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Louis van Gaal wurde in der vergangenen Saison Meister mit AZ Alkmaar © imago

Zu wenig Kreativität, keine Tore: Mit dem ersten Test beim 0:0 gegen Red Bull Salzburg kann der FC Bayern nicht zufrieden sein.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München/Salzburg - Neue Saison, neue Spieler. Aber alte Probleme:

Dem FC Bayern fehlt es ohne Franck Ribery an Kreativität.

Das 0:0 im ersten Test bei Red Bull Salzburg (Magerkost im "Bullen-Gehege") hat gezeigt, dass der Rekordmeister nur schwer auf den französischen Dribbel-Derwisch verzichten kann.

Ob der 26-Jährige jedoch tatsächlich zum Saisonstart in München ist, bleibt fraglich (zum Artikel: Keine Ruhe um Ribery).

11:0 gegen Fan-Auswahl

Immerhin gewann der Rekordmeister am Samstag das zweite Testspiel gegen den Fanklub "De rodn Waginga" mit 11:0.

Großartige Erkenntnisse brachte der Gaudi-Kick aber ebensowenig wie die Premiere für Trainer Louis van Gaal an der Seitenlinie, zumal in Salzburg auf ungewohntem Kunstrasen gespielt wurde.

Dennoch: Im neuen System der Münchner mit einer Raute im Mittelfeld wurden - abgesehen vom fehlenden Esprits eines motivierten "König Franck" - Probleme deutlich.

Van Gaals deutliche Antwort auf die Frage, was sich verbessern müsse: "Ich denke alles."

Weder Jose Sosa in der ersten noch Alexander Baumjohann in der zweiten Halbzeit konnten die Rolle als zentrale Anspielstation hinter den Spitzen ausfüllen.

"Wenig Chancen"

Ohne Bindung zum Mittelfeld hingen die beiden Angreifer Mario Gomez und Miroslav Klose sowie Thomas Müller und Saer Sene deshalb zumeist in der Luft.

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"Wir haben nicht viele Chancen kreiert", sah auch van Gaal ein.

Die zwei besten hatte Nationalstürmer Gomez - er hatte aber beim Debüt im Bayern-Trikot noch kein Schussglück.

"Wir sind seit zehn Tagen im Training und noch nicht spritzig genug", sagte der Neuzugang aus Stuttgart, der am Freitag 24 Jahre alt wurde. (Der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Auch er bemängelte: "Man hat gesehen, dass wir nach vorne noch sehr viel mehr Kreativität entwickeln können. Aber wir haben ja noch drei Wochen Zeit bis zum Saisonstart."

Nur Gomez und "Timo" stark

Immerhin deutete Gomez - ebenso wie der ballsichere Anatolij Timoschtschuk - jedoch an, dass er eine Verstärkung ist.

Ansonsten zahlte sich die 50-Millionen-Shopping-Tour der Münchner noch nicht aus.

Danijel Pranjic, Edson Braafheid und Baumjohann sowie Rückkehrer Andreas Görlitz konnten sich kaum in Szene setzen. Ivica Olic musste noch eine Testspiel-Sperre aus der vergangenen Saison absitzen.

Ein unsicherer Faktor ist auch noch das System.

Zur taktischen 4-4-2-Grundausrichtung sieht van Gaal derzeit keine Alternative, obwohl er lieber 4-3-3 spielen würde.

"Ich habe nicht die richtigen Spieler dazu", meinte er, deshalb müsse er ein System "abhängig von allen Spielern" wählen.

Neues Taktik-Wirrwarr

Aber auch "mit 4-4-2 mit Raute kann man gut Fußball spielen. Man hat viele Passlinien und Dreiecke auf dem Spielfeld", dozierte der Niederländer.

Seine Ausrichtung zeichnete sich deutlicher ab: Ball halten, schnell weiterleiten, auf Lücken hoffen und mit Pressing agieren, wenn der Gegner in Besitz des Spielgerätes ist.

"Es ist momentan noch vieles neu und deshalb schwer umzusetzen. Van Gaal hat seine eigene Idee vom Fußball. Es ist eine gute Idee, aber wir müssen erst lernen, wie man es spielt", erklärt Mark van Bommel.

Er ist optimistisch, dass es künftig besser wird. "Wenn das System läuft, sind wir schwer zu schlagen. Aber das braucht Zeit."

Van Gaal selbst wollte den ersten Auftritt seiner Mannschaft gegen den von Huub Stevens trainierten österreichischen Meister trotz allem nicht überbewerten.

"Nicht unzufrieden"

Er sei "nicht unzufrieden, wir haben diszipliniert gespielt, wenn wir nicht im Ballbesitz waren", meinte er.

Der Coach will nun seine Profis weiter sehr genau beobachten, um zu sehen, "wie die Spieler zusammenarbeiten".

Van Gaals gelassenes Fazit: "Das war der erste Schritt."

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