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Jürgen Klopp blieb in der Saison 2008/09 mit dem BVB im Signal Iduna Park ungeschlagen © getty

Trotz des erfolgreichen Jugendstils hinkt Dortmund finanziell hinterher. Jürgen Klopp warnt daher vor zu hohen Erwartungen.

Von Sebastian Hrabak

München - Die Tränen nach dem verpassten Europapokal-Einzug sind getrocknet, die Zeiger auf Null gestellt:

Im Trainingslager in Donaueschingen nimmt Kult-Trainer Jürgen Klopp mit Borussia Dortmund einen neuen Anlauf. (Der Sommerfahrplan des BVB)

Doch wohin soll die Reise des Ruhrpott-Klubs gehen?

Nachdem Abbau der dramatischen Schulden der Ära Meier/Niebaum sucht man den BVB im Monopoly der großen europäischen Klubs vergebens.

Keine finanziellen Sprünge möglich

Aus diesem Grund bremst der Trainer bereits im Vorfeld mächtig die Euphorie, da es selbst national etliche finanzstärkere Vereine gibt.

"Der HSV hat auf dem Transfermarkt richtig zugeschlagen", erklärt Klopp.

"Wenn man bedenkt, dass die Hamburger unser direkter Konkurrent um Platz fünf gewesen sind, dann ist ein Platz in der Europa League nicht wirklich realistisch."

Demnach steht den Westfalen also eine weitere Runde im Niemandsland der Tabelle bevor. Taktik oder die realistische Einschätzung?

Positiv ist wohl, dass aus der bestehenden Mannschaft kein Leistungsträger abgegeben werden musste. 115099(Die Transfers des BVB)

Nur den soliden Ergänzungsspieler Young-Pyo Lee (Lee-Wechsel zu Al-Hilal perfekt) und den ausgemusterten Giovanni Federico (Federico nach Bielefeld) zieht es weg von den Schwarz-Gelben.

Jugendstil bei der Borussia

Die Mission "Jugend" trieb der BVB erfolgreich mit Verteidiger Mats Hummels voran, der bis 2013 gebunden wurde.

Auch das "Schnäppchen" Dimitar Rangelov von Energie Cottbus birgt keine sonderlich großen Gefahren.

"Sein Vorteil ist, dass er zu jedem anderen Stürmer passt", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "WAZ".

Das Meisterstück von Sportdirektor Michael Zorc ist aber die Verpflichtung von U-19-Europameister Sven Bender von 1860 München.

Dagegen stockt der Transfer des polnischen Sturmtalents Robert Lewandowski (20, Lech Posen) wegen der horrenden Ablöseforderung von fünf Millionen Euro.

Sahin mit neuem Stellenwert

Doch auch die Gegenwart trägt beim BVB bereits einen Namen: Nuri Sahin. Spätestens seit seiner formidablen Rückrunde gehört der 20-Jährige zu den großen Hoffnungsträgern.

Mit einem frischen Kontrakt bis 2013 ausgestattet wurde Sahin zusätzlich der Ritterschlag erteilt:

Ab der neuen Saison trägt er die legendäre Trikotnummer 8, die einst Borussen-Ikone Michael Zorc gehörte.

Sorgen um Kehl

Klopps Skepsis hat dennoch Gründe. Einer ist die Situation von Kapitän Sebastian Kehl.

Der "Leitwolf" musste sich direkt nach Saisonende an beiden Leisten operieren lassen. Erst in Donaueschingen war eine Vollbelastung möglich. Zur Topform ist da allerdings noch ein weiter Weg

Wie wichtig jedoch ein vollständig gesunder Kehl für die Defensivordnung der Dortmunder ist, bewies die Rückrunde.

"Er ist unser wichtigster Mann und für mich ist der beste Sechser der Liga", hofft der Coach daher auf schnelle Fitness.

Zukunft von Frei unklar

Auch das ewige Hin und Her mit Publikumsliebling Alexander Frei könnte endlich ein Ende nehmen. Allerdings bleibt Watzke bei dieser Personalie ungewohnt hart:

"Es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um zu verlängern. Keiner sollte vergessen, dass es sich bei Alex auch um eine erhebliche wirtschaftliche Investition handelt."

So bleibt abzuwarten, ob sich die "Kloppo-Mania" in Dortmund ohne Probleme fortsetzen lässt.

Das Umfeld, das schon wieder alle Dauerkarten-Rekorde bricht, bringt dem "Heiland" sicherlich sehr viel Kredit entgegen.

Bedingungslos wird man sich angesichts der großen Vergangenheit aber dennoch nicht mit einem Platz im Mittelfeld der Tabelle zufrieden geben.

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