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Michael Meier: "Podolski hat bei Bayern nicht diesen Spaß, den er bei uns hätte" © imago

Wohin führt der Weg von Lukas Podolski? Bleibt er beim FC Bayern, wechselt er ins Ausland oder kehrt er zurück zum 1. FC Köln?

München - Lukas Podolski ist nicht glücklich beim FC Bayern. Wie sehr das seine Form beeinflusst, wird deutlich, wenn er vollkommen befreit bei der Nationalmannschaft aufdreht.

Beim 6:0 gegen Liechtenstein waren seine zwei Tore und seine Leistung insgesamt ein Lichtblick. Doch im Verein ist er hinter Luca Toni und Miroslav Klose lediglich nur Stürmer Nummer drei.

"Er hat dort nicht diesen Spaß, den er bei uns mit Sicherheit hätte. Gerade nach seiner Entscheidung zum FC Bayern zu wechseln, um dann dort auf der Bank zu landen, wird er in Zukunft eine sportliche Entscheidung treffen, wo er sich zu 100 Prozent sicher sein kann, regelmäßig zu spielen", sagt Michael Meier, Manager des 1. FC Köln im DSF-Doppelpass.

"Podolski ist ein Spaßfußballer!"

In Podolskis Heimat beschäftigen sich die Verantwortlichen gedanklich täglich mit ihrem "Prinzen", den sie nur allzu gern wieder am Rhein begrüßen würden.

Ändert sich nichts, "wird er irgendwann die Lust an seinem Beruf verlieren, und dass will sicherlich keiner", weiß Meier.

Er wirbt weiter um den 23-jährigen Linksfuß. "Ich setze auf die Karte, dass die Bayern auch die menschliche Komponente berücksichtigen - Podolski ist ein Spaßfußballer!", betont er.

Keine dauerhafte Spielpraxis

Einmal in Fahrt, legt er nach: "Podolski hat nachweislich keine dauerhafte Spielpraxis bekommen. Aber Lukas zeigt durch seine permanent starken Leistungen bei der Nationalmannschaft, dass er ein guter Spieler ist."

Von der Stadt und den Vorzügen der Nähe zur Familie etc. braucht der Manager den Profi nicht mehr zu überzeugen. Allein sportlich wäre der Schritt zurück nach Köln wohl gleichbedeutend mit der Erkenntnis, es auf höherem Niveau nicht "gepackt" zu haben.

Doch auch das entkräftet Meier: "Sammer wurde bei Inter Mailand nicht glücklich und wurde nach seiner Rückkehr nach Deutschland zum BVB sogar zum Fußballer Europas gekürt. Ebenso ist auch Lehmann schnell wieder aus Mailand zurückgekehrt. Das waren auch keine Spieler, die irgendwo gejammert haben, sondern die gemerkt haben, dass sie bei ihren Vereinen in ausweglosen Situationen waren."

Perspektive in Köln hat sich geändert

Bleibt nur die Frage, warum sich Top-Talente wie Podolski oder jüngst auch Patrick Helmes (jetzt Bayer Leverkusen) überhaupt von den "Geißböcken" wegorientiert haben.

"Diese Spieler haben in Köln bisher nie die Planungssicherheit, ob der FC dauerhaft in der ersten Liga bleiben kann. Aus diesem Grund war es aus sportlicher Sicht richtig zu wechseln. Natürlich würde er sich den Wechsel aus der heutigen Perspektive noch mal überlegen", gibt Meier zu bedenken.

Denn jetzt sei vieles besser. "Wir haben nach dem Aufstieg versucht, die Mannschaft so einzustellen, dass wir aus dem Teufelskreis des ewigen Auf- und Abstiegs endlich herauskommen. Erst dann können wir sicher investieren, und die Mannschaft nach oben führen. Ich bin der Meinung, dass wir die Mannschaft in diesem Jahr so verstärkt haben, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden."

Podolski als Leader beim FC?

Podolski soll den "neuen" FC dabei bestenfalls anführen. Zuletzt wurde der Angreifer jedoch auch mit Real Madrid in Verbindung gebracht.

Laut Meier ist das aber nur heiße Luft. Er muss es wissen, denn auf Grund einer Klausel werden die Kölner bezüglich aller Wechselabsichten "Poldis" stetig auf dem Laufenden gehalten.

"Wir haben mit dem FC Bayern ein vertragliches Verhältnis, wonach Bayern München uns informieren muss und sich als erstes mit uns zusammenzusetzen wird, wenn die Absicht besteht, Lukas zu verkaufen. Die ganze Diskussion um weitere Interessenten, ob aus England oder Spanien oder von wo auch immer, ist demnach belanglos", behauptet Meier.

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