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Andreas Wolfs Knie hat im ersten Härtetest gegen Erfurt gehalten © getty

Die Sport1.de-Bundesliga-Vorschau: Täglich ein Interview mit einem der 18 Klubs. Heute mit Nürnbergs Routinier Andreas Wolf.

Von Tobias Schneider

München - Andreas Wolf ist zurück auf dem Spielfeld.

Nach zwei mehrmonatigen Zwangspausen aufgrund eines Kreuzbandrisses und eines darauffolgenden Meniskusrisses feierte der 27-Jährige nun im Testspiel des 1. FC Nürnberg gegen Rot-Weiß Erfurt sein Comeback.

Der in Tadschikistan geborene Abwehrspieler ist ein Club-Routinier - 154 Spiele absolvierte Wolf in zwölf Jahren für Nürnberg.

Im dritten Teil der Sport1.de-Interview-Serie vor dem Bundesligastart spricht der FCN-"Leitwolf" über seine Rückkehr, die Saisonziele, Trainer Micheal Oenning und den ehemaligen Club-Boss Michael A. Roth.

Sport1.de: Sie haben Samstag im Testspiel gegen Rot-Weiß Erfurt nach einer dreimonatigen Verletzungspause Ihr Comeback gegeben. Sind Sie glücklich darüber? Wie hat es sich angefühlt? (Der Sommerfahrplan des 1. FC Nürnberg)

Andreas Wolf: Nach einer solch langen Pause war für mich primär wichtig, dass alles gehalten und funktioniert hat und zu sehen, dass es geht.

Sport1.de: War die Angst ein ständiger Begleiter oder muss man das einfach auch verdrängen, wenn man auf dem Platz steht?

Wolf: Auf keinen Fall. Wenn ich Angst gehabt hätte, wäre ich sicherlich nicht aufgelaufen. Da muss man schon soweit sein, dass man auch in Zweikämpfe reingehen kann und nicht zurückzieht.

Sport1.de: Vergangene Saison liefen Sie nur siebenmal für Nürnberg auf. Erst der Kreuzbandriss, dann die Meniskusverletzung. Wie schwer ist es Ihnen gefallen, sich erneut zurückkämpfen zu müssen?

Wolf: Als Profi weiß man einfach, dass so etwas täglich passieren kann. Nach dem schweren Kreuzbandriss konnte natürlich niemand vorhersehen, dass nach wenigen Spielen auch der Meniskus reißt. Aber es ist nun mal passiert.

Sport1.de: Wie sind Sie damit umgegangen?

Wolf: Vom Kopf her war das etwas schwierig zu verdauen, da brauchte ich auch eine Zeit lang, aber der Verein und meine Familie stand in dieser schweren Zeit doch geschlossen hinter mir. Ich bin auch immer noch in der Aufbauphase. Ich bin aber mittlerweile so weit, dass ich spielen und in der gesamten Vorbereitung auch alles absolvieren kann. Die Spielpraxis ist für mich besonders wichtig.

Sport1.de: Sie waren in der letzten Spielzeit trotz der Verletzung Kapitän des FCN. Wollen Sie auch diese Saison das Amt übernehmen?

Wolf: Natürlich will ich weiter Kapitän sein, aber das liegt in der Hand der Mannschaft. Wahrscheinlich wird das Team den Spielführer wählen und dann wird man sehen müssen, ob ich es werde oder eben jemand anderes.

Sport1.de: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die kommende Saison?

Wolf: Ich will prinzipiell erstmal fit werden und alles mitmachen können. Das erste Ziel darüber hinaus ist natürlich, dass ich gegen Schalke auflaufe und die Saison verletzungsfrei überstehe.

Sport1.de: Am ersten Spieltag geht es gegen Schalke 04. Kein einfacher Auftakt, oder?

Wolf: Kein einfacher Auftakt, aber ein guter Gegner, wo wir uns beweisen können. Und klar ist, dass wir nach dem Spiel wissen, wo wir stehen.

Sport1.de: Wie lautet das Saisonziel?

Wolf: Ich denke, wir werden zu allererst gegen den Abstieg spielen. Der Klassenerhalt ist ganz klar die Zielvorgabe. Was letztlich am Ende der Saison rauskommt, wird man abwarten müssen.

Sport1.de: Fehlen ihrer Meinung neben Thomas Broich weitere Neuzugänge? 115115(Die Transfers des 1. FC Nürnberg)

Wolf: Zuerst einmal wird Stefan Reinartz wohl nicht mehr aus Leverkusen zurückkommen, von daher wird vielleicht für die Abwehr noch ein Ersatz verpflichtet werden. Aber ich denke, dass wir gut aufgestellt sind.

Sport1.de: Welchen Anteil hat Michael Oenning am Erfolg des FCN?

Wolf: Sein Anteil am Erfolg ist natürlich sehr groß. Es hat einfach großen Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten ? auch natürlich mit Peter Herrman, der seine Erfahrung einbrachte ? es war einfach ein klasse Gespann. Jetzt haben wir auch mit Armin (Reutershahn) einen klasse Co-Trainer, der sich super einfügt - es passt momentan einfach bei uns. Wir hoffen einfach, dass wir fortführen können, was in der letzten Rückrunde begonnen haben.

Sport1.de: Es wird die erste Saison ohne Klubchef Michael A. Roth. Ist das Komisch?

Wolf: Natürlich. Ich kenne Michael A. Roth ja auch schon über ein Jahrzehnt, da ich bereits seit zwölf Jahren im Verein bin. Der Club hat ihm natürlich sehr viel zu verdanken. Wer weiß, wo der Verein heute stehen würde, wenn Roth früher nicht immer wieder eingesprungen wäre. Er hat Geschichte hier geschrieben und keiner in Nürnberg wird Michael Roth vergessen. Ich hoffe, dass er uns auch in der neuen Saison regelmäßig im easyCredit-Stadion die Daumen drückt.

Sport1.de: Wie sieht ihre persönliche Zukunft aus? Sie sind ja erst 27. Wollen Sie für immer in Nürnberg bleiben oder reizt Sie vielleicht doch noch einmal etwas anderes?

Wolf: Ich habe erstmal noch zwei Jahre in Nürnberg Vertrag, den ich auch auf jeden Fall erfüllen will. Dann muss ich weitersehen.

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