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Ralf Fährmann wechselte von Schalke 04 zu Eintracht Frankfurt © imago

Bei den Frankfurtern läuft in der Vorbereitung fast nichts zusammen. Nun schockt auch noch die Verletzung des Torhüters das Team.

Hermagor - Testspielpleiten, Disziplinlosigkeiten, ein dickes Finanzloch und wachsende Personalsorgen:

Zwei Wochen vor dem Pokal-Knüller beim Erzrivalen Kickers Offenbach geht bei Eintracht Frankfurt die Angst vor einem Fehlstart um.

Zumal am Sonntagmittag die nächste Hiobsbotschaft folgte: Torhüter Ralf Fährmann erlitt im Training einen Bruch der linken Mittelhand.

Der Neuzugang von Schalke 04, der eigentlich die neue Nummer 1 werden sollte, fällt vier bis sechs Wochen aus.

"Das ist natürlich Riesenpech"

"Das ist natürlich Riesenpech", sagte Fährmann der "Frankfurter Rundschau".

"Es ist keine so schlimme Fraktur, dass man bei der Heilung mit Komplikationen rechnen muss. Wie es passiert ist, wissen wir nicht", sagte der neue Trainer Michael Skibbe.

Nun sei aus dem Dreikapmf im Tor ein Zweikampf zwischen dem bisherigen Stammkeeper Markus Pröll und Oka Nikolov geworden.

Nur Schwegler macht Hoffnung

Hoffnung machte am Wochenende alleine die Verpflichtung von Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler.

Der 22-Jährige wechselt nach langem Transfergerangel für weniger als eine Millionen Euro von Bayer Leverkusen an den Main und gilt bei den Hessen als Lichtblick in der Not.

Schwegler unterzeichnete in Frankfurt (Die Vereinsseite) einen Vertrag bis Ende Juni 2012.

Der Schweizer soll die Lücke füllen, die beim Deutschen Meister von 1959 im Mittelfeld nach den Abgängen von Michael Fink (Besiktas Istanbul) und Junichi Inamoto (Stade Rennes) entstanden ist.

"Ich freue mich sehr, dass es mit seiner Verpflichtung geklappt hat. Wir waren auf der Suche nach einem Spieler, der auf der Sechs spielen kann. Das kann Pirmin sehr gut", erklärte Skibbe.

Wenig später folgte dann die Nachricht von Fährmanns Verletzung.

Pleiten in Testspielen

Zuvor hatte die Eintracht zwei bitteren 0:3-Pleiten im Trainingslager in Kärnten/Österreich gegen den kroatischen Erstligisten NK Osijek und den rumänischen Champions-League-Qualifikanten FC Timisoara (Frankfurt und Mainz blamieren sich) am späten Samstagabend zumindest ein Erfolgserlebnis feiern.

Zudem stellte Coach Skibbe zuletzt die Rückenverletzung des Brasilianers Chris, der sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann, auf dieser Position vor Probleme.

Laut der "Gazzetta dello Sport" sollen die Frankfurter nun fünf Millionen Euro für David Rozehnal von Lazio Rom geboten haben.

Personalmangel im Angriff

Doch auch im Angriff sind die Hessen viel zu dünn besetzt. Kapitän Ioannis Amanatidis kam bislang wegen Wadenproblemen nicht in Tritt, Martin Fenin laboriert noch an den Folgen einer Leistenoperation.

Bleibt nur Nikos Liberopoulos, der sich im Sturmzentrum allerdings weniger wohl fühlt und lieber aus dem Mittelfeld nach vorne stößt.

Auch Skibbe bevorzugt ein System mit zwei Spitzen, kann aber wegen der Personalprobleme derzeit nur mit einem Stürmer testen.

Kein Geld für weitere Zugänge

Geld für weitere Neuzugänge scheint jedoch kaum vorhanden.

Wegen der sinkenden Einnahmen aus den TV-Einnahmen und über 20 noch nicht verkauften Logen kürzte Vorstandschef Heribert Bruchhagen zuletzt den Etat um rund drei Millionen Euro.

Zudem musste die Eintracht Frankfurt Fußball AG rund vier Millionen Euro an den Mutterverein überweisen.

Einen Kredit, um noch einen neuen Stürmer verpflichten zu können, wird Bruchhagen nicht aufnehmen:

"Was dann - nach mir die Sintflut? Eine Kreditierung, wie sie sich zum Beispiel Schalke 04 oder Borussia Dortmund leisten, wird es mit mir nicht geben."

Ärger um Toskis Zivildienst

Zu allem Überfluss muss Skibbe in der kommenden Woche auch auf den am Sonntag vorzeitig aus dem Trainingscamp abgereisten Faton Toski verzichten.

Der Mittelfeldspieler muss in Frankfurt seinen Zivildienst antreten, nachdem er zuvor mehrere Antritts-Fristen hatte verstreichen lassen.

Nun soll der 22-Jährige beim Roten Kreuz einen einwöchigen Kurs absolvieren.

"Faton Toski muss von Montag bis Freitag einen Zivildienst-Lehrgang absolvieren. Danach kehrt er wieder ins Mannschaftstraining zurück und wird hin und wieder Zivildienststunden ableisten müssen", erklärte Skibbe.

Zahlreiche Disziplinlosigkeiten in der Vorbereitung

Die "Fahnen-Flucht" von Toski war bei weitem nicht die einzige Disziplinlosigkeit der Eintracht-Profis in der Vorbereitung.

Skibbe ging im Trainingslager mehrfach an die Decke, als einige Spieler bei den Einheiten über Tor und Zaun schossen, die Bälle aber im Gebüsch liegen ließen.

"Dann kann ich schon mal eine klare Ansage machen: Der Nächste, der das macht, läuft nach Hause", sagte Skibbe der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

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