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Lucio absolvierte bislang 236 Partien in der Bundesliga © imago

Lucios Zukunft beim FC Bayern ist weiterhin offen. Bei Borowski wird um die Ablöse gefeilscht. Ribery erhält Rückendeckung.

Vom FC Bayern berichten Daniel Rathjen und Martin Volkmar

München - Er ist noch gar nicht wieder richtig da.

Trotzdem ist Lucio neben den Diskussionen um Franck Ribery das Sommerpausen-Thema beim FC Bayern.

Die Zukunft des Brasilianers, der am Mittwoch aus dem Urlaub nach München zurückkehrte, ist weiter unklar.

"Es ist überhaupt nichts dran an der Geschichte", hatte Manager Uli Hoeneß zwar am Dienstag erklärt.

Doch sein Vorstandskollege Karl-Heinz Rummenigge widerspricht.

Der Kader ist zu groß

"Wir wissen, dass er sich mit einem Abgang befasst. Das hat uns sein Berater Sandro Becker mitgeteilt", sagte der Bayern-Boss der "tz". "Aber Stand heute gibt es keinen Klub."

Er signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft, sollte ein Verein auf den deutschen Rekordmeister zukommen.

Laut "Sport-Bild" ist Olympique Marseille an dem Verteidiger interessiert.

Für Trainer Louis van Gaal steht jedenfalls fest: Der Kader des Rekordmeisters ist zu groß.

Am Donnerstag bricht der Bayern-Tross im Privat-Jet ins Trainingslager nach Donaueschingen auf - mit an Bord 27 Mann plus Co-Trainer, Fitnesscoaches, Physiotherapeuten und Betreuer (Der Sommerfahrplan).

Sieben Profis auf Streichliste

Auf Bayerns Streichliste stehen neben Lucio Tim Borowski, Christian Lell, Andreas Ottl, Breno, Jose Sosa (zum 1. FC Köln?) und eventuell Hamit Altintop.

"Was sollen wir denn machen? Sollen wir sie zum Teufel jagen?", fragte Hoeneß rhetorisch, um die Antwort selber zu geben:

"Wir werden gar nichts machen. Die Spieler haben Verträge. Wenn sie nicht auf uns zukommen um zu gehen, dann werden sie bleiben."

Auf Schnäppchenjagd beim FC Bayern sollen andere Vereine erst gar nicht gehen können.

Deshalb stocken auch die Verhandlungen mit Werder Bremen über eine Rückkehr von Borowski an die Weser.

"Wenn Klaus Allofs glaubt, dass er ihn kostenlos bekommt, muss ich ihn enttäuschen. Wir haben ein Jahr lang in den Spieler investiert ", meinte Rummenigge.

Fünf Millionen für "Boro"?

Im Gespräch ist eine Ablöse von fünf Millionen Euro für den Mittelfeldspieler, der 2008 ablösefrei wechselte. Auch Fenerbahce Istanbul soll nach der Absage von Hamit Altintop an "Boro" interessiert sein.

Doch zunächst reist auch er mit nach Donaueschingen. Ebenso wie Ribery übrigens.

Für den abwanderungswilligen Dribbelkünstler, der gerne zu Real Madrid wechseln würde, haben Hoeneß und Rummenigge demonstrativ Partei ergriffen.

"Ich verstehe Franck total. Da geht es um Summen, die wir uns alle gar nicht vorstellen können, und der Kerl ist erst 26", erklärte Hoeneß.

Dem derzeit angeschlagenen Franzosen (Knieprobleme) wurde zuletzt unterstellt, seinen Wechsel zu provozieren.

Doch dies wies nach Hoeneß auch Rummenigge klar zurück: "Er ist kein Simulant, kein Querulant und kein Stinkstiefel. Wir verwehren uns gegen diese Darstellung. Franck verhält sich intern völlig korrekt."

Rummenigge droht FIFPro

Der Vorstandsvorsitzende droht der Spielergewerkschaft FIFPro im Fall Ribery sogar mit einer Klage.

"Ich finde es absurd, dass eine Gewerkschaft einen Spieler, der Millionen verdient, zum Vertragsbruch auffordert. Hier ist eine Grenze überschritten, die nicht mehr akzeptiert wird", sagte Rummenigge. (zum Artikel: Reals Politik der Nadelstiche)

Er ergänzt: "Wir werden juristisch prüfen, ob wir Schritte gegen die FIFPro einleiten und Schadensersatzansprüche geltend machen können."

Der Vorsitzende der Europäischen Klub-Vereinigung (ECA) wehrt sich gegen die Aussage der FIFPro, dass es zwischen den europäischen Großklubs eine Abmachung gebe, Artikel 17 der FIFA-Statuten nicht anzuwenden.

"Es gibt keine Vereinbarung, kein Kartell. Alle wissen, was das für ein gefährliches Spiel wäre. Diese Behauptung ist total unseriös", sagte der Bayern-Boss. (zum Artikel: "Dann ist die Hölle los")

Es werde "nur versucht, Druck auf uns aufzubauen. Jeder Spieler, der den Artikel 17 zieht, sollte sich das ganz genau überlegen. Ich habe vor der Auseinandersetzung keine Angst."

Toni will Stammplatz

Vor Auseinandersetzungen hat auch Stürmer Luca Toni keine Angst.

Er stellte gegenüber "dpa" jedenfalls klar, dass er sich nicht mit der Rolle des Bankdrückers begnügen wird.

"Ich schätze meine Teamkollegen. Aber ich werde alles versuchen, in der neuen Saison als Stammspieler auflaufen zu können", kündigte der 31-Jährige an, der ebenso wie Lucio am Donnerstag wieder beim FCB einsteigt.

Wie lange beide noch zusammen beim Rekordmeister spielen werden, ist offen.

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