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Marcus Berg schied bei der U-21-EM mit Schweden im Halbfinale aus © getty

Den Stürmer trennt nicht mehr viel von den Hamburgern. Denen drückt nach Silvas Ausfall nun jedoch vielmehr hinten der Schuh.

Von Nikolai Kube

München - Angekommen und für tauglich befunden ist er schon einmal: Der Hamburger SV steht kurz vor der Verpflichtung des schwedischen Shootingsstars Marcus Berg.

Der U-21-Nationalspieler, der bei der EM mit sieben Treffern erfolgreichster Torjäger des Turniers war, ist zum Medizin-Check in die Hansestadt gereist - und erfüllte am Donnerstagabend dabei alle Anforderungen.

Allerdings: Bevor Berg seinen Vertrag beim HSV unterschreibt, will der 22-Jährige noch ein persönliches Gespräch mit Trainer Bruno Labbadia führen.

Zehn Millionen Euro für Berg

Der weilt derzeit im Trainingslager im österreichischen Längenfeld (Sommerfahrplan des HSV). Nun scheint Berg dem Coach sogar nachzureisen, um letzte Details zu klären.

Für den Offensivmann wollen die Norddeutschen angeblich eine Ablösesumme von neun Millionen Euro hinblättern. Groningen verlangt allerdings 12 Millionen Euro.

Viel Geld ist es in beiden Fällen, wenn man bedenkt, dass der Bundesliga-Fünfte bereits 8,5 Millionen für Offensivmann Eljero Elia an Twente Enschede überwiesen hat.

Seit der neuen personellen Hiobsbotschaft um Alex Silva herrscht beim HSV allerdings nicht nur im Sturm akuter Handlungsbedarf.

"Großer Schock für mich"

Der Verteidiger war mit viel Energie in die Vorbereitung gestartet, wollte unter seinem neuen Trainer Bruno Labbadia nach einer verkorksten letzten Saison voll angreifen.

Doch nun wirft den Brasilianer der im Testspiel gegen Wacker Innsbruck (Testspiele: HSV unterliegt Innsbruck) erlittene Kreuzbandriss um viele Monate zurück. (HSV-Schock: Kreuzbandriss bei Alex Silva)

"Klar war es ein großer Schock für mich", sagte der Brasilianer nach der bestätigten Diagnose.

Doch anstatt zu lamentieren, blickt der Innenverteidiger schon wieder nach vorne:

Vorzeitiges Saison-Aus?

"Das Positive lebt in mir. Ich will so schnell wie möglich wieder zurückkommen und dem HSV auf dem Platz helfen".

Wann der 24-Jährige jedoch tatsächlich wieder das HSV-Trikot überstreifen wird, ist nicht absehbar.

Bereits 2007 hatte sich Silva einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Damals hatte er bereits fünfeinhalb Monate später wieder auf dem Platz gestanden.

Diesmal gehen die Ärzte indes von einer acht- bis neunmonatigen Pause aus, die bereits heute das vorzeitige Saison-Aus für den Nationalspieler bedeuten könnte.

Reinhardt wittert seine Chance

Gleichwohl ist Alex Silva optimistisch, will zum Start der Rückrunde wieder fit sein: "Natürlich hängt die Heilung von vielen Faktoren ab. Aber ich habe den starken Glauben, dass ich schnell zurückkehren werde."

Am 13. Juli wird der Brasilianer in seiner Heimat operiert.

Wegen des plötzlichen Engpasses in der Defensive, scheint nun gut möglich, dass die HSV-Bosse Plan B aus der Schublade ziehen.

Dem "kicker" zufolge soll der eigentlich schon abgeschriebene Bastian Reinhardt eine Option für die Innenverteidigung sein.

Umdenken bei HSV-Führung

Zur Erinnerung: Der 33-Jährige verlängerte seinen Vertrag in Hamburg nicht, bereute diese Entscheidung aber anschließend. Einer Rückkehr wäre der Verteidiger nun keineswegs abgeneigt.

Bis vor einigen Wochen hatten Hoffmann und Co. diese Lösung allerdings ausgeschlossen.

Doch die schwere Verletzung des fest eingeplanten Alex Silva und der mögliche Transfer von Berg könnten nun zu einem Umdenken führen.

So oder so: Trainer Labbadia hat wenige Wochen vor dem Saisonstart auf alle Fälle gleich mehrere offene Baustellen zu bewältigen. Schnelle Entscheidungen müssen her.

Ze Roberto steigt ins Training ein

"Wir können derzeit im Training nicht mal die Viererkette einstudieren, haben in drei Wochen aber unser erstes Pflichtspiel", so der Coach im "kicker".

Kapitän David Jarolim sieht auf den HSV trotzdem keine Probleme zukommen: "Wir haben bereits in der Vergangenheit Erfahrungen gesammelt, kurzfristig Neulinge zu integrieren".

Eine positive Meldung immerhin: Mit Ze Roberto stieg am Donnerstag ein neuer Hoffnungsträger ins Training ein.

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