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Ralf Rangnick (l.) und Markus Babbel sind derzeit nicht gut aufeinander zu sprechen © getty

Der geplatzte Ba-Transfer verursacht Dauerzoff zwischen den Trainern von Stuttgart und Hoffenheim. Auch sonst herrscht dicke Luft beim VfB.

Aus Leogang berichtet Mathias Frohnapfel

Leogang - Es wäre so einfach gewesen, vor Ort ein Testspiel gegen einen hochkarätigen Gegner zu organisieren.

Die Spieler vom VfB Stuttgart und 1899 Hoffenheim hätten sogar zu Fuß zu einer möglichen Partie in Leogang kommen können.

Aktuell liegen die Hauptquartiere der beiden Klubs in Leogang nur gut einen Kilometer auseinander.

Beim Bummel durch den Ort können sich die Blauen aus Hoffenheim und die Roten aus Stuttgart kaum aus dem Weg gehen.

Trainingslager im Salzburger Land

Denn die Rivalen aus Baden-Württemberg trainieren derzeit im gleichen Örtchen im Salzburger Land.

Doch wie Sport1.de erfahren hat, war das Risiko von harten Auseinandersetzungen und möglichen Verletzungen den Verantwortlichen zu groß. Wen wundert's.

Schließlich fliegen seit längerem die Giftpfeile zwischen dem Traditionsverein aus Stuttgart und dem Überflieger aus Hoffenheim hin und her.

Dauerärger um Demba Ba

Mit jeder Woche, in der die Vereine um den Verkauf von Demba Ba rangen, wurde die Stimmung frostiger zwischen den Klubs, die in der Heimat nur 90 Kilometer trennen.

Am Ende platzte das Geschäft, weil Demba Ba den Gesundheitscheck nicht bestand. Der Stürmer hatte im Urlaub geschludert, dem VfB war das Risiko einer Investition von bis zu 15 Millionen Euro zu groß.

Ob Ba in der Champions-League-Qualifikation im August zur Verfügung stehen würde, dahinter stand ein Fragezeichen.

Hoffenheims Coach Ralf Rangnick hat die Diskussion mit Attacken gegen den Ex-Klub jetzt ins Rollen gebracht.

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Zugespitzt gesagt: Die Schwaben hätten sich eben besser über Ba informieren müssen.

"Das spricht nicht für den VfB und seine Scouting-Abteilung. Uns wäre das nie passiert. Wir wissen, was Sache ist, wenn wir uns um einen Spieler bemühen", sagte Rangnick der "Bild".

Babbel legt Finger in die Wunder

Der Gegenangriff von VfB-Teamchef Markus Babbel kam sofort. Rangnick müsse sich über die Stuttgarter Strukturen keine Gedanken zu machen.

Vielmehr rieb er dem Hoffenheimer eigene Fehler unter die Nase. "Wie es in Hoffenheim bestellt ist, hat man in der vergangenen Saison beim Thema Doping gesehen (Janker und Ibertsberger kamen zur spät zur Dopingprobe, d. Red.)."

Außerdem hätten die VfB-Ärzte bei Demba Ba die Komplikationen festgestellt. Sein vergifteter Ratschlag an 1899 lautete: "Der Spieler wäre bei uns in diesem Zustand nicht in den Urlaub geschickt worden."

Für VfB-Mittelfeldmann Martin Lanig ist die Rivalität zwischen seinem Klub und Hoffenheim erstmal nichts Ungewöhnliches.

Im Gespräch mit Sport1.de gibt Lanig, der von 2003 bis 2006 selbst für die Kraichgauer spielte, dann aber doch zu, dass die Schwaben sehr wohl einen Blick auf 1899 werfen.

"Hoffenheim ein größerer Konkurrent als Freiburg"

"Ich denke, dass Hoffenheim für den VfB schon ein größerer Konkurrent ist als Freiburg". sagte der 25-Jährige nach dem Training am Mittwoch.

"Man hat gesehen, wozu sie in der Bundesliga fähig sind. Wir wissen, dass es eine sehr starke Mannschaft ist."

Zugleich kommt von Lanig eine klare Ansage: "Was heißt Rivalität? Wir sind der VfB! Wir brauchen uns vor keiner Mannschaft zu verstecken, schon gar nicht vor Hoffenheim oder Freiburg."

Denn der Blick der Stuttgarter geht ganz nach oben, im August soll die Qualifikation zur Champions League erfolgreich bestanden werden. Allerdings hat der Klub bilang keinen namhaften Zugang zu verzeichnen.

Die mehr als 30 Millionen Euro Ablöse für Torjäger Mario Gomez liegen noch immer auf dem Stuttgarter Konto, so dass Umfeld, Fans und auch die Mannschaft immer unruhiger werden.

Lehmann fordert öffentlich Neuzugänge

Nun preschte Torwart Jens Lehmann am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung öffentlich hervor. "Nur mit einem Ersatz für Mario Gomez schafft man es nicht. Da braucht man schon etwas mehr", sagte der 39-Jährige.

Dann forderte der per Videoschalte auf der Mitgliederversammlung des VfB zugeschaltete Routinier: "Nehmen Sie den Vorstand und den Aufsichtsrat in die Pflicht, weitere Investitionen in die Mannschaft zu tätigen."

Bei Sportdirektor Horst Heldt kam das gar nicht gut an. "Lieber Jens, glaube mir, wir werden Verstärkungen holen", antwortete er. "Und da hältst dafür Bälle."

Huntelaar-Transfer weiter offen

Der "Königstransfer" des Gomez-Nachfolgers ist aber weiter in der Schwebe. Mit Real Madrid hat sich der VfB zwar auf einen Transfer von Klaas Jan Huntelaar für rund 20 Millionen Euro geeinigt. (van Marwijk rät Huntelaar zum VfB)

Doch der niederländische Nationalstürmer ziert sich und kokettiert mit der Premier League, aus der Tottenham und Arsenal interessiert sein sollen.

Dennoch versprach Heldt den Mitgliedern: "Wir werden das hinkriegen. Am Geld liegt es nicht."

Auch Präsident Erwin Staudt versprach den Mitgliedern, alles dafür zu tun. "Außergewöhnliche Spieler kosten auch außergewöhnliches Geld", sagte er.

Dann dürfte Demba Ba endgültig kein Thema mehr sein.

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