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Marcus Berg hat beim HSV einen Fünfjahresvertrag unterschrieben © getty

Laufstark und torhungrig: Marcus Berg könnte den Hamburger viel Freude bereiten. Ein früherer Gegner ist überzeugt davon.

Von Mathias Frohnapfel

München - Torjägerkronen zu sammeln, das könnte man mittlerweile als das Hobby von Marcus Berg bezeichnen.

Bei der U-21-EM in seiner Heimat sicherte sich der Schweden in diesem Sommer den Titel genauso wie 2007 in der schwedischen Liga.

In 17 Spielen traf er für Göteborg 14 Mal, eher er zum FC Groningen wechelte.

Jetzt heuert der 22-Jährige beim Hamburger SV an.

"Wir sind sehr froh, dass wir Marcus verpflichten konnten", sagt Trainer Bruno Labbadia.

Der von halb Europa begehrte Angreifer ist mit knapp zehn Millionen Euro der teuerste Einkauf in der Klubgeschichte. Doch von den Erwartungen lässt sich der 1,84-Meter-Mann nicht schrecken.

"Optimale Bedingungen" in Hamburg

"Der HSV ist ein Topverein in der Bundesliga. Schon als ich zum ersten Mal von Interesse des HSV gehört habe, war für mich klar, dass ich dorthin will. Der HSV ist perfekt für meine Entwicklung", sagte der Schwede nach seiner Verpflichtung.

Der Schritt zum HSV bedeutet für Berg jedenfalls den größten in seiner noch jungen Karriere: "Die Bundesliga ist eine der besten in Europa. Die Mannschaft ist stark und wir spielen international."

Deutlich formulierte Berg auch seine Ziele: "Ich habe den absoluten Willen Tore zu machen. Es ist mein Job und ich möchte viele für den HSV erzielen."

Er soll die Lücke schließen, die nach dem Abschied von Ivica Olic zum FC Bayern entstanden ist. (zum Artikel: Berg-Transfer perfekt)

Labbadia dämpft die Erwartungen

Labbadia erkennt in Berg eine Qualität, die ihn selbst in seiner aktiven Zeit auch stark gemacht hat. "Er hat den unbedingten Willen, Tore zu schießen. Man muss Marcus nicht an der Ablöse, sondern an seinem Alter messen. Er ist ein Talent, das großes Potenzial hat."

Der 43-Jährige bleibt mit seinen Erwartungen aber auf dem Boden der Tatsachen: "Ich erwarte keine kurzfristigen Erfolge mit ihm, er bekommt von uns alle Zeit. Ein fertiger Stürmer von Top-Qualität ist für uns nicht zu haben, dafür ist der HSV zu klein."

Tatsächlich ist Berg ein Stürmer, der viel läuft und rackert, sich auch für keinen Weg zu schade.

Berg schießt Schweden zurück ins Turnier

Im Halbfinale der U-21-EM lagen die Schweden zur Halbzeit mit 0:3 gegen England zurück.

Es war auch dem Doppelpack von Berg zu verdanken, dass die Gastgeber noch den Ausgleich schafften.

Schwedens Nationalcoach Lars Lagerbäck hat das Riesentalent bereits seit einiger Zeit in seinen Kader berufen. Sieben Länderspiele absolvierte Berg inzwischen.

Für Groningen erzielte er 32 Tore in 56 Spielen der niederländischen Ehrendivision.

Beidfüßig und kopfballstark

Neu-Hamburger Eljero Elia, der zuvor für Twente Enschede spielte, kennt Berg bereits aus der gemeinsamen Zeit im Nachbarland.(Sommerfahrplan des HSV)

"Marcus ist ein guter Spieler, der viele Tore macht. Er trifft mit beiden Füßen und dem Kopf", sagt der 22-Jährige der "Bild".

"Er ist ein Killer. Wie Klaas-Jan Huntelaar."

Die Lust am Fußballspielen liegt bei den Bergs in der Familie. Der Bruder von Marcus, Jonatan Berg, verdient ebenfalls als Fußballprofi sein Geld, verrichtet für Gefle in Schwedens höchster Liga die Arbeit im Mittelfeld.

Abwehrspieler gesucht

Berg ist damit nach Eljero Elia (für 8,5 Millionen Euro von Twente Enschede), Robert Tesche (für 1 Millionen Euro von Arminia Bielefeld) und Ze Roberto (ablösefrei) der vierte Neuzugang des HSV. 115102(DIASHOW: Die Hamburger Transfers)

Die Hamburger suchen jetzt nun weiter nach einem Abwehrspieler, der den verletzten Brasilianer Alex Silva (Kreuzbandriss) in der Innenverteidigung ersetzen soll.

Erster Kandidat ist angeblich weiter der 22-jährige Schwede Rasmus Bengtsson von Trelleborg FF.

Im Sturm sind auf jeden Fall die Planungen abgeschlossen.

Für HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann ist die Berg-Verpflichtung ein wichtiger Erfolg

Neben dem HSV bemühten sich auch unter anderem auch Everton und der AC Florenz um den Rohdiamanten aus dem Norden.

Der wird nun in der Bundesliga die Jagd nach der nächsten Torjäger-Kanone aufnehmen.

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