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Nuri Sahin spielt seit 2001 in Dortmund, die ersten vier Jahre in der BVB-Jugend © imago

Nuri Sahin schwört dem BVB im Sport1.de-Interview ewige Treue, zumindest im Herzen. Die große Konkurrenz im Team gefällt ihm.

Von Sebastian Hrabak

München - In der Rückrunde der letzten Saison erlebte Nuri Sahin seinen endgültigen Durchbruch bei Borussia Dortmund. Die konstant guten Leistungen des 20-Jährigen belohnte der Revier-Klub mit einer Vertragsverlängerung.

Der Deutsch-Türke bleibt nun für weitere vier Jahre bei den Schwarz-Gelben. "Vielleicht bleibe ich auch meine ganze Karriere beim BVB", sagt Sahin im Sport1.de-Interview zu seinen Zukunftsplanungen.

Außerdem spricht er über die Tradition der Rückennummer acht, seine Zeit in Rotterdam und die türkische Nationalmannschaft.

Sport1.de: Herr Sahin, Sie haben vorzeitig bis 2013 beim BVB (Der Sommerfahrplan des BVB) verlängert. Was waren Ihre Beweggründe?

Nuri Sahin: Nach dem Angebot der Borussia war es keine schwere Entscheidung mehr. Ich habe mich in der letzten Zeit hier gut entwickelt. Zudem ist Dortmund meine Heimat.

Sport1.de: Sie sind eine Identifikationsfigur, kommen aus der Dortmunder Jugend. Können Sie es sich vorstellen, über das Jahr 2013 beim BVB zu bleiben?

Sahin: Borussia Dortmund wird immer mein Verein sein, den ich immer im Herzen tragen werde. Vielleicht bleibe ich auch meine ganze Karriere beim BVB. Ich hätte damit kein Problem. Doch soweit möchte ich nicht denken, denn jeder weiß, wie schnelllebig der Fußball ist. Das habe ich mit meinem Jahr in Rotterdam schon selbst erlebt.

Sport1.de: Ist es für Sie ein Ziel, zu einem Spitzenklub wie Real Madrid oder Manchester United zu wechseln?

Sahin: Natürlich hat jeder Fußballer den Traum, für eine europäische Spitzenmannschaft wie Manchester United zu spielen. Ich bin aber Spieler von Borussia Dortmund und da bin ich auch stolz drauf.

Sport1.de: Was bedeutet Ihnen Ihre neue Rückennummer 8, die einst Michael Zorc getragen hat?

Sahin: Ich wollte eine einstellige Nummer und die 8 war frei. Bisher haben diese Nummer auch meistens die Leute getragen, die sehr eng mit Borussia verbunden waren und auch aus der Jugend kommen, wie eben Michael Zorc. Daher ist es umso schöner, mit der 8 ein Teil von Borussia zu sein.

Sport1.de: Sie hatten auch schwere Zeiten beim BVB. Wie haben Sie sich wieder zurückgekämpft?

Sahin: Als ich aus Rotterdam zurückkehrte, war ich verletzt und hatte daher Probleme, wieder in die Mannschaft zu kommen. Aber nachdem ich fit geworden bin, wusste ich, dass ich meine Chance bekommen werde. Diese habe ich gut genutzt.

Sport1.de: Wie sehen Sie ihre Zeit bei Feyenoord Rotterdam?

Sahin: Diese Erfahrung war für meine Entwicklung sehr gut. Sowohl fußballerisch als auch menschlich habe ich mich sehr weiterentwickelt.

Sport1.de: Welchen Anteil hat Jürgen Klopp an Ihrer Vertragsverlängerung?

Sahin: Es ist immer gut zu wissen, dass ein Trainer mit einem plant und dass er sich den Fähigkeiten seines Spielers bewusst ist. Das Vertrauen des Trainers ist ein sehr wichtiger Faktor.

Sport1.de: In der Hierarchie sind wohl Alex Frei und Sebastian Kehl unumstrittene Leader. Sehen Sie sich mit ihren 20 Jahren trotzdem schon in einer Führungsrolle?

Sahin: Ich werde sicher Verantwortung auf dem Platz übernehmen und mich nicht verstecken. Ich habe zwar noch nicht so viel Erfahrung wie ein Sebastian Kehl, aber ich gehe auch schon in meine fünfte Saison als Profi.

Sport1.de: Mit Markus Feulner ist ein weiterer Spieler mit Qualität 115099(Die Transfers des BVB) hinzugekommen. Wie sehen Sie den Konkurrenzkampf im Mittelfeld?

Sahin: Der Konkurrenzkampf ist natürlich gut für die Mannschaft. Dadurch steigt automatisch die Qualität. Ich denke, dass jeder seine Chance bekommt. Ich versuche selbstverständlich auch, meinen Stammplatz aus der Rückrunde zu verteidigen. Dafür gebe ich jeden Tag Vollgas.

Sport1.de: Die direkten Konkurrenten investieren große Summen in neue Spieler, der Borussia fehlt dieses Geld. Was ist trotzdem drin?

Sahin: Unser Vorteil wird sicherlich sein, dass wir uns als Mannschaft bereits kennen. Dazu ist das Team mit sehr talentierten und guten Spielern verstärkt worden. Unser Ziel muss einfach sein, mehr Spiele als in der letzten Saison zu gewinnen. Dann werden wir am Ende sehen, was dabei rauskommt.

Sport1.de: Sie haben also keinen speziellen Tabellenplatz als Ziel?

Sahin: Nein, wir wollen einfach nur so viele Spiele wie möglich gewinnen. Mit dieser Philosophie sind wir in der letzten Saison sehr gut gefahren und haben nur knapp den Europacup verpasst.

Sport1.de: Ihr Kollege Mats Hummels ist U-21-Europameister. Bereuen Sie manchmal den Schritt, sich gegen den DFB entschieden zu haben?

Sahin: Ich habe bereits 20 Länderspiele für die türkische A-Nationalmannschaft absolviert. Ich denke also nicht, dass ich irgendetwas falsch gemacht habe. Für mich war es von Anfang an klar, dass ich für die Türkei spielen werde, da ich auch in den türkischen Jugendmannschaften gespielt habe. Ein Wechsel zum DFB wäre dann einfach nicht fair gewesen. Ich bin zwar stolz darauf, in Deutschland groß geworden zu sein, aber ich bin nun mal Türke.

Sport1.de: Welche Ziele haben Sie nun mit der türkischen Nationalmannschaft?

Sahin: Mein Ziel ist es in erster Linie, in der Mannschaft zu bleiben. Die letzten beiden Spiele habe ich 90 Minuten durchgespielt. Diesen Platz möchte ich verteidigen. Um das große Ziel WM 2010 noch zu erreichen, müssen wir einfach aus den letzten vier Spielen zwölf Punkte holen und hoffen, dass Bosnien patzt.

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