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Mario Gomez ist mit 30 Millionen Euro der teuerste Bundesligatransfer der Geschichte © getty

Mario Gomez beginnt beim FC Bayern einen neuen Abschnitt. Der Stürmer schwärmt von Ribery und versteht sich sogar mit Luca Toni.

Aus Donaueschingen berichtet Daniel Rathjen

Donaueschingen - Er wirkt, als könne niemand ihm auch nur irgendwas anhaben.

Coolness, Lässigkeit und manchmal ein Schuss Überheblichkeit - das gehört zum neuen Mario Gomez beim FC Bayern.

Die Haare sind noch ein Stück länger, die Haut ist ein wenig gebräunter, das Kreuz scheint ein bisschen breiter im Vergleich zur vergangenen Saison.

Mit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart, den sich die Münchner satte 30 Millionen Euro haben kosten lassen, vollzieht auch der Angreifer eine Wandlung.

"Sportlich der nächste Schritt"

Der 24-Jährige beschreibt es mit eigenen Worten, als er vor der Presse im Trainingslager in Donaueschingen spricht.

"Ich habe in Stuttgart eine schöne Zeit gehabt und dort viele Freunde gefunden, sportlich ist das jetzt der nächste Schritt."

Das Einzige, was er wirklich aus Stuttgart mitnahm, war seine Rückennummer 33, die er bei seinem Wechsel vom Jugend- in den Profibereich bekam, weil seine Lieblingsnummer, die 9, nicht mehr frei war.

Im Testspiel beim Süd-Regionalligisten Stuttgarter Kickers (ab 18.15 Uhr LIVE) wird der Stürmer voraussichtlich neben Debütant Ivica Olic von Beginn an auflaufen.

Viele Emotionen verbindet Gomez mit der Rückkehr in die alte sportliche Heimat aber nicht.

"Ich will keine Vergleiche ziehen, für mich hat etwas Neues begonnen, ich schaue nach vorne."

Jeden Tag Weißwürste?

Auch wenn er zugibt, dass ihm die schwäbischen Spezialitäten Maultaschen und Spätzle noch sehr gut schmecken, würde er wohl auch jeden Tag Weißwurst essen, wenn Bayerns Coach Louis van Gaal es verlangen würde.

Der Stürmer stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft und versucht, Spannungen zu vermeiden.

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"Es ist nicht so schwer, dass es einem hier gefällt. Die Mannschaft ist gut", sagt er sachlich. 130967(DIASHOW)

"Wir sind 27 Spieler, die spielen wollen. Jeder gibt sein Bestes - und dann gucken wir mal", fügt er im Hinblick auf den enormen Druck durch den Kampf um die Plätze in der Startelf an.

Selten blitzt durch, was Gomez wirklich denkt. Doch als die Frage kommt, ob er sich auch mit Luca Toni, seinem ärgsten Konkurrenten, verstehe, wird er etwas lauter. 115098(DIASHOW: Die Neuzugänge der Bayern)

Gutes Verhältnis zu Toni

"Es wird immer davon gesprochen, dass wir gegeneinander sind. Auch wir Stürmer haben gemeinsame Ziele. Wenn jeder sein eigenes Ding macht, werden wir nicht erfolgreich sein", erklärt er.

Und weiter: "Die Presse hätte es wohl gerne, wenn wir uns bekriegen und bekämpfen. Aber wir verstehen uns sehr gut."

Das Training unter van Gaal ist für Gomez derweil eine neue Erfahrung. (Van Gaal läuft die Zeit davon)

Der Coach fordere die mentale Leistungsfähigkeit sehr, sagte Gomez: "Das heißt: Nicht nur 20 Kilometer laufen und den Kopf ausschalten, sondern die Konzentration muss immer sehr hoch sein. Das ist auch anstrengend."

Angesprochen auf Meistercoach und Neu-Schalker Felix Magath, der besonderen Wert auf die Fitness seiner Spieler legt, meinte Gomez: "Es ist wichtig, die beste Mannschaft zu sein, nicht die fitteste."

Vorfreude auf Ribery

Mit dem zuletzt anhaltenden Wechsel-Theater um Franck Ribery geht er gelassen um und freut sich auf das Zusammenspiel mit dem Franzosen. (Real will keinen Streit)

"Franck ist nicht nur ein Klassespieler. Er ist ein Weltklassespieler. Von dieser Kategorie gibt es auf der Welt nicht viele", so Gomez. "Seine dynamische Spielweise tut jedem Spieler gut."

Das wochenlange Buhlen von Real Madrid um den Mittelfeldspieler sei nachvollziehbar. "Es ist ganz normal, dass ein Spieler wie Franck gefragt ist", meint der Stürmer.

Manager Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatten zuletzt gedroht, die ?Königlichen? anzuzeigen, sollten diese das Werben um Ribery nicht einstellen.

Der 26-Jährige trainierte nach einer Schleimbeutelentzündung im Knie am Montagabend erneut nicht mit der Mannschaft, sondern absolvierte wie die weiteren Verletzten eine individuelle Einheit.

Klose und Timoschtschuk fehlen

Dafür nahm vor 5.000 Zuschauern (zum Artikel: FC Wahnsinn in Donaueschingen ) Innenverteidiger Daniel van Buyten nach seiner Kapselverletzung im Knie wieder am Mannschaftstraining teil.

Es fehlten weiterhin die angeschlagenen Miroslav Klose (Sprunggelenk), Anatolij Timoschtschuk (Pferdekuss) und Luca Toni, der nach seinem Urlaub nach dem Confed Cup erst am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen war und über leichte Beschwerden an der Achillessehne klagte. (Noch viel Arbeit für van Gaal)

Alle Angeschlagenen werden nicht am Testspiel beim Stuttgarter Kickers am Dienstag teilnehmen.

Diego Contento ist bereits wieder nach München gereist. Der Amateurspieler hatte sich im letzten Test bei Schalke 04 (2:1) eine Sprunggelenksverletzung zugezogen.

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