinamen "Schmerzlake", wie er einst von Magath getauft wurde.

Einer, der sich auf die intensive Vorbereitung noch einstellen muss, ist Lewis Holtby.

Das 18 Jahre alte Sturmtalent wurde am Dienstag als dritter und voraussichtlich letzter Zugang vorgestellt.

"Ich bin ein Spieler, der seine Emotionen auf dem Platz auslebt, das kann man auf Schalke sehr gut", sagte Holtby.

"Holtby irgendwann in der A-Nationalmannschaft"

Der von der halben Bundesliga gejagte Blondschopf kam nach zähen Verhandlungen für die Ablöse von angeblich 2,5 Millionen Euro (plus eventuelle Nachschläge) vom Zweitligisten Alemannia Aachen nach Schalke.

"Ich bin mir sicher, dass Lewis sich bei uns zu einem Leistungsträger entwickeln und irgendwann auch an die Tür zur deutschen A-Nationalmannschaft klopfen wird", sagt Magath.

Die beiden vorherigen Transfers, der Tscheche Jan Moravek von Bohemians Prag (150.000 Euro) und der Grieche Vasilios Pliatsikas von AEK Athen (400.000 Euro) waren zwar deutlich günstiger als das "Juwel" Holtby, Sohn eines Engländers und einer Deutschen. 115100(DIASHOW: Die Schalker Transfers)

Schalker Sparkurs

Alle drei zusammen haben dennoch weit weniger gekostet als etwa Fehleinkauf Orlando Engelaar.

Ihn hatte der Klub vor einem Jahr für 5,5 Millionen von Twente Enschede geholt und nach nur einer Saison mit mehr als zwei Millionen Euro Verlust wieder an die PSV Eindhoven abgegeben.

Da Schalke erstmals seit acht Jahren einen internationalen Wettbewerb verpasste, muss Magath in diesem Sommer mit bescheidenen finanziellen Mitteln auskommen.

Höwedes ist Hoffnungsträger

Ihm macht das nichts, er hat schon vor Jahren in Stuttgart ähnlich erfolgreich Nachwuchsförderung geleistet.

Wie man in jungem Alter schon zu den Sternen greift, hat gerade Benedikt Höwedes vorgemacht.

Der Abwehrspieler ist vor gut einer Woche mit der deutschen U21-Auswahl Europameister geworden.

Am Mittwoch traf Höwedes nach nur acht Tagen Urlaub in Herzlake ein - mit einem Titel im Gepäck und dem nächsten womöglich schon vor Augen.

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