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Die Franck Ribery (l.) kam 2007 für 25 Millionen Euro von Olympique Marseille nach München © getty

Noch ist der Franzose verletzt. Doch im Mittelpunkt der Diskussionen steht er trotzdem. Er will weiter zu Real und Real will ihn.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Salzburg - Louis van Gaal zog seine Augenbrauen hoch.

Dann wurde der Blick gleichgültig, leer und sachlich zugleich.

Ganz so, als ob er emotional schon mit irgendetwas abgeschlossen hätte.

Logisch, die Frage nach Franck Ribery und dessen Verbleib beim FC Bayern musste kommen nach dem 0:0 im Testspiel gegen Red Bull Salzburg (Magerkost im "Bullen-Gehege").

Bleibt er oder geht er doch noch zu Real Madrid?.

"Man kann nie sagen, was passiert"

"Das ist eine Frage, die muss der Vorstand entscheiden und nicht der Trainer", sagte der 57-Jährige.

"Natürlich spielt Franck eine wichtige Rolle. Aber in der Welt des Fußball kann man nie sagen, was passiert. Das hat man erst bei Cristiano Ronaldo gesehen", antwortete der Trainer auf die Frage, ob er auf einen Spieler wie den französischen Superstar überhaupt verzichten könnte.

Zur Erinnerung: Sir Alex Ferguson, Coach bei Manchester United, wollte den Portugiesen um jeden Preis halten. Letztlich ging er doch nach Spanien.

Glanzloser Test

Ribery ist noch verletzt - offiziell plagt ihn eine Schleimbeutelentzündung. Ohne ihn verlief van Gaals Premiere an der Seitenlinie glanzlos. Im Mittelfeld fehlte Kreativität.

"Alles muss verbessert werden", resümierte van Gaal. Die Zeit sitzt ihm im Nacken, die Integration der Neuzugänge geht mit einer Menge Arbeit einher.

Unruhe ist unerwünscht. Bis zum Trainingslager in Donaueschingen vom 16. bis 24. Juli (Der Sommerfahrplan des FC Bayern) soll die Personalie Ribery geklärt sein.

"Das Heft des Handelns liegt beim FC Bayern", meinte Vorstandsboss-Boss Karl-Heinz Rummenigge zwar im Sport1.de-Interview (Karl-Heinz Rummenigge im Sport1.de-Interview).

"Wir haben von Anfang an die Meinung gehabt, dass Franck bei Bayern München bleiben soll und ich bin optimistisch, dass er am ersten Spieltag gegen Hoffenheim für uns auf dem Platz stehen wird."

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Hoeneß genervt

Doch das ist alles andere als sicher, obwohl sich Real in der vergangenen Woche angeblich aus dem Poker um Ribery verabschiedet hatte (zum Artikel: Ribery: Real zieht sich zurück).

Wie ernst diese Meldung zu nehmen ist, verdeutlicht Bayern-Manager Uli Hoeneß in der "tz": "Das heißt gar nichts. Alles nur bla bla..."

Genauso sieht es auch Präsident Franz Beckenbauer: "Vor Ende August wird es keine Entscheidung geben, dann schließt die Transferliste."

Denn der Dribbelkönig ist nach wie vor wechselwillig, die "Königlichen" baggern weiter.

"Wir werden nicht aufgeben. Weder bei Xabi Alonso, noch bei Ribery", ließ Emilio Butragueno, Mitglied der neuen Real-Führung, nun verlauten.

"Es sind immer noch viele Wochen übrig, bis zur Schließung des Transferfensters. Wir sind bei allem, was wir machen, geduldig."

Offensive aus Madrid

Er verspricht jedoch: "Der Vorstand wird enormen Aufwand betreiben, um die Saison gebührend zu beginnen."

Zu was Real bereit ist, scheint ohnehin unglaublich. Der hauseigene TV-Sender berichtete vergangene Woche davon, dass Real geplant habe, aus jeder europäischen Top-Liga den besten Spieler zu verpflichten.

Aus England kam Ronaldo, aus der Serie A Kaka, aus Frankreich Karim Benzema. Der Wahnsinns-Akt solle mit Ribery aus Deutschland perfektioniert werden.

Nicht nach Liverpool

Nebenbei: Zum FC Liverpool wechselt der 26-Jährige garantiert nicht. Am Freitag aufkommende Gerüchte wies Reds-Coach Rafael Benitez zurück.

"Darüber denken wir nicht nach. Wir werden in dieser Saison nicht so viel Geld in die Hand nehmen", sagte er im "Daily Mirror".

Der Anbieter "Skybet" hatte Wetten angeboten, dass Ribery an die Anfield Road wechseln könnte.

Wer auch immer das Tauziehen um den Mittelfeldspieler gewinnen wird: Für van Gaal gestaltet sich die ungeklärte Situation schwierig.

Zum einen weiß er, dass ein unzufriedener Ribery für reichlich Ärger sorgen könnte. Zum anderen kann der Bayern-Trainer weiterhin nur schwer planen.

"Wir müssen das Problem schnell lösen", forderte er deshalb.

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