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Jose Bosingwa wechselte 2008 vom FC Porto zum FC Chelsea © getty

FCB-Boss Rummenigge erklärt das Werben um den Portugiesen für beendet - und droht Real in Sachen Ribery mit einer Anzeige.

Von Martin Hoffmann

München - Allzu aussichtsreich wirkte es schon länger nicht mehr, das Werben des FC Bayern um den Rechtsverteidiger Jose Bosingwa (DATENCENTER: Spielerporträt) . Nun hat der Rekordmeister es offiziell aufgegeben.

"Die Angelegenheit mit Bosingwa vom FC Chelsea hat sich gerade erledigt, da der Verein ihn nicht ziehen lassen möchte", ließ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der "Bild am Sonntag" wissen.

Der Klub sehe sich "nun anderweitig um". Die Rechtsverteidigerposition sei dabei die einzige Position, auf der man noch Bedarf habe.

Einen Alternativkandidaten für den Portugiesen nennt Rummenigge nicht: Es gebe "noch nichts Konkretes" 115098(DIASHOW: Die Neuzugänge der Bayern) .

Rummenigge traut dem Frieden um Ribery nicht

Das Thema Bosingwa ist also erledigt, das Thema Franck Ribery lässt Rummenigge aber weiterhin nicht los.

Obwohl das Basta des FC Bayern steht - und obwohl Real-Manager Jorge Valdano zuletzt den Anschein erweckt hat, als hätte Madrid es akzeptiert.

"Wir wollen keinen Ärger mit dem FC Bayern", war die Kernbotschaft eines Interviews mit Valdano, in dem er den Transfer als abgehakt erklärte (Real will keinen Streit).

Doch Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge scheint dem Frieden nicht zu trauen - und baut daher für den Fall vor, dass die Spanier doch noch einmal an Ribery zupfen.

"Sonst werden wir Real anzeigen"

"Ich werde Florentino Perez, dem Präsidenten von Real, nun einen Brief schreiben und ihm empfehlen, die Bemühungen, Franck abzuwerben, nun einzustellen", kündigt er an.

Das "oder sonst" fügt er direkt an: "Wenn diese Störfeuer nicht sofort aufhören, werden wir Real bei der FIFA anzeigen." Eine Drohung, die auch schon Manager Uli Hoeneß ausgesprochen hatte.

Gegen die Statuten des Weltverbands hätten die "Königlichen" seit Wochen verstoßen, "denn sie haben sich nie unsere Zustimmung eingeholt, mit Franck oder seinen Agenten zu reden".

Laut den FIFA-Regularien darf ein Spieler erst sechs Monate vor Vertragsende mit einem Interessenten verhandeln, Ribery ist noch bis Sommer 2011 an die Bayern gebunden.

Kein Stinkstiefel, kein Simulant

Rummenigge ist aber zuversichtlich, dass Real nun kuschen wird.

"Letztes Jahr gab es einen ähnlichen Fall, als Real sich um Cristiano Ronaldo bemüht hat. Damals hat Manchester United auch mit der FIFA gedroht. Danach war dann Ruhe."

Und der Bayern-Boss vertraut auch darauf, dass von Ribery selbst keine Unruhe mehr ausgehen wird: "Ich muss klar betonen, dass Franck kein Stinkstiefel, Querulant oder Simulant ist. Er verhält sich aus Sicht des FC Bayern seriös."

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