vergrößernverkleinern
Wie sein Bruder Felix spielte Toni Kroos beim Zweitligisten FC Hansa Rostock © getty

Leverkusens Verletztenliste ist lang. Die Hoffnungen der Bayer-Verantwortlichen ruhen auf einem Routinier und einem Youngster.

Von Nikolai Kube

München - Im Bayern-Mittelfeld konnte sich Toni Kroos gegen Ribery, Schweinsteiger und Co. nicht durchsetzen, wurde zur Winterpause nach Leverkusen ausgeliehen (Sommerfahrplan von Bayer Leverkusen).

Unter Ex-Trainer Bruno Labbadia durfte der 19-Jährige in der Rückrunde immerhin zehnmal sein Talent zeigen. Überzeugen konnte der Youngster aber nur selten.

Doch nun plant Kroos den nächsten Schritt in seiner noch jungen Karriere: Er will bei Bayer 04 zum Leistungsträger aufsteigen.

Dass er dazu in der Lage ist, steht für Rudi Völler nicht zur Debatte:

"Toni hat eine überragende Technik, kann seine Mitspieler einsetzen und ist selbst torgefährlich", so der Sportdirektor im "kicker".

Eigentlich die besten Voraussetzungen, um unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes der neue Spielgestalter zu werden.

Kroos sieht sich "voll im Plan"

Vergangene Saison musste Kroos in Labbadias 4-1-3-2-System meist auf der linken Seite ran. Hinter den Spitzen agierte Arturo Vidal ? eine etwas defensivere Variante.

Heynckes bevorzugt hingegen eine Mittelfeldraute.

In den Testspielen gegen Wydad Athletic Club (3:3) und Galatasaray Istanbul (1:0) setzte der Ex-Bayern-Coach Kroos von Beginn an als Zehner ein. Der Ex-Münchner zeigte eine gute Leistung.

"Er hat ein ordentliches Spiel gemacht", lobte Völler anschließend. Auch Kroos war zufrieden: "Ich bin voll im Plan."

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Vidal hat sich im letzten Jahr zu einer Konstante im Bayer-Spiel entwickelt. Der Chilene wird die Spielmacher-Position nicht kampflos herschenken.

Für Völler ideal: "Die Konkurrenz ist da. Und die brauchen wir auch."

Heynckes bremst die Euphorie

Heynckes tritt in Sachen Kroos allerdings auf die Euphoriebremse: "Toni ist noch nicht ausgereift, muss intensiv an sich arbeiten. Man darf Potenzial nicht brachliegen lassen."

Der Coach ist in diesen Tagen jedoch froh über jeden einsatzfähigen Mann.

Denn mit Nationalstürmer Patrick Helmes (Kreuzbandriss), Kapitän Simon Rolfes (Meniskus-Anriss) und Lukas Sinkiewicz (Muskelfaserriss im linken Oberschenkel) fallen gleich drei Leistungsträger in den kommenden Wochen aus.

Der Heilungsprozess bei Helmes schreitet gut voran: "Das Ganze ist jetzt einen Monat her. Dafür sieht es ganz gut aus" sagt der Torjäger.

Letzte Chance für Rückkehrer Gekas

Im Sturm lastet nun die ganze Last auf Stefan Kießling. Ihn unterstützen wird entweder Neuzugang Eren Derdiyok oder Rückkehrer Theofanis Gekas 115104 (Bayers Transfers).

Der Grieche werde nach einem halben Jahr beim FC Portsmouth, wo er nur in einem Spiel zum Einsatz kam, seine "letzte Chance" bei Bayer erhalten, erklärte Heynckes.

Im Finale des Zayton Cups gegen Galatasaray erhielt der Schweizer Derdiyok den Vorzug. Gekas, der beim 3:3 gegen Wydad einen Doppelpack erzielte, wurde erst in der 83. Minute eingewechselt.

Doch Heynckes ist von Gekas' Qualitäten überzeugt: "Beim Flanken-Training auf Borkum war er der Beste im Abschluss, sein Timing war so, wie ich es mir bei einem Stürmer vorstelle", sagte der Coach dem "Kölner Express".

Hyypiä erregt Aufsehen

In der Defensive hat Leverkusen mit Sami Hyypiä einen dicken Fisch an Land gezogen. Nach dem Abgang des vom FC Barcelona ausgeliehenen Brasilianers Henrique herrschte auf der Innenverteidiger-Position Handlungsbedarf.

An seinem ersten Trainingstag fuhr Hyypiä mit einem silbergrauen 620-PS-starken Ferrari im Wert von knapp 250.000 Euro vor.

Ob der in die Jahre gekommene Finne allerdings auch auf dem Platz noch die nötige Klasse besitzt, muss er erst noch unter Beweis stellen.

Gegen Istanbul feierte er sein Debüt: Hyypiä wurde er in der 85. Minute eingewechselt.

"Für uns ist der Titel drin"

Die Erfolgsbilanz des 35-Jährigen liest sich zumindest gut: Champions-League-Sieger 2005, Europäischer-Supercup-Gewinner 2001 und 2005 sowie siebenmaliger Fußballer des Jahres in Finnland.

Der ehemalige Liverpooler bringt seine Siegermentalität mit ins Rheinland: "Für uns ist der Titel drin", behauptete Hyypiä im "Kölner Express".

Auch was die neue ausgebaute BayArena betrifft, hat er so seine eigenen Vorstellungen: "Wir müssen es in diesem Stadion schaffen, eine Stimmung wie an der Anfield Road zu erzeugen."

Träumen muss in schweren Zeiten ja mal erlaubt sein.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel