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Huntelaar war vor seinem Wechsel zu Real zweimal niederländischer Torschützenkönig © getty

Mit Real Madrid hat sich der VfB auf einen Wechsel geeinigt. Nun hängt alles von der Entscheidung des niederländischen Torjägers ab.

Von Martin Volkmar

München - Gut möglich, dass Horst Heldt in den nächsten Tagen ein paar mehr Zigaretten als sonst rauchen wird.

Denn der Sportdirektor des VfB Stuttgart ist zum Warten verdammt.

Auf die Antwort von Klaas Jan Huntelaar, genannt "The Hunter" ("der Jäger"). (Porträt)

Mit Real Madrid hat sich der VfB bereits über einen Wechsel geeinigt - für eine Ablöse von 18 Millionen Euro plus zwei weitere Millionen bei der Qualifikation der Schwaben für die Champions League.

"Der Spieler entscheidet"

"Wir haben offene Verhandlungen mit Stuttgart über Huntelaar, die weit fortgeschritten sind", bestätigte Reals Sportdirektor Miguel Pardeza.

"Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo der Spieler die Entscheidung treffen muss."

Fast wortgleich äußert sich Huntelaars Berater Arnold Oosterver nach den Gesprächen mit dem VfB.

"Er hat das letzte Wort", erklärte Oosterveer. "Stuttgart ist ein guter Klub, aber es haben sich auch andere Vereine gemeldet. Vielleicht bleibt er auch bei Real."

Brutto oder netto?

Letzteres ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Schließlich besitzt der erst im Januar verpflichtete Torjäger einen Vertrag bis 2013 bei den "Königlichen" mit einem Jahresgehalt von vier Millionen Euro netto.

Nun feilschen beide Seiten um das Gehalt in Stuttgart, wobei der VfB offenbar immer mehr nachgibt. Zuletzt bot man angeblich vier Millionen Euro, allerdings brutto.

Darüber hinaus ist man offenbar auch bereit, Huntelaar die geforderte Stammplatzgarantie zu geben.

Das spräche dann wiederum mit Blick auf die WM in Südafrika für einen Wechsel. Auch Bondscoach Bert van Marwijk empfahl seinem Torjäger den Schritt in die Bundesliga.

Heldt mit zwei Alternativen

Dennoch fährt Heldt zweigleisig und hat mit dem Brasilianer Vagner Love von ZSKA Moskau und dem Kongolesen Dieumerci Mbokani von Standard Lüttich zwei Alternativen parat.

Premium-Lösung wäre jedoch Huntelaar, der bei Real nach den Einkäufen von Cristiano Ronaldo und Karim Benzema nur noch Stürmer Nummer sechs im aufgeblähten Real-Kader ist.

Dies machte ihm auch Reals technischer Direktor Jorge Valdano bei einem Gespräch vor dem Trainingsauftakt am Freitag deutlich und riet dem Niederländer, das Stuttgarter Angebot anzunehmen.

Rivalen Tottenham, Marseille, Juve

Doch andere Top-Klubs haben ebenfalls Interesse wie Olympique Marseille, Tottenham Hotspur, Juventus Turin sowie angeblich auch Manchester United und dem VfL Wolfsburg.

Daher kann es ganz schnell gehen oder der Poker noch mal richtig los gehen. Niederländische Medien rechnen damit, dass sich Huntelaar Bedenkzeit erbeten und mit ins Real-Trainingslager nach Irland fahren wird.

In der spanischen Presse wird dagegen berichtet, Huntelaar habe bereits für dieses Wochenende einen Flug nach Deutschland gebucht und wolle die Gespräche abschließen.

Dann könnte der Nachfolger von Mario Gomez am Dienstag bei der Jahreshauptversammlung des VfB präsentiert und gefeiert werden und danach ins Trainingslager nach Österreich nachreisen.

Boulahrouz und Babbel begeistert

Dort würde er mit offenen Armen empfangen. "Er würde uns helfen, er ist eine echte Tormaschine", sagte sein Landsmann Khalid Boulahrouz. "Wenn dieser Transfer klappt, hätte Stuttgart ein gutes Geschäft gemacht."

Auch Markus Babbel ist begeistert. "Er passt genau in unser Anforderungsprofi, sowohl von seiner Art zu spielen als auch von seinem Charakter her", meinte der Teamchef.

Deshalb komme es nicht auf einen Tag an: "Für mich ist es nicht so wichtig, ob der neue Stürmer morgen da ist oder in einer Woche."

Schließlich wäre Huntelaar eine ganz andere Hausnummer als der bislang teuerste Einkauf der Stuttgarter Vereinsgeschichte, Ciprian Marica (8,5 Millionen Euro).

Heldt: "Müssen besonders sorgfältig sein"

"Das wird der teuerste Transfer, den der VfB je gemacht hat. Deshalb müssen wir besonders sorgfältig vorgehen", sagt Heldt.

"Wir wissen alle, dass er ein hervorragender Spieler ist, aber wenn es der ideale Transfer werden soll, dann kann es auch ein oder zwei Tage länger dauern."

So lange heißt es für ihn: Abwarten und rauchen.

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