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Zvjezdan Misimovic erzielte in der vergangenen Saison sieben Tore für Wolfsburg © getty

Gegen den Meister will jedes Team bestehen. Zvjezdan Misimovic beschreibt im Sport1.de-Interview, was das für Wolfsburg bedeutet.

Von Mathias Frohnapfel

München - Laufen gehört zum Job. Selbstverständlich.

Auch wenn man Zvjezdan Misimovic anmerkt, dass ihm im Trainingsprogramm des VfL Wolfsburg alle Einheiten mit Ball besser zusagen.

Dennoch quält sich der Spielmacher im Moment ohne Murren - entsprechend hoch sind die Ziele mit den "Wölfen" in der neuen Saison.

Der Meister will in der Champions League eine gute Rolle spielen und in der Bundesliga den Ansturm der Konkurrenz abwehren.

Im Sport1.de-Interview spricht Misimovic (Porträt) über den neuen Kader, mögliche Konkurrenz im Mittelfeld und die Ansprüche des neuen Trainers Armin Veh. (zum Artikel: Veh will nur kleine Änderungen)

Im Sturm fordert der beste Vorbereiter der Vorsaison (20 Assists) eine Verstärkung.

Sport1.de: Herr Misimovic, momentan steht beim VfL Wolfsburg viel Lauftraining auf dem Trainingsprogramm. Macht das auch einem Techniker wie Ihnen Spaß?

Zvjezdan Misimovic: Auf jeden Fall. Die Vorbereitung dient dazu, die Grundlagen für die harte Saison zu legen, die vor uns steht. Da muss eben ein bisschen mehr gemacht werden. Aber in unserer Truppe stimmt es und die Stimmung ist super (Der Sommerfahrplan des VfL Wolfsburg).

Sport1.de: Edin Dzeko wird aller Voraussicht nach in Wolfsburg bleiben. Wie froh sind Sie darüber, dieses Traumduo Grafite/Dzeko weiter im Sturm mit Ihren Vorlagen füttern zu können?

Misimovic: Klar, sind wir glücklich darüber, beide hatten ihren Anteil an der Meisterschaft. Und wir haben einiges vor im nächsten Jahr. Insofern sind wir froh, dass der Kader zusammenbleibt und auch noch verstärkt wird. Dann können wir wieder eine gute Rolle spielen.

Sport1.de: Braucht denn der VfL einen dritten Top-Stürmer?

Misimovic: Ich denke schon. Du brauchst auch im Sturm Alternativen. Der Trainer hat betont, dass wir da noch aktiv werden.

Sport1.de: Sie denken wahrscheinlich auch schon an die Zusatzbelastung Champions League.

Misimovic: Klar, im letzten Jahr hatten wir den UEFA-Cup und sind weitgehend von Verletzungen verschont geblieben. Sicher braucht man für die Champions League Alternativen.

Sport1.de: Was ist Ihr erster Eindruck vom Neuzugang Thomas Kahlenberg (AJ Auxerre), der ja auf einen Platz im Mittelfeld hofft? 114836(DIASHOW: Die Transfers des VfL Wolfsburg)

Misimovic: Sicher kann Thomas was am Ball. Er hat auch internationale Erfahrung mit Dänemark. Er ist bestimmt ein Mann, der uns helfen wird.

Sport1.de: Und Ihr Eindruck von Trainer Armin Veh?

Misimovic: Er ist professionell. Und natürlich hat jeder Trainer seine eigene Philosophie, die versucht er uns jetzt sozusagen einzuimpfen. Wir sind noch am Anfang, aber bis zum Saisonstart werden wir das hinbekommen.

Sport1.de: Wie würden Sie seine Philosophie beschreiben?

Misimovic: Er will mehr Fußball spielen lassen, so wie er es in Stuttgart gemacht hat. Und er möchte, dass wir ruhiger am Ball werden. In der vergangenen Saison war unser Spiel ja mehr auf Konter ausgelegt. Wir hatten mehr Räume. Die werden wir jetzt nicht mehr bekommen. Die Mannschaften werden gegen uns gewiss nicht auf Teufel komm raus angreifen. Da müssen wir unser Spiel etwas umstellen.

Sport1.de: Wie unterscheidet sich Veh von Magath?

Misimovic: Das Training unter Magath war ganz anders. Vergleiche zu ziehen bringt da nichts.

Sport1.de: Jeder will gegen den Meister bestehen. Was ändert sich dadurch für den VfL?

Misimovic: Jeder Gegner wird doppelt motiviert sein, wir haben auch kein leichtes Auftaktprogramm (Der Spielplan zum Download). Da kommt viel Arbeit auf uns zu.

Sport1.de: Zuletzt war bei Wolfsburg der Hoffenheimer Spielmacher Carlos Eduardo im Gespräch - ein möglicher Konkurrent für Sie. Wie hätten Sie reagiert, wenn er tatsächlich gekommen wäre?

Misimovic: Darüber muss ich mir keine Gedanken machen. Außerdem: Ich habe bis jetzt immer gespielt, habe mich auch gegen Marcelinho durchgesetzt, der hier Kapitän war.

Sport1.de: Also hätten Sie eine solche Verpflichtung nicht als Misstrauen gegen Ihre Person empfunden?

Misimovic: Ich hatte offene Gespräche mit dem Trainer, in denen nicht die Spur von Misstrauen herrschte.

Sport1.de: Und wie schauen Sie auf den Saisonstart? Die Euphorie in Wolfsburg ist riesig, in den vergangenen Jahren hat der VfL aber immer etwas Probleme in der Hinrunde gehabt.

Misimovic: Wir haben ja keinen komplett neuen Kader, die Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben. Deshalb werden wir keine große Einspielphase brauchen.

Sport1.de: Welche Saisonziele verfolgen Sie persönlich und mit den "Wölfen"?

Misimovic: Wir wollen so lange wie möglich oben bleiben, wollen wieder in die Champions League. Ich will persönlich an meine Leistung aus der letzten Saison anknüpfen und natürlich der Mannschaft helfen.

Sport1.de: Wird der von Meistertrainer Felix Magath angelegte Trainingshügel aktuell benutzt?

Misimovic: Bis jetzt waren wir noch nicht drauf, aber wir waren ja auch vorher auf Sylt im Trainingslager. Aber ich schätze, er wird auch unter Armin Veh mal eingeweiht.

Sport1.de: Sie haben also keine allzu schlechten Erinnerungen an den gefürchteten "Mount Magath"?

Misimovic: Nee, das gehört doch dazu.

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