vergrößernverkleinern
Details über "Klinsi", Kritik an Milan, Lob für van Gaal: Uli Hoeneß redet Klartext © getty

Bayerns Manager plaudert nochmals Details über Ex-Coach Klinsmann aus und lobt dessen Nachfolger. Kritik gibt's an Milan.

München - Kritik an Jürgen Klinsmann, Lob für Louis van Gaal.

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat die Arbeit des ehemaligen Trainers moniert.

"Es ist ja nicht richtig, wenn der Jürgen sagt, er habe Spieler gefordert. Er hat uns nicht einen Spieler genannt, den er gern gehabt hätte", sagte Hoeneß dem "Stern".

"Stattdessen hat er erklärt: 'Ich kriege den Schweinsteiger und den Podolski hin, macht euch da mal keine Sorgen'."

Zufrieden mit dem neuen Coach

Dagegen habe der neue Coach Louis van Gaal "seine Favoriten genannt."

Und weiter: "Dann haben wir das diskutiert und gesagt: 'Machen wir'", ergänzte der Bayern-Manager und zollte dem 57 Jahre alten Niederländer bereits jetzt ein dickes Lob.

"Wir werden von van Gaal profitieren. Er tritt sehr selbstbewusst und selbstständig auf, so dass wir uns ums Geschäft kümmern können."

"Unglückliche" Planung der Vorbereitung

Nicht wirklich zufrieden zeigte sich Hoeneß zuvor bereits über die Planung der Vorbereitung, die noch Klinsmann verantwortet hatte.

"Das ist unglücklich gelaufen. Jürgen wollte ins Trainingslager, wenn alle da sind, van Gaal aber wäre gleich gefahren", sagte er. "Jetzt haben wir diese Zerrissenheit."

Zum gleichen Thema hatte Hoeneß am Dienstag erklärt:

"Wenn man aber von Anfang an so geplant hätte wie Louis van Gaal, nämlich, dass bis auf Lucio und Luca Toni schon alle dabei sind, hätte man früher ins Trainingslager fahren können. In Zukunft werden wir das sicher etwas einfacher gestalten."

Dies sei aber keineswegs als Attacke auf Klinsmann, sondern als sachliche Feststellung gemeint, erklärte der Manager dann am Mittwoch.

Alles in Absprache mit der Führung

Der Ablauf der Saisonvorbereitung und auch der Zeitpunkt des Trainingslagers sei von Klinsmann in Abstimmung mit der Klubführung festgelegt worden.

Und weiter: "Die Freundschaftsspiele wurden nicht von Jürgen Klinsmann vereinbart, sondern sind Verpflichtungen des FC Bayern München, die wir unseren Sponsoren und Partnern gegenüber einhalten."

Am Donnerstag bricht der deutsche Rekordmeister ins Trainingslager nach Donaueschingen auf. Allerdings werden die Einheiten von einem Blitzturnier am Wochenende in Gelsenkirchen und einem Spiel bei den Stuttgarter Kickers unterbrochen. (der Sommerfahrplan des FC Bayern)

"Es ist nicht gut, aber ich kann es nicht ändern. Ich hätte gerne weniger Spiele und mehr Training", hatte van Gaal dazu in der "Abendzeitung" erklärt.

"Milan weiß nicht mehr weiter"

Angriffslustig zeigte sich Hoeneß auch bei den europäischen Rivalen.

"Der AC Mailand hat gerade seinen Superstar Kaka verkauft, weil er nicht mehr weiter weiß. Zum ersten Mal hisst ein Großer die weiße Fahne. Und es wird nicht der Letzte sein."

Dass für die Münchner trotz Millionen-Investitionen in der Champions League zuletzt spätestens im Viertelfinale Endstation war, lag laut Hoeneß nicht an einer verfehlten Einkaufspolitik, sondern am finanziellen Vorteil der Konkurrenz aus Spanien:

"Die bekommen pro Jahr 147 Millionen Euro vom Fernsehen. Wir kriegen 27 Millionen. Geben Sie mir die 120 Millionen Euro Differenz, dann gewinne ich Ihnen auch in den nächsten drei Jahren die Champions League."

Keine Lust, Provakateur zu sein

Zum Jahresende scheidet Hoeneß als Bayern-Manager aus. Der 57-Jährige soll Präsident und Aufsichtsratschef werden.

Seinen Nachfolgern - Christian Nerlinger hat bereits das Amt des Sportdirektors inne - empfiehlt Hoeneß, weiterhin die soziale Verantwortung des Vereins hochzuhalten:

"Das war ja auch der Stempel, den ich dem Verein aufgedrückt habe. Wenn es dem FC Bayern der Zukunft nicht gelingt, weiterhin den Menschen vor den Erfolg zu stellen, wird er nicht mehr das sein, was er heute ist. Dann wird er nicht mehr mein FC Bayern sein."

Er selbst sei froh, dass er sein Image als ungeliebter Provokateur habe korrigieren können.

"Ich will nicht, dass die Leute nur diesen menschenfressenden Typen in mir sehen, der für den Erfolg alles macht", so Hoeneß.

"Sie sollen sagen: Der will oben stehen, aber nicht um jeden Preis."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel