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Der Hamburger SV bereitet sich zum dritten Mal in Tirol auf eine Saison vor © getty

Zuversichtlich reist der Hamburger SV aus dem Trainingslager in Tirol ab. Und die HSV-Bosse suchen weiter nach Verstärkungen.

Aus Längenfeld in Tirol berichtet Mathias Frohnapfel

Längenfeld - Hantel hoch, Hantel runter. Wie selbstverständlich hievt Piotr Trochowski die Gewichte im Mittelkreis. Dann passt er den Ball zu Bruno Labbadia und spurtet hinterher.

"Auf Junge, komm!", feuert ihn der HSV-Trainer an.

Derweil wird auch an den anderen Stationen ebenfalls im Wortsinn Kraft gebolzt.

Die Profis des Hamburger Sportvereins haben sich am Montag zum Abschluss des Trainingslagers im österreichischen Längenfeld noch mal voll verausgabt (Sommerfahrplan des HSV). In der Heimat geht es parallel dazu heiß her.

Auf einer turbulenten Mitglieder-Versammlung wird HSV-Boss Bernd Hoffmann wegen seines Machtkampfs mit dem ehemaligen Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer scharf kritisiert (zum Artikel: Pfiffe gegen Hoffmann).

Konzentration und klare Kommandos

Die Kicker stemmen derweil Gewichte, überspringen kleine fußhohe Hürden, die Intensität der Einheiten wird härter, die Verbissenheit selbst im Trainingsspiel steigt.

Ein Beispiel: Keeper Frank Rost zwingt die Vorderleute zur vollen Konzentration und befiehlt lautstark im Spiel drei gegen drei: "Klappe halten!"

Und nicht nur David Jarolim ackert in dem Übungsspielchen, als ob es um einen internationalen Titel ginge.

"Sehr hart gearbeitet"

"Wir haben sehr, sehr hart gearbeitet, hatten auch viel Spaß", sagt Marcell Jansen zu Sport1.de.

Gerade hat er noch zig Fans Autogramme gegeben, jetzt lobt er die "super Bedingungen" in den Tiroler Bergen.

Bereits zum dritten Mal hat der HSV hier die Voraussetzungen für die Saison gelegt, zuletzt erklomm der Verein nach der Bergtouren in den Alpen im Anschluss immer einen internationalen Startplatz.

Gipfelsturm ist vorbereitet

Diesmal strampelte die Mannschaft am Wochenende zur Abwechslung auf dem Mountainbike die Berge im Ötztal hinauf. Es war eine respektable Tour, wie die Spieler nachher berichteten.

Auch symbolisch scheint also ein Sturm in die Gipfelregionen der Bundesliga wieder vorbereitet.

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"Die Mannschaft hat sehr gut mitgezogen", bestätigt Nationalspieler Jansen. Und noch wichtiger: "Die Stimmung war gut, das Team und die Neuen stehen zusammen."

Silvas Verletzung schmerzt

Nur eine Verletzung passt nicht ins Bild des HSV im Urlaubsidyll: Abwehrspieler Alex Silva hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen, fällt für mehrere Monate aus (HSV-Schock: Kreuzbandriss bei Alex Silva).

Auch deshalb warten die Hamburger sehnsüchtig auf Innenverteidiger Jerome Boateng, der ebenso wie Änis Ben-Hatira nach der U-21-EM verlängerten Urlaub bekam.

Allerdings könnte Ben-Hatira in der neuen Saison erneut ausgeliehen werden.

Ausleihe bei Ben-Hatira möglich

Labbadia berichtete den Journalisten im Teamhotel "Aqua Dome", dass es bereits ein Gespräch mit Ben-Hatira direkt nach der U-21-EM gegeben habe.

"Er will gerne spielen. Ich habe ihm gesagt, dass wir ihn nicht abgeben wollen", fasst der Coach den Inhalt zusammen.

Eine Ausleihe des Mittelfeldmanns sei allerdings möglich. Bereits in der Vorsaison spielte Ben-Hatira in der Rückrunde leihweise beim Zweitligisten MSV Duisburg.

Kommt Cana?

Der 20-Jährige ist nicht das einzige Fragezeichen in der Kaderplanung.

Der HSV scheint immer noch an Mittelfeldspieler Lorik Cana interessiert, wie die Zeitung "Le Parisien" schreibt.

Der Profi von Olympique Marseille selbst räumt einem Wechsel nach Hamburg gute Chancen ein, selbst wenn er betont: "Auch Everton und Klubs aus Italien haben Interesse."

Nach vier Jahren bei Olympique sucht Cana eine "neue Herausforderung". Die Hamburger hatten sich schon in Vergangenheit mit der Personalie beschäftigt. Der Albaner könnte eine Ablöse von sieben Millionen Euro kosten.

Bergs Ablöse in der Debatte

Auch der Transfer des schwedischen Stürmers Marcus Berg rückt immer näher. Der Medizintest in Hamburg ist bereits bestanden, im Moment geht es laut "kicker"-Informationen lediglich noch um die Ablöse.

Der FC Groningen verlangt demnach zwölf Millionen Euro, der HSV bietet neun Millionen für den Torschützenkönig der U-21-EM.

Torun und Ze Roberto angeschlagen

Eine Verstärkung im Sturm braucht der Klub gewiss. Zumal Trainer Labbadia einen Rückschlag bei Angreifer Tunay Torun hinnehmen musste.

Der Türke, dem Labbadia "gute Perspektiven" bescheinigt, verletzte sich am Montag im Training.

Jedoch sei "nichts am Band", so konnte nach der Ultraschall-Untersuchung Entwarnung gegeben werden.

Neuzugang Ze Roberto plagt sich indes mit einer Grippe.

Im Testspiel am Dienstag gegen die Spielvereinigung Unterhaching werden also eher die Neueinkäufe Robert Tesche (Arminia Bielefeld) und Eljero Elia (Twente Enschede) weitere Spielpraxis bekommen.

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