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Lucio bestritt insgesamt 144 Bundesligaspiele für den FC Bayern © getty

Beim Abgang des Brasilianers aus München wird es emotional. Manager Uli Hoeneß zeigt sich zufrieden mit dem Transfer.

Von Andreas Kloo

München - Am Ende flossen sogar Tränen bei Lucio, bevor er sich vom FC Bayern Richtung Inter Mailand davonmachte. (Zum Artikel: Lucio wechselt zu Inter Mailand)

Als er sich bei Uli Hoeneß Sekretärin Karin Potthoff verabschiedete, wurde es emotional.

"Sie hat mir immer geholfen und wurde eine sehr gute Freundin. Sie hat bei meinem Abschied geweint und ich auch", erzählt der Brasilianer in der "tz".

In Lucios Abschiedsschmerz schwingt aber auch Enttäuschung mit: "Inter wollte mich unbedingt, Bayern nicht mehr."

"Ein Schock für mich"

Lucio forderte in München noch einmal einen langfristigen Vertrag. Doch der Rekordmeister wollte den bis 2010 laufenden Kontrakt nicht verlängern.

"Als man mir gesagt hat, dass man nicht mehr mit mir plant, war das ein Schock für mich", beschreibt der Weltmeister von 2002 in der "Bild" rückblickend seine Gefühlslage.

Bayern-Manager Uli Hoeneß hielt sich an sein aktuelles Prinzip: keine langfristigen Verträge für Spieler über 30.

Schon Ze Roberto (35) haben die Münchner damit vertrieben. Mark van Bommel (32) akzeptierte schließlich das Angebot für einen Einjahresvertrag.

Bei van Gaal nicht gesetzt

Ohnehin fühlte sich Lucio unter dem neuen Trainer Louis van Gaal nicht mehr erwünscht.

Der zu impulsiven Vorstößen neigende Brasilianer schien nicht in das geordnete Taktik-Konzept des Niederländers zu passen.

Eine Chance wollte van Gaal dem Innenverteidiger zwar geben: "Er hat gesagt, dass ich um meinen Platz kämpfen muss", berichtet Lucio.

Ein Ausspruch des Vertrauens für Lucio war das aber auch nicht. 129665(DIASHOW: Lucios Karriere in Bildern)

Vorfreude auf Inter

"Nun beginnt eine neue, schöne Etappe in meinem Leben. Inter ist ein Gigant und das wird spektakulär für mich", freut sich Lucio auf sein Engagement beim italienischen Meister, der den 31-Jährigen mit einem Dreijahresvertrag ausstattet.

Dem Fernsehsender "Sky" sagte er bei seiner Ankunft am Donnerstagabend in Mailand: "Inter ist eine große Mannschaft und wird von Jose Mourinho, einem großen Trainer, geführt."

Aber auch der FC Bayern ist zufrieden: Das Problem der Überbesetzung in der Abwehr wurde durch den Lucio-Abgang zumindest teilweise gelöst.

Geld statt Tauschgeschäft

Darüber hinaus kassiert der Rekordmeister immerhin rund acht Millionen Euro für Lucio. Im nächsten Jahr wäre der Brasilianer ablösefrei gewesen.

"Wir wollten Cash, und jetzt haben wir Cash", zeigte sich Manager Uli Hoeneß zufrieden.

Hoeneß wollte Bares sehen, einem Tauschgeschäft mit den Italienern hatte er eine Absage erteilt.

Burdisso und Maxwell angeboten

"15 Spieler als Tauschobjekte" hätte Inter angeblich angeboten.

Die Zahl ist leicht übertrieben, unter den angebotenen Spielern soll es sich um den Argentinier Burdisso und den Brasilianer Maxwell, der inzwischen beim FC Barcelona gelandet ist, gehandelt haben.

Die Abwehr der Münchner wäre durch einen solchen Tausch weiter überbesetzt gewesen.

So entsprach Hoeneß letztlich "zähneknirschend" Lucios Wechselwunsch.

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