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Cedrick Makiadi absolvierte 48 Bundesligaspiele für den VfL Wolfsburg © imago

Statt zum Meister nach Wolfsburg zurückzukehren, versucht Cedrick Makiadi mit Aufsteiger SC Freiburg einen Neustart in der Bundesliga.

Von Andreas Kloo

München/Freiburg - Am 34. Spieltag der Saison 2005/2006 rettete Cedrick Makiadi den VfL Wolfsburg vor dem Abstieg.

Im letzten und entscheidenden Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern wurde der damals 22-Jährige beim Stand von 0:1 eingewechselt und wurde durch ein Tor und eine Vorlage zum Helden.

In der folgenden Saison erkämpfte sich Makiadi einen Stammplatz, der Durchbruch schien geschafft.

Doch es kam anders. Unter Felix Magath hatte Makiadi keine Chance und wurde schließlich im Sommer 2008 an den MSV Duisburg ausgeliehen.

Mit 16 Treffern wurde der offensive Mittelfeldspieler zusammen mit drei anderen Spielern Torschützen in der abgelaufenen Zweitliga-Saison.

Mit dieser Empfehlung wollte Makiadi in Wolfsburg einen neuen Angriff starten, doch wieder kam es anders.

Statt zum frisch gekürten Deutschen Meister zurückzukehren, wechselte der in Deutschland aufgewachsene kongolesische Nationalspieler zum SC Freiburg.

"Ich wollte etwas Neues anfangen. Und als dann das Angebot aus Freiburg kam, habe ich es sofort genutzt", sagt Makiadi.

Im Sport1.de-Interview spricht Cedrick Makiadi über die Gründe für seinen Wechsel nach Freiburg, seine Ziele mit den Breisgauern und seien Zeit in Wolfsburg.

Sport1.de: Herr Makiadi, Sie hatten die Wahl zwischen dem Deutschen Meister und einem Aufsteiger. Warum haben Sie sich für den Aufsteiger entschieden?

Cedrick Makiadi: Weil ich einen Schlussstrich ziehen wollte. Ich wollte etwas Neues anfangen. Und als dann das Angebot aus Freiburg kam, habe ich es sofort genutzt.

Sport1.de: Was hat Sie speziell an Freiburg gereizt?

Makiadi: Ich stand schon seit Längerem im Kontakt mit Trainer Robin Dutt. Damals hat es nicht geklappt. Als sich die Möglichkeit noch einmal neu aufgetan hat, war ich überzeugt, dass es der richtige Weg ist.

Sport1.de: Was haben Sie gedacht, als Wolfsburg Meister wurde? Haben Sie sich geärgert, dass Sie nicht dabei waren und in der Zweiten Liga gespielt haben, oder würden Sie alles noch einmal genauso machen?

Makiadi: Nein, ich habe mich überhaupt nicht geärgert. Ich würde alles wieder genauso machen. Ich habe in Wolfsburg schöne Jahre gehabt und bereue keine einzige Minute.

Sport1.de: Zurück zu Freiburg. Wie sind die Eindrücke der ersten Tage vom Verein und vom Umfeld?

Makiadi: Positiv. Kann ich ganz ehrlich sagen.

Sport1.de: Denken Sie, dass Sie fußballerisch zum SC Freiburg passen, weil es eine spielstarke Mannschaft ist?

Makiadi: Das denke ich auch. So ist ja auch meine Spielweise, und von daher denke ich, dass ich gut hierher passe.

Sport1.de: Welche Ziele setzen Sie sich mit dem SC Freiburg?

Makiadi: Als Aufsteiger ist es immer das erste Ziel, die Klasse zu halten. Alles, was darüber hinaus geht, nimmt man gerne dankend mit.

Sport1.de: Als der SC Freiburg zum ersten Mal in die Bundesliga aufgestiegen war, überraschte und überzeugte er mit schönem Fußball. Ist das ein weiteres Ziel, oder geht es Ihnen eher darum, Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln ? egal wie?

Makiadi: Wir wollen natürlich einen offensiven und schönen Fußball spielen, aber man darf dabei nicht vergessen, dass es um die Punkte geht. Wir wollen das Eine mit dem Anderen kombinieren. Was nützt es uns, schönen Fußball zu spielen, wenn wir die Punkte nicht machen?

Sport1.de: In der Zweiten Liga haben Sie 16 Treffer erzielt. Haben Sie sich für die neue Saison eine bestimmte Marke vorgenommen?

Makiadi: Nein, überhaupt nicht. Es ist wichtig für mich, dass ich mich so schnell wie möglich in die Mannschaft integriere. Alles andere wird dann von alleine kommen.

Sport1.de: Wo sehen Sie Ihre Position in der Mannschaft?

Makiadi: Das kommt darauf an, wie es der Trainer sieht. Ich bin vielseitig einsetzbar und hoffe, dass ich meinen Platz finde.

Sport1.de: Glauben Sie, dass die fehlende Erfahrung ein Nachteil für Ihre Mannschaft sein könnte?

Makiadi: Erfahrung ist nicht zu unterschätzen. Wir haben eine junge Mannschaft, die den Willen hat, sich in der Bundesliga zu behaupten. Aber viele spielen zum ersten Mal in der Bundesliga. Wir dürfen nicht naiv sein, sonst werden wir hart bestraft. Ich denke aber, dass es positiv für uns ausgehen wird. Es ist ja keineswegs sicher, dass ein Spieler mit 300 Erstligaspielen eine bessere Saison spielen muss als ein Neuling.

Sport1.de: Wo liegt momentan der Schwerpunkt im Training? Konditionsarbeit?

Makiadi: Konditionsarbeit haben wir schon in den ersten zwei Wochen gemacht. Jetzt sind wir im taktischen Bereich.

Sport1.de: Der Bundesligastart wird mit den Spielen gegen Hamburg, Stuttgart und Leverkusen nicht einfach. Glauben Sie, dass da überhaupt etwas zu holen ist?

Makiadi: Auf dem Papier sind wir der Underdog, und jeder erwartet, dass wir die ersten Spiele verlieren. Aber ich kann versichern, dass das nicht unsere Haltung ist, mit der wir in diese Spiele gehen. Dass es gleich zu Beginn gegen so namhafte Gegner geht, ist doch umso schöner.

Sport1.de: Können Sie in einem Satz sagen, warum der SC Freiburg in der Bundesliga bleibt?

Makiadi: Freiburg wird in der Bundesliga bleiben, weil wir es verstehen werden, offensiven und zugleich erfolgreichen Fußball zu spielen.

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