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Auf Trainer Louis van Gaal und seine Mannschaft wartet noch viel Arbeit © getty

Der FC Bayern feilt in Donaueschingen an der Abstimmung. Dass auf den Trainer dabei in kurzer Zeit viel Arbeit zukommt, ist klar.

Von Daniel Rathjen

Donaueschingen - Das Golfhotel "Öschberghof" liegt sechs Kilometer vom eigentlichen Ortskern entfernt.

Rundherum nur Grün.

Entertainment-Area, Bibliothek oder DJ-Pult, die es unter Jürgen Klinsmann daheim im Leistungszentrum an der Säbener Straße noch gegeben hatte, suchen die Profis des FC Bayern derzeit vergebens.

Die volle Konzentration gilt im Trainingslager der Vorbereitung auf die neue Saison.

Und dass auf Trainer Louis van Gaal und seine Mannschaft noch einige Arbeit wartet, ist spätestens seit dem mäßigen Abschneiden beim T-Home Cup bekannt. (Noch viel Arbeit für van Gaal)

Gegen den Hamburger SV setzte es eine 0:1-Pleite, von Harmonie im Spiel war beim deutschen Rekordmeister noch nicht viel zu sehen.

Van Gaal verbirgt Enttäuschung nicht

Und van Gaal redete nach dem ersten ernstzunehmenden Test auch offen über seine Enttäuschung.

"Ich hoffe immer, dass wir uns im nächsten Spiel verbessern, aber wir haben uns nicht verbessert", sagte er und wunderte sich: "Es ist schon komisch. Im Training klappt es gut, aber im Spiel noch nicht."

Nerlinger befürchtet holprigen Bundesliga-Start

Erst der 2:1-Sieg im Spiel um Platz drei gegen Schalke 04 besänftigte van Gaal etwas: "Da war es ein bisschen besser. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, danach ging etwas die Konzentration verloren."

Sportdirektor Christian Nerlinger zeigte mit Blick auf die Neustrukturierung im Bayern-Team viel Verständnis für die spielerischen Defizite: "Es kann auch sein, dass wir einen holprigen Bundesliga-Start erleben. Darauf sind wir eingestellt."

Kein Wechsel auf ein 4-3-3

Es ist natürlich noch nicht alles zu spät, doch es wird eng. Denn eines zeichnet sich schon ab: Van Gaals Auffassung von Fußball zu verstehen, ist für die Akteure komplex und braucht Zeit.

Lediglich ein Wechsel auf ein 4-3-3-System schloss der Niederländer wieder kategorisch aus: "Dazu haben wir nicht die Außenspieler."

Er setzt damit auf zwei Angreifer.

Viel Kopfarbeit für Gomez

Eine feste Größe wird - davon ist auzugehen - 30-Millionen-Neuzugang Mario Gomez. Ihm haben die Testspiele nicht die Stimmung verdorben.

Frisch gestylt, smart und leicht gebräunt trat er am Montag vor die Presse. "Es macht mir Spaß beim FC Bayern, wir trainieren sehr intensiv."

Van Gaal fordert insbesondere jetzt hohe Aufmerksamkeit. "Wir machen alles mit dem Ball, seine Übungen verlangen viel Kopfarbeit", erklärt der Ex-Stuttgarter.

Kader noch ein wenig aufgebläht

Gomez wird am Dienstag, beim Test gegen die Stuttgarter Kickers aus der Regionalliga, in der Startformation stehen. In Bayerns aktuell sogenanntem "A-Team", das auch am Samstag gegen den HSV begann.

Er sehe ein, dass es noch an der Abstimmung hapere und der Kader momentan ein wenig aufgebläht sei, doch bis zum Saisonstart seien schließlich "noch ein paar Tage Zeit".

Torwart-Thema endgültig vom Tisch

Dass diese mit intensiver Arbeit gefüllt wird und nicht mit Transferaktivitäten, scheint ebenso garantiert.

Nach dem erfolglosen Werben um Schalkes Manuel Neuer belassen es Bayern im Tor nun bei Jörg Butt und Michael Rensing.

"Das Thema hat sich erledigt. Wir machen doch nicht jede Woche ein neues Fass auf. Es bleibt bei diesem Zweikampf im Tor", stellte Manager Uli Hoeneß in der "tz" klar.

Hoeneß: Kein Problem in der Abwehrzentrale

Eine große Veränderung zeichnet sich indes in der Innenverteidigung ab.

Youngster Holger Badstuber und Daniel van Buyten haben momentan beste Karten. "Louis van Gaal ist sehr zufrieden mit der Entwicklung von Badstuber und van Buyten", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der "Bild".

Ein Problem im zentralen Abwehrbereich sieht Hoeneß nicht. Ganz im Gegenteil: "Die Qualität ist da total vorhanden. Louis van Gaal ist mit den Spielern auf dieser Position zufrieden."

Kein Ersatz für Lucio

Und deshalb wird auch kein Ersatz für Lucio gekauft. Hoeneß: "Wir haben keinen Innenverteidiger hergegeben, um dann einen neuen zu kaufen. In der Innenverteidigung wird nichts mehr gemacht."

Auf der rechten Abwehrseite schaut sich der FC Bayern jedoch weiter um 130967(DIASHOW) .

Timoschtschuk fällt ganze Woche aus

Van Buyten muss derzeit verletzt passen, ebenso wie die angeschlagenen Stürmer Miro Klose und Luca Toni. Alle drei sollen im Laufe der Woche wieder voll ins Training einsteigen.

Anatolij Timoschtschuk fällt dagegen die ganze Woche aus, der Ukrainer erlitt einen Pferdekuss am linken Oberschenkel, bleibt aber in Donaueschingen.

Bereits wieder abgereist ist Amateurspieler Diego Contento, der sich am Sprunggelenk verletzte.

Ribery voll belastbar

Voll belastbar ist hingegen Franck Ribery. Der Franzose hat seine Blessuren auskuriert. Und die Entscheidung, dass er trotz Abwanderungsgedanken in diesem Jahr nicht zu Real Madrid wechselt, scheint festzustehen. (Real will keinen Streit)

Ribery muss bleiben, die Mitspieler sind froh. "Wir freuen uns, dass er wieder dabei ist und uns mit seiner Kreativität helfen kann", urteilt Gomez. 115098(DIASHOW: Die Neuzugänge der Bayern)

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