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Köln liebt ihn, und er liebt Köln: Fraglich ist nur, wann Ümit Özat für den FC wieder spielen kann © getty

Die Spielzeit für Ümit Özat dürfte beendet sein: Kölns kollabierter Kapitän leidet wohl an einer Herzmuskelentzündung.

Köln - Das Fußballjahr ist für Ümit Özat beendet. Der Kapitän des 1. FC Köln, der beim Spiel in Karlsruhe kollabierte und wiederbelebt werden musste, leidet offenbar an einer Herzmuskelentzündung.

Allerdings: Die Diagnose, die bei Untersuchungen in der Medizinischen Hochschule Hannover gestellt wurde, wurde auf Özats Wunsch vom Verein weder bestätigt noch dementiert.

Wahrscheinliche Konsequenz jedoch: Der 31-Jährige dürfte drei bis sechs Monate ausfallen. Verwirrend ist derweil die Bewertung von Aussagen des Betroffenen.

Ümit sagte zwar auf der FC-Homepage: "Ich freue mich darauf, bald wieder in Köln zu sein und für den FC zu spielen." Doch kürzlich hatte der türkische Nationalspieler angekündigt: "Wenn es etwas am Herzen ist, höre ich auf."

Wenngleich eine Herzmuskelentzündung heilbar ist und Kölns Manager Michael Meier im "DSF-Doppelpass? Optimismus verbreitete ("Er wird wieder spielen können."): Mit dem Augsburger Marco Küntzel, der ab März 2002 bis zum Saisonende wegen der gleichen Diagnose ausfiel, und Ex-Profi Andreas Fischer (vor seiner Profilaufbahn 1986/'87 wegen einer Herzbeutelentzündung drei Monate Fußballverbot) gibt es nur zwei Akteure, die ihre Karriere fortsetzten.

Meier weiter: "Wir haben die Tragweite der Verletzung nie heruntergespielt. Das Schlimmste ist verhindert worden." Wann (und ob) Özat allerdings wieder spielen wird, "dazu können wir Mitte der Woche mehr sagen".

Dann will sich Özat in einer Pressekonferenz erklären und die Medizinische Hochschule wieder verlassen. Immerhin: Gegenüber dem Kölner "Express" hatte bereits Professor Wilfried Kindermann dem Abwehrmann Hoffnung gemacht: "Wenn alles günstig verläuft, kann er durchaus wieder Fußball spielen", sagte der frühere Teamarzt der Nationalmannschaft, der zuletzt leitender Mannschaftsarzt der deutschen Olympioniken in Peking war.

Entscheidend: Absolute Ruhe

"Dafür muss der Spieler allerdings eine lange Zeit pausieren. Zwei Monate mindestens, drei Monate bestimmt. Entscheidend ist jetzt absolute Ruhe und körperliche Schonung."

In jedem Fall muss Kölns Trainer Christoph Daum vorerst ohne Özat planen. In Karlsruhe übernahm Kevin McKenna dessen Job auf der rechten Seite und erledigte ihn ordentlich. Allerdings hat der Kanadier seine Stärken eher im Abwehrzentrum. Im nächsten Match am Samstag gegen die Bayern mit deren kleinen und flinken Akteuren Philipp Lahm und eventuell Franck Ribery gäbe es ungünstige Duelle.

Macht's nun Matip?

McKenna (1,90 Meter) wäre daher nicht die ideale Variante. Besser passen könnte die mit Marvin Matip, der derzeit im defensiven Mittelfeld gesetzt ist. Der 22-Jährige könnte wie in der Zweiten Liga links verteidigen, der zuletzt links hinten nominierte Miso Brecko würde dann nach rechts rücken. Für Matips Part im Doppelsechser wiederum hätte Daum den defensiven Kevin Pezzoni (19) und den spielstarken Thomas Broich (27) zur Verfügung. Gegen die Bayern noch gesperrt ist Pierre Wome.

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