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Felix Magath wurde letzte Saison mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister © getty

Der Schalke-Coach ist mit der Arbeit seiner Vorgänger unzufrieden. Auch Aufsichtsratchef Clemens Tönnies bekommt sein Fett weg.

Gelsenkirchen - Zwei Wochen nach seinem Amtsantritt hat Felix Magath seinem neuen Team Schalke 04 ein schlechtes Zeugnis ausgestellt (Sommerfahrplan des FC Schalke 04).

"Bei dieser Mannschaft gibt es Defizite bei der Ausdauer und im koordinativen Bereich",, sagte der Trainer der Königsblauen der "Welt am Sonntag".

"Das war im Schnitt bei Mannschaften, die ich früher trainiert habe, besser."

Indirekt kritisierte er damit auch seinen Vorgänger Fred Rutten.

"Es geht nicht darum, danach zu suchen, was hier in der Vergangenheit möglicherweise falsch gemacht worden ist. Jeder Trainer setzt andere Schwerpunkte, hat andere Vorstellungen", meinte Magath allerdings.

"Ausdauer hatte nicht so hohen Stellenwert"

"Ich vermute, dass in der jüngeren Vergangenheit das Ausdauertraining hier einen nicht so hohen Stellenwert eingenommen hat."

Der Wolfsburger Meistercoach räumte aber ein, dass eine Mannschaft, die nicht so konditionsstark sei, auch Erfolg haben könne.

"Unterschiedliche Vorstellungen zu haben, ist absolut legitim", sagte der 55-Jährige vier Wochen vor dem Saisonstart der Bundesliga.

Zufrieden nach Sieg gegen Rapid Wien

Positiv äußerte sich Magath immerhin über die aktuelle Formkurve seines Teams nach dem 2:1 (1:1)-Testspielsieg beim österreichischen Bundesligisten Rapid Wien.

"Das war das erste Spiel in der Saisonvorbereitung, mit dem ich wirklich sehr, sehr zufrieden bin", sagte er nach den Toren von Ivan Rakitic (38./Foulelfmeter) und Kevin Kuranyi (51.).

"Das Duell hat den Aufwärtstrend bei uns gezeigt. Ich bin erstaunt, in welch gutem Zustand wir uns gerade nach den Kraft raubenden Tagen zuletzt präsentiert haben."

Kritik auch an Aufsichtsratsboss Tönnies

Wesentlich kritischer äußerte sich Magath über die Vereinsführung, auch Aufsichtsratchef Clemens Tönnies bekam sein Fett weg: "Fakt ist: Hier ist in der Vergangenheit mehr geredet als gearbeitet worden."

Der neue Schalke-Coach unterstrich zudem zum wiederholten Male, dass er sehr viel Wert auf Disziplin legt.

Im Gegensatz zu seinem Kollegen Louis van Gaal, der bei Bayern München sogar das Freizeitverhalten seiner Profis überwachen will, möchte Magath aber nicht in das Privatleben der Spieler eingreifen.

"Ohne Disziplin keine Erfolge möglich"

"Wir wissen beide, dass ohne Disziplin keine großen Erfolge möglich sind. Ich meine allerdings, dass ein Spieler seinen Beruf begreifen und von sich aus eine professionelle Einstellung finden muss", erklärte er.

"Deshalb schreibe ich einem Spieler, was sein Privatleben angeht, gar nichts vor. Ein Spieler kann machen, was er will, solange es seine Leistungsfähigkeit nicht negativ beeinflusst."

Wenn sich ein Spieler jedoch so verhalte, dass seine Leistung im Training oder im Spiel schlechter würde, sehe er sich gezwungen zu reagieren.

"Aber ich würde das Leben der Spieler außerhalb des Platzes nicht kontrollieren", sagte der Schalke-Coach.

Neuer-Wechsel erneut ausgeschlossen

Magath begründete zudem noch einmal, warum er Manuel Neuer nicht zu den Bayern ziehen lassen wird:

"Wenn man mit Schalke Meister werden und bald auch wieder international erfolgreich sein will, dann brauchen wir einen überdurchschnittlichen Torhüter. Deshalb wäre es ein großer Fehler, wenn wir Neuer, der die Qualität für die Champions League hat, verkaufen sollten."

Zudem sei er das Gesicht der Mannschaft, sei in Gelsenkirchen geboren und groß geworden.

"Es wäre sogar fatal, solch ein Zeichen an die Fans zu senden. Für unsere Ziele brauchen wir eine solche Identifikationsfigur", so Magath.

Keine Ambitionen auf den Posten des Bundestrainers

Was seine eigene Zukunft betrifft, schloss er den Job als Bundestrainer kategorisch aus: "Das hat mich noch nie gereizt."

Er sei froh, jeden Tag auf den Trainingsplatz gehen zu können. Das sei als Bundestrainer nicht möglich.

"Und nur ab und zu ein großes Turnier - das wäre mir viel zu wenig", begründete Magath seine Abneigung.

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