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Maik Franz spielte in der Bundesliga bisher für den VfL Wolfsburg und den Karlsruher SC © getty

Trotz Testspielpleiten und Verletzungssorgen blickt Frankfurts Neuzugang Maik Franz zuversichtlich auf die neuen Saison.

Von Martin Hoffmann

München/Frankfurt - Die Vorbereitung bei Eintracht Frankfurt läuft bislang alles andere als optimal.

In den Testspielen kassierten die Hessen einige peinliche Pleiten, hinzu kommt das Verletzungspech. (Frankfurt und Mainz blamieren sich)

Am Sonntag vergrößerte Torhüter Ralf Fährmann das Lazarett, der einen Handbruch erlitt und sechs Wochen ausfallen wird. (Frankfurt im Pech: Fährmann bricht sich die Hand)

Umso mehr Verantwortung kommt auf Maik Franz zu, den neben Pirmin Schwegler prominentesten Neuzugang des Teams von Trainer Michael Skibbe.

Der letztjährige Leitwolf des Karlsruher SC blickt trotz der Rückschläge zuversichtlich auf die neue Saison und will auch bei der Eintracht seinem Raubein-Image treu bleiben.

Im sechsten Teil der Sport1.de-Vorschau-Serie auf die neue Bundesliga-Saison spricht Franz zudem über seine Ziele in Frankfurt und seinVerhältnis zu Kapitän Ioannis Amanatidis.

Sport1.de: Herr Franz, machen Ihnen die schwachen Leistungen in den letzten Testspielen Sorgen?

Maik Franz: Das sollte man nicht überbewerten. Wir haben intensiv trainiert, gute Grundlagen gelegt und der Trainer ist damit auch sehr zufrieden. Die Teams, gegen die wir verloren haben, waren Erstligisten, die in der Vorbereitung auch schon weiter waren als wir. Für die war es der letzte Test vor dem Ligastart, während bei uns die Spritzigkeit und Power eben noch gefehlt hat - aber das ist zu dem Zeitpunkt der Vorbereitung normal. Erst wenn es in zwei Wochen losgeht, können wir wirklich sagen, wo wir stehen. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.

Sport1.de: Und wo sehen Sie sich grad selbst?

Franz: Im Moment sehe ich mich in meinem Zimmer, auf meinem Bett (lacht). Ich fühle mich in diesem Moment kaputt, was nach mehreren Wochen Vorbereitung aber auch so sein sollte. Ich konnte alles mitmachen - was für mich besonders wichtig ist, wenn ich an die Verletzung Anfang des Jahres zurückdenke. Ansonsten fühle ich mich bei der Eintracht sehr wohl, ich wurde gut aufgenommen.

Sport1.de: Sowohl für Sie als auch für Michael Skibbe ist es ein Neubeginn. Wie erleben Sie seine Arbeit?

Franz: Sehr positiv. Er legt sehr viel Wert auf Disziplin auf dem Platz, er hat einen Plan, er führt taktisch neue Sachen ein und fordert ein, dass da jeder mitzieht. Skibbe hat klare Vorstellungen und er zeigt, wo es langgehen soll, auf dem Platz und auch in den Besprechungen.

Sport1.de: Was darf man denn für die kommende Saison von Ihnen und Ihrer Mannschaft erwarten?

Franz: Ich glaube schon, dass wir für die eine oder andere Überraschung gut sind. Mit einem konkreten Saisonziel warten wir noch, bis der Kader komplett ist. Aber ich glaube, dass wir im gesicherten Mittelfeld landen können.

Sport1.de: Haben Sie denn keine Sorge, sich für einen Klub entschieden zu haben, mit dem es wieder gegen den Abstieg geht?

Franz: Nein. Die Mannschaft war im vergangenen Jahr stark genug und ist es in diesem auch. Man muss sich ja nur ansehen, was für ein Verletzungspech die Eintracht in der letzten Saison hatte. Das hat die Elf ganz gut weggesteckt. Dieses Jahr ist durchaus wieder ein Abschneiden wie 2008 möglich, als es für Platz neun gereicht hat. Die Liga ist bis auf die ersten sechs Mannschaften ausgeglichen und wir können da für Furore sorgen.

Sport1.de: Sehen Sie denn den Wechsel nach Frankfurt (Die Vereinsseite) für sich eigentlich als Gelegenheit an, Ihr gewisses Image loszuwerden?

Franz: Also, ich habe mit diesem "gewissen" Image gar kein Problem. Ich bin Verteidiger und so lange es nicht persönlich wird, kann über meine Art zu spielen, jeder sagen, was er möchte. Ich werde mich nicht umstellen. Ich habe in den vergangenen Jahren meine Leistungen gebracht, ich werde das auch dieses Jahr tun und die Hauptsache ist, dass die Verantwortlichen im Verein damit zufrieden sind. Alle anderen sind nicht so wichtig.

Sport1.de: Nun gut, aber Vereinsboss Heribert Bruchhagen hat über Sie gesagt, dass er nur "80 Prozent von Maik Franz" sehen will. Sehen Sie das nicht als Aufforderung, die anderen 20 Prozent abzustellen?

Franz: Herrn Bruchhagen und ich haben kein Problem, wir werden uns ganz entspannt unterhalten. Mit dem Trainer habe ich gesprochen und wir haben sozusagen den Fahrplan festgelegt, wie es mit mir in Frankfurt laufen soll. Ich glaube, am Ende werden die Frankfurter mit mir genauso zufrieden sein wie die Karlsruher.

Sport1.de: Beim KSC waren Sie Kapitän. Streben Sie das in Frankfurt auch an?

Franz: Ich sage dazu grundsätzlich bestimmt nicht nein, aber ich beschäftige mich aktuell damit nicht. Jetzt so etwas zu fordern, das wäre ja absoluter Schwachsinn. Das geht über die Leistung und auch nur, wenn man eine gewisse Zeit im Verein ist. Man muss man sehen, wie sich das entwickelt. Ich habe hier für vier Jahre unterschrieben, was in zwei oder drei Jahren ist, weiß man nicht. Aktuell macht der Ama das jedenfalls super.

Sport1.de: Mit dem angesprochenen Ioannis Amanatidis gab es immer wieder Reibereien, als Sie noch Gegenspieler waren. Unter anderem hat er Mario Gomez rechtgegeben, als der Ihnen ein gewisses Wort mit "A" an den Kopf warf. Haben Sie sich schon ausgesprochen?

Franz: Ja, gleich am ersten Tag. Es war ein super Gespräch und es steht nichts mehr zwischen uns. Im Gegenteil: Er ist genauso heiß auf die neue Saison wie ich und jetzt, wo wir im selben Boot sitzen, werden wir gemeinsam um die Punkte kämpfen.

Sport1.de: Stimmt denn die Geschichte, dass Sie mit Amanatidis ausgemacht haben, für ihn zu kochen, wenn er mehr als zehn Saisontore schießt?

Franz: Eigentlich hat das ein Journalist ausgelöst, der mich gefragt hat, ob ich ihn bekochen würde. Ich habe geantwortet, dass wir darüber reden können, wenn er zehn Tore macht. Und das Angebot hat Ama dann auch dankend angenommen.

Sport1.de: Muss er auch keinen Vorkoster mitbringen?

Franz: Nein, nein, keine Sorge (lacht).

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