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Die Verantwortung für Neuverpflichtungen hat Horst Heldt beim VfB seit Januar 2006 © imago

Laut Sportdirektor Horst Heldt könnte bald eine Entscheidung fallen. Zudem äußert er sich bei Sport1.de zu den Chancen der CL-Quali.

Aus Leogang berichtet Mathias Frohnapfel

Leogang - Der VfB Stuttgart steht vor dem größten Einkauf seiner Vereinsgeschichte.

20 Millionen Euro bieten die Schwaben für Stürmer Klaas-Jan Huntelaar (van Marwijk rät Huntelaar zum VfB).

Horst Heldt geht davon aus, dass eine Entscheidung zum Angreifer von Real Madrid noch in dieser Woche fällt. Womöglich schon am Freitag.

Der VfB-Sportdirektor sieht seinen Klub in einer sehr guten Ausgangsposition. "Wir sind gut aufgestellt", betonte Heldt im Gespräch mit Reportern.

Die Zeit läuft

Am Mittwochnachmittag ist Heldt im Stuttgarter Trainingslager in Leogang angekommen. Doch für die Urlauberidylle in Österreich hatte der Manager kaum einen Blick.

Jedes Signal seines Handys verfolgte er aufmerksamer als den nahenden Wetterwechsel vor der beeindruckende Bergkulisse.(Der Sommerfahrplan des VfB)

Heldt muss die Lücke in der Abteilung Attacke baldmöglichst schließen, zumal im August die für den Klub äußerst wichtige Qualifikation zur Champions League ansteht.

"Gomez ist nicht alles"

Die Mannschaft von Teamchef Markus Babbel sieht Heldt da gut gerüstet, auch wenn er gegenüber Sport1.de einschränkt: "Es ist uns bewusst, dass der Weggang von Gomez ein Verlust ist. Aber er ist nicht alles. Wir haben auch im Meisterjahr acht, neun Spieler ohne ihn gemacht."

Der VfB sei außerdem "bestückt mit Nationalspielern".

Tottenham als größter Rivale

Mit Huntelaar soll nun zusätzlich ein Knipser kommen, wie es zuvor Gomez für die Schwaben zuverlässig war.

Über die Konkurrenzsituation in Sachen "el cazador" ("Jäger"), wie Huntelaar in Spanien genannt wird, ist Heldt bestens informiert.

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"Meines Wissens wollte ihn der AC Mailand nur ausleihen, Lyon wollte ihn, er wollte nach meinen Informationen nicht dorthin. Tottenham Hotspurs ist der Verein, der wohl eine Alternative ist."

Der VfB hofft bei der Entscheidung vor den Engländern zu liegen, da laut Heldt "das Gesamtpaket" der Stuttgarter attraktiver ist.

Der "Kicker" glaubt indes, dass der 25-Jährige zu einem Engagement auf der Insel tendiert. Tottenham würde das bisherige Jahressalär von 3,5 Millionen Euro netto anbieten. Der VfB offeriert angeblich vier Millionen Euro, aber brutto.

Und wie der VfB bieten die Spurs eine Ablöse von 20 Millionen Euro, wollen aber in Raten zahlen. Da wäre Real natürlich Stuttgarts Offerte mit einer Direktzahlung lieber.

Zeichen aus Madrid

Jetzt muss sich der Niederländer entscheiden. "Wichtig ist", sagte Heldt, "dass er das aus Überzeugung tut. Wenn er noch ein, zwei Tage länger braucht, ist es nicht schlimm."

Dass eine Entscheidung bevorsteht, deuten auch Zeichen aus Madrid an.

"Ich glaube, er ist sich seiner Situation bewusst geworden", sagte Reals Sportdirektor Miguel Pardeza.

Heldt braucht eine Erfolgsmeldung

Auf VfB-Manager Heldt lastet aktuell enormer Druck, endlich den versprochenen Hochkaräter im Stuttgarter Dress zu präsentieren.

Dass zuvor die Verpflichtung von Demba Ba (Hoffenheim) (Zwischen den Erzrivalen fliegen die Fetzen) und Jovanovic (Lüttich) scheiterten, macht seine Ausgangslage nicht leichter.

Zugleich berichtete Heldt, wie unabwägbar seine Arbeit zum Teil ist: "Stellen Sie sich vor, ich hätte Patrick Helmes verpflichtet, was hätten Sie mich dann gefragt? Auch der vierte Stürmer ist keine Gewährleistung, dass alles glatt läuft."

Bekanntlich hat sich Leverkusens Sturmtank Helmes verletzt, fehlt nach seinem Kreuzbandriss vom Juni mehrere Monate.

Forderung an Cacau und Mitspieler

Doch selbst wenn Huntelaar demnächst einen Vertrag in Stuttgart unterzeichnen sollte, sieht Heldt auch andere in der Verantwortung.

"Es ist klar, dass den Abgang von Mario nicht einer alleine stemmen kann. Da verlange ich auch von den gestandenen Spielern wie Cacau, Verantwortung zu übernehmen", sagte er.

"Lächerlich Lehmann, die Meinung zu verbieten"

Und natürlich musste Heldt auch über einen anderen sprechen, der - mal wieder - öffentlichkeitswirksam seine Meinung gesagt hat: Jens Lehmann.

Der Keeper forderte vom Klub am Dienstag mehr als nur die eine Königsverstärkung, weitere Investitionen müssten folgen.

"Wer Jens kennt, weiß, dass er immer offen und ehrlich seine Meinung sagt", kommentierte Heldt betont locker Lehmanns Spaziergang aus dem eigenen Strafraum. Letztlich fordere man ja immer Leitfiguren.

"Es wäre doch lächerlich, wenn wir immer einen Leader haben wollen und ihm dann verbieten, seine Meinung zu sagen."

Allerdings gab Heldt dem Torhüter dann doch den dezenten Hinweis, zuallererst an "seine eigenen Aufgaben", sprich das Toreverhindern, zu denken.

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