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Heinz Müller kämpft gegen seinen Ex-Klub Mainz 05
Heinz Müller spielte zuletzt für den FC Barnsley in der zweiten englischen Liga © imago

Die Sport1.de-Bundesliga-Vorschau: Täglich ein Interview mit einem der 18 Klubs. Den Auftakt macht Mainz' neuer Keeper Heinz Müller.

Von Matthias Becker

München - Für Heinz Müller schließt sich ein Kreis.

Vor zwölf Jahren verließ der gebürtige Frankfurter den ortsansässigen FSV.

Sieben Vereine und fünf erlebnisreiche Auslandsjahre später ist der Torhüter beim FSV Mainz und damit wieder im Rhein-Main-Gebiet angekommen. 115114(DIASHOW: Transfers des FSV Mainz 05)

In der Zwischenzeit haben nicht nur Eingeweihte den Werdegang des Mannes verfolgt, der vom FC Barnsley an den Bruchweg gewechselt ist.

In Deutschland wurde der 31-Jährige vor allem durch ein Internetvideo bekannt wurde, in dem er mit verbundenen Augen einen Elfmeter hält.

Zum Auftakt der Sport1.de-Interview-Serie vor dem Bundesligastart spricht Müller über die Rückkehr in die Heimat und seine Ambitionen in Mainz. (Sommerfahrplan des FSV Mainz 05)

Sport1.de: Herr Müller, sind Sie nach fünf Jahren im Ausland froh, wieder zu Hause zu sein?

Heinz Müller: Auf jeden Fall. Ich freue mich darüber, wieder in Deutschland zu spielen.

Sport1.de: Als gebürtiger Frankfurter ist Mainz für Sie nah an der Heimat. War das auch ein Faktor bei der Entscheidung für das Angebot des FSV?

Müller: Natürlich. Dass Mainz wieder in der Bundesliga ist und auch so nahe an Frankfurt liegt, macht die ganze Sache noch angenehmer. Deshalb war die Entscheidung für mich ganz leicht.

Sport1.de: Wie haben Sie Ihre ersten Arbeitstage in Mainz denn erlebt?

Müller: Hart waren die ersten Tage. Wir sind viel gelaufen, haben viel gearbeitet. Jetzt wollen wir im Trainingslager endgültig die Grundlagen für den Saisonstart schaffen.

Sport1.de: Bei ihrer letzten Station in Barnsley haben Sie die Begeisterung englischer Fans erlebt. Kann man das mit Mainz vergleichen?

Müller: Ich habe früher mit dem FC St. Pauli schon in Mainz gespielt. Und hier herrscht immer eine Riesenstimmung. Ich mag die Fans sehr, sie sind sympathisch, wie man auch an dem Spruch "Wir sind nur ein Karnevalsverein" merkt. Jetzt müssen wir alle gemeinsam die Euphorie vom Aufstieg zum Bundesligastart mitnehmen und versuchen, schnellstmöglich die Punkte einzusammeln.

Sport1.de: In Mainz stehen Sie im Konkurrenzkampf mit Kapitän Dimo Wache. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Müller: Fakt ist, dass ich mit dem Wunsch nach Mainz gekommen bin, die Nummer eins zu werden. Hätte ich die reelle Chance darauf nicht gesehen, wäre ich auch nicht gewechselt. Zudem hat Mainz für mich Ablöse gezahlt, also wird sich der Klub auch seine Gedanken gemacht haben. Ich kann jetzt nur trainieren und den Trainer davon überzeugen, dass ich der richtige Mann bin. Dann liegt es an ihm, wen er am ersten Spieltag aufstellt. Aber momentan mache ich mir darüber noch nicht so viele Gedanken.

Sport1.de: Aber auf persönlicher Ebene kommen Sie mit Dimo Wache gut klar?

Müller: Ja. Man muss das Sportliche und das Private da auch trennen. Ich bin auch nicht der Typ, der nachtragend ist oder hintenrum versucht, Stimmung zu machen. Wenn alles im fairen sportlichen Rahmen abläuft, wird sich keiner hinterher beschweren.

Sport1.de: Sie sind fast fünf Jahre jünger als Dimo Wache, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft. Ist auch eine Teilzeit-Regelung denkbar, bei der Sie nach und nach die Position übernehmen?

Müller: Denkbar ist alles. Ich bin aber hergekommen, um mich sportlich weiterzuentwickeln. Nach der Zeit in England ist die Aufgabe, mit Mainz 05 die Bundesliga zu halten, sehr reizvoll. Was in den nächsten Jahren kommt, das wird sich zeigen. Fußball ist einfach ein Tagesgeschäft, deshalb konzentriere ich mich auf das Wesentliche.

Sport1.de: Sie hatten auch früher schon mal mit Mainz Kontakt, als Jürgen Klopp noch Trainer war. Musste Sie dessen Nachfolger Jörn Andersen neu vom Mainzer Konzept überzeugen?

Müller: Das gesamte Mainzer Konzept hat gestimmt. Der Verein liegt in der Nähe meiner Geburtsstadt Frankfurt, wo auch meine Familie lebt. Mainz spielt in der Bundesliga, suchte einen Torwart, hatte in der Vergangenheit schon Kontakt zu mir und hat meinen Werdegang in England verfolgt. Das war kein Schnellschuss von Seiten des Klubs oder von mir.

Sport1.de: Hatten Sie auch noch andere Angebote?

Müller: Es gab ein paar Vereine in England, die Interesse hatten. Allerdings war diesmal kein Top-Klub aus der Premiere League dabei. Trotzdem gab es ein paar gute Angebote. Aber ich habe einen zwei Jahre alten Sohn und für mich war es Zeit, wieder nach Deutschland zurückzukommen.

Sport1.de: Geht es für Mainz ausschließlich gegen den Abstieg?

Müller: Wir haben sicherlich nicht den Etat wie Bayern München oder der VfL Wolfsburg. Wie Dimo Wache schon oft gesagt hat: Bei uns geht es nur über den Teamgeist. Den müssen wir stärken und in der Vorbereitung zu einer Einheit zusammenwachsen. So müssen wir wett machen, was gegenüber den Top-Klubs an Qualität fehlt.

Sport1.de: Sie haben die Mainzer Philosophie also schon voll verinnerlicht.

Müller: Wir sind der Underdog in dieser Saison, spielen gegen den Abstieg. Große Vereine haben uns vielleicht nicht auf dem Zettel, das kann gerade bei den Heimspielen zu unserem Vorteil werden, wenn die Gegner eigentlich gar keine Lust haben in Mainz zu spielen, oder die drei Punkte schon vorher einplanen.

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