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Thomas Hitzelsperger stammt aus der Jugendschule des FC Bayern München © imago

Thomas Hitzelsperger äußert sich im zweiten Teil des Interviews zu dem Transferwahn bei Real Madrid und den Ambitionen des VfB.

Aus Leogang berichtet Mathias Frohnapfel

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Thomas Hitzlsperger über die Rolle des VfB in Deutschland und den Beutezug von Real Madrid.

Zudem geht er darauf ein, wie die Mannschaft durch die Saison gehen will, während Markus Babbel zugleich den Lehrgang zum Fußballlehrer absolvieren muss.

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Sport1.de: Herr Hitzlsperger, durch die Verhandlungen mit Klaas-Jan Huntelaar ist der VfB aktuell stark im Fokus der Öffentlichkeit. Hat er in der Wahrnehmung in Deutschland einen Sprung nach vorn gemacht?

Hitzlsperger: Das weiß ich nicht. Aber wir wissen, was wir an uns haben, nämlich dass wir gut sind und viel Potenzial haben. Manchmal ist es ganz gut, wenn wir nicht so wahrgenommen werden. Es kann etwas Gutes haben, wenn man latent unterschätzt wird wie in der Vorsaison. Am Ende waren wir Dritter.

Sport1.de: In der Hinrunde hatte der VfB enorme Probleme. Wie soll es diesmal laufen?

Hitzlsperger: Ich will schon am Anfang vorne dabei sein. Aber wir sollten geduldig sein, das hat uns auch im vergangenen Jahr stark gemacht. Wenn es nach mir geht, will ich gleich von Anfang vorne wegmarschieren und das bis zum Ende durchziehen.

Sport1.de:Wenn Sie die Entwicklung auf dem Transfermarkt sehen, die Riesenausgaben von Real Madrid, was denken Sie dann?

Hitzlsperger: Es sind große Summe im Spiel, weil das Produkt Fußball so interessant ist. Hinzu kommen Investoren aus dem Ausland, die bereit sind, sehr viel Geld auszugeben. Auch vor Jahren wurde schon Geld in Spieler investiert, die das nicht wert waren.

Sport1.de: Stimmen heute die Relationen?

Hitzlsperger: Keiner ist so viele Millionen wert. Ich muss mich aber damit abfinden. Ich kann als Einzelner nur die Verantwortung wahrnehmen, so dass die Leute sagen, der ist ein guter Profi, der handelt verantwortungsvoll - auch gegenüber den Fans.

Sport1.de: Im August geht es um die Champions-League-Qualifikation. Wie zuversichtlich sind Sie vor dieser großen Aufgabe?

Hitzlsperger: Die Trainingseindrücke stimmen mich optimistisch, jeder zieht voll mit. Und obwohl wir viel und hart trainieren, gibt es kaum Beschwerden. Ich weiß, dass es in der Champions-League-Qualifikation schwer wird. Doch wir haben noch etwas Zeit und ich glaube, dass wir es hinkriegen mit ein bisschen Losglück.

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Sport1.de: Markus Babbel ist unter der Woche meist drei Tage in Köln, um seinen Fußballlehrer-Schein zu machen. Wird dadurch die Saison noch unberechenbarer?

Hitzlsperger: Nein, wir wollen es nicht als Alibi nehmen, wenn Markus mal nicht da ist. Wir vertrauen darauf, dass die Leute, die ihn vertreten, einen guten Job machen. Und wir haben einen guten und großen Betreuerstab.

Sport1.de: Bringt der Trainer vom Lehrgang bereits neue Ideen mit?

Hitzlsperger: Was er mitbringt, lässt er auch ins Training einfließen. Und man merkt, er ist heiß auf die neue Saison, es ist seine erste Vorbereitung als Cheftrainer. Er hat natürlich auch große Ziele.

Sport1.de: Ist Markus Babbel eher der lernende Chef oder der Schüler, der gute Chefambitionen hat?

Hitzlsperger: Er ist schon ein Chef. Aber er ist sich nicht zu schade, in Köln auch die Schülerrolle einzunehmen. Er ist lernwillig, das merkt man. Er kombiniert das ganz gut.

Sport1.de: Arbeitet Markus Babbel in der Vorbereitung eigentlich anders als sein Vorgänger Armin Veh?

Hitzlsperger: Es sind nur Details, die verändert worden sind. Ich glaube, dass wir noch härter trainieren, noch weniger Pausen haben. Markus Babbel hat uns ja vorgewarnt: Dadurch, dass die Winterpause sehr kurz ist, müssen wir in der Sommervorbereitung mehr tun.

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