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Franck Ribery (l.) und Philipp Lahm bildeten letzte Saison die starke linke Bayern-Seite © imago

Der Bayern-Spieler weiß, worauf es unter Trainer Louis van Gaal ankommt. Mitspieler Ribery erinnert er an Defensivaufgaben.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Auch ein Schweigen kann aussagekräftig sein.

Gerade noch hat Philipp Lahm über seinen Mannschaftskameraden Franck Ribery gesprochen, ihn in die Kategorie Weltklasse eingeordnet.

Und der Bayern-Verteidiger hat ergänzt: "Jeder Spieler muss sich auch einfügen in ein Team, im Vordergrund sollte immer die Mannschaft stehen."

Mahnende Worte an einen Spieler, den Real Madrid mit aller Macht verpflichten möchte, aber bislang am Widerstand der Münchner abprallt wie ein Squashball an einer Gummiwand.

Mitarbeit in der Defensive verlangt

Dann berichtet Lahm von den Vorgaben an den Mittelfeld-Dribbler, dass er "defensiv mitarbeitet".

"Es kann nicht sein, dass ein Spieler vorne stehen bleibt", sagt der 25-Jährige. Zuletzt im Training habe das aber besser geklappt.

Und vorher? Lahm schweigt.

Ribery am Knie verletzt

Er möchte nichts Negatives sagen über den Mannschaftskameraden, zumal den nun auch noch überraschend eine Verletzung erwischt hat.

Am Donnerstagmorgen fehlte Ribery im Training, eine Schleimbeutelentzündung im Knie bremste den Superstar.

Frühestens Montag soll er wieder in die Übungen mit dem Team einsteigen können. Beim ersten Testspiel am Freitag (ab 20 LIVE) beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg wird er fehlen.

Das Thema Franck Ribery und die wochenlangen Spekulationen um einen Wechsel hat längst auch die Bayern-Mannschaft erreicht. Freilich hat auch Lahm keinen neuen Stand zur Frage beizutragen, ob "König Franck" letztlich bleibt oder nicht (zum Artikel: Ribery: Real zieht sich zurück).

Disziplin zuerst

Doch aus seinen Worten lässt sich interpretieren, wie Trainer Louis van Gaal sein Team formen möchte.

An erster Stelle steht dabei das Stichwort Disziplin.

Auch wenn es um Diskobesuche geht, gilt das. Van Gaal hatte in der "Sport Bild" angekündigt, die Profis kontrollieren zu wollen.

Von den Verlockungen wie dem P1 ist der strenge Coach aus Holland bereits informiert.

Lahm plädiert für Selbstkontrolle

"Ich sehe es als selbstverständlich an, dass ich nicht regelmäßig weggehe", sagt Philipp Lahm gegenüber Sport1.de.

Zum anderen glaubt er an eine Selbstkontrolle innerhalb des Teams.

"Die Spieler innerhalb der Mannschaft sollten sich gegenseitig kontrollieren", schlägt Lahm vor.

Da müsse nun mal jeder auf den anderen schauen, "wenn einer in Anführungszeichen auffällig ist".

Den Kollegen Miroslav Klose kann der Abwehrspezialist bei seinen Überlegungen getrost außen vor lassen.

Zweimal, erzählte Klose Reportern, sei er bisher in seiner Zeit beim FCB in der Disko gewesen.

Wohlgemerkt: Der Stürmer wechselte vor zwei Jahren nach München.

Reha-Programm beschäftigt "Schweini"

Und auch Bastian Schweinsteiger dürfte aktuell nicht als Nachtschwärmer auffallen.

Der Mittelfeldspieler plagt sich noch mit den Folgen seiner Operation vom Anfang Juni.

Neben einem Eingriff am linken Knie, musste noch ein Muskelriss am rechten Schienbein behoben werden.

Arztbesuche und Fahrrad fahren zur Muskelstärkung: Der Oberbayer ist derzeit fest in sein Reha-Programm eingebunden (Der Sommerfahrplan des FC Bayern).

"Es läuft alles okay, ich möchte im Trainingslager in Donaueschingen (ab 16. Juli, d. Red) wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen", erklärt Schweinsteiger.

"Der Trainer kritisiert. Das ist gut so"

Wie Louis van Gaal arbeitet, verfolgt Schweinsteiger dennoch mit Blick auf das Trainingsgelände an der Säbener Straße.

"Der Trainer greift ein, er kritisiert. Das ist auch gut so."

Lahm sieht das genauso, die "Ordnung auf dem Platz" sei van Gaal wichtig - auch das kann indirekt als Mahnung an Ribery und die gesamte Mannschaft verstanden werden.

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