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Stürmer Vedad Ibisevic steht noch bis 2013 bei Hoffenheim unter Vertrag © getty

Der Torjäger schießt nach seiner Knie-OP wieder Tore. Gegenüber Sport1.de erklärt der Hoffenheimer Stürmer, was ihn antreibt.

Aus Leogang berichtet Mathias Frohnapfel

Leogang - Wenn Vedad Ibisevic im Training ein Tor schießt, applaudiert ihm Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick.

Die anderen Stürmer bekommen für solche Aktionen meist nur zustimmendes Kopfnicken.

Doch ein gesunder Ibisevic ist für 1899 eben Gold wert.

18 Tore hat der Stürmer in der Vorrunde erzielt, jagte den großen Rekord von Bayern-Bomber Gerd Müller (40 Treffer).

Der 24-Jährige traf quasi wie mit eingebautem Tore-Navi.

Dann riss das Kreuzband in einem Testspiel.

Das Ende der Leidensgeschichte

Vor kurzem hat Ibisevic sein Comeback gegeben, im Spiel gegen den Verbandsligisten Forst sogar ein Tor bejubelt.

Das Ende einer Leidensgeschichte nach 179 Tagen.

"Es waren viele kleine Schritte bis dahin, aber ich wollte unbedingt wieder Fußball spielen", sagte der Bosnier im Trainingslager in Leogang (Pinzgau) zu Sport1.de.

Liga-Comeback gegen den FC Bayern?

An dem verpassten Torerekord denkt er schon lange nicht mehr. "Seit dem Tag, als ich mich verletzt habe, ist das vorbei."

Sein Bundesliga-Comeback könnte der 24-Jährige im Heimspiel gegen den FC Bayern geben. Ausgerechnet gegen den Gegner also, gegen den "Vedo", wie ihn seine Freunde nennen, sein letztes Liga-Tor gemacht hat.

Und so ganz nebenbei blickte just zum Ende der Hinrunde der Aufsteiger Hoffenheim als Tabellenführer auf die Konkurrenz herab.

Eine schöne Zeit, meint Ibisevic. "Die Mannschaft hat super gespielt, es hat fast alles geklappt."

Bescheidenheit statt Forderungen

Um nun an eine Fortsetzungsgeschichte mit ihm in der Hauptrolle zu denken, dafür ist Ibisevic zu bescheiden.

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Wenn er davon spricht, dass 1899 auf dem Boden bleiben muss, klingt das nicht abgedroschen wie bei einigen Berufskollegen.

Dabei könnte einer wie er nach seiner Sensationstorquote einen Stammplatz und wohl noch mehr öffentlich einfordern. Das passt aber nicht zu dem jungen Mann mit dem akkuraten Kurzhaarschnitt.

Neuer Vertrag gibt Vertrauen

Stattdessen will er sich anbieten, der Mannschaft helfen - am besten mit Toren. Der Knipser ist ohnehin noch enger an den Klub gewachsen, seit die Hoffenheimer während seiner sechsmonatigen Verletzungspause mit ihm den Vertrag verlängerten.

Ein Vertrauensbeweis, der dem Stürmer gut getan hat.

Andererseits kann man sich bei ihm auch schwer vorstellen, dass er wie Angriffskollege Demba Ba mit der TSG wochenlang um einen Wechsel feilscht.

Das wäre in etwa so als würde Herbert Grönemeyer plötzlich als tätowierter Hardrocker auftreten.

"Wollte in die Ba-Geschichte nicht rein"

Ibisevic und Ba sind miteinander befreundet.

"Ich wollte in die ganze Geschichte nicht mit reingezogen werden. Bewusst habe ich nicht viel dazu gesagt", sagt Ibisevic daher ausreichend.

Dabei hat Bas Wechseltheater bei 1899 vom Fan bis zum Vereinsmäzen Dietmar Hopp jedem die Zornesröte ins Gesicht getrieben hat.

Zu heftig stellte sich Ba gegen seinen Klub.

Doch sein bosnischer Sturmpartner, belässt es mit einem Verweis auf Bas fußballerische Qualitäten. "Er wird uns wieder helfen."

Schindelmeiser sieht Fortschritte

Mit Ibisevic könnte Hoffenheim in dieser Saison womöglich größere Ziele in Angriff nehmen, den Traum vom Startplatz im internationalen Geschäft realisieren.

"Vedad macht schon wieder einen richtig guten Eindruck und zeigt, dass wir bald wieder sehr viel Freude an ihm haben werden", sagt etwa Manager Jan Schindelmeiser.

Coach Ralf Rangnick mahnt derweil zur Geduld: "Wie schnell er wieder der alte Vedo wird, müssen wir erst noch sehen."

Ibisevic selbst weist auf den Qualitätssprung in der Offensive hin:

Die Neulinge Maicosuel (Botafogo/Brasilien) und Franco Zuculini (Avellaneda/Argentinien) sieht er als "sehr gute Spieler". Allerdings schränkt er ein: "Es ist die Frage, wie schnell sie sich integrieren."

Der Torjäger selbst fühlt sich mit Blick auf die neue Saison überhaupt nicht unter Druck, denn er ist "einfach glücklich und froh" wieder dabei zu sein.

Und vielleicht wird schon bald Trainer Rangnick bei Trainingstoren Ibisevic routiniert zunicken. Für den Stürmer wäre das ein Fortschritt.

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