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Zvonimir soldo (m.) spielte von 1996 bis 2006 für den VfB Stuttgart © imago

Teil 6 der Sport1.de-Interviewserie zur Bundesliga: Zvonimir Soldo, Coach des 1. FC Köln, spricht über seine Aufgabe und die Neuen.

Von Manuel Krons

München - Der 1. FC Köln (Vereinsseite) steht vor der zweiten Bundesliga-Saison seit dem Aufstieg. Völlig überraschend verließ Christoph Daum die "Geißböcke" in Richtung Fenerbahce Istanbul.

Der FC verpflichtete als Nachfolger mit dem 41-jährigen Zvonimir Soldo einen relativ unerfahrenen Trainer, der aber gewillt ist, seine eigene Philosophie durchzudrücken und seinen Vorgänger keinesfalls kopieren will.

Neben Lukas Podolski, der vom FC Bayern zurück nach Köln kam, haben die FC-Verantwortlichen Maniche (Wechsel perfekt) und Christopher Schorch (Spielerportrait) verpflichtet.

Im sechsten Teil der Sport1.de-Interview-Serie spricht Soldo über die Neuzugänge und er verrät, welchen Spielern er eine Führungsrolle zutraut.

Sport1.de: Herr Soldo, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Verpflichtung von Maniche.

Zvonimir Soldo: Danke schön.

Sport1.de: Freuen Sie sich über den Neuzugang?

Soldo: Ja, natürlich. Wir haben schon einige Zeit Kontakt mit dem Spieler gehabt. Ich bin froh, dass wir ihn überzeugen konnten und er jetzt bei uns ist.

Sport1.de: Wann wird Maniche ins Mannschaftstraining einsteigen?

Soldo: Er ist schon am Montag angereist und hat ein Sondertrainings-Programm bekommen.

Sport1.de: Welche Rolle soll er im Team einnehmen?

Soldo: Aufgrund seiner Erfahrung ist er natürlich ein Führungsspieler. Wir haben ihn aber auch verpflichtet, weil ich mit zwei Sechsern spielen will ? und er jemand ist, der auf dieser Position auch offensive Akzente setzen kann. Das hat er auch bei Atletico Madrid gezeigt.

Sport1.de: Kann ein Mann wie Maniche dafür sorgen, dass sich beim FC nicht mehr alles nur auf Lukas Podolski konzentriert?

Soldo: Ich glaube, ja. Ich habe schon häufiger gesagt, Lukas ist bei uns zwar auch ein Führungsspieler, aber die Erwartungen sind sehr hoch. Er muss Geduld haben und darf sich nicht verrückt machen. Es wird nicht einfach für ihn werden, ihm fehlt noch Spielpraxis und die kommt nicht über Nacht.

Sport1.de: Wer sind denn aus Ihrer Sicht die Führungsspieler im Team - neben Maniche, Podolski und Kapitän Novakovic?

Soldo: Petit zählt dazu und auch Mondi (Faryd Mondragon, Anm. d. Red.). Von diesen Spielern erwarte ich, dass Sie Verantwortung übernehmen und die Richtung vorgeben.

Sport1.de: Sie persönlich sind in die großen Fußstapfen von Christoph Daum getreten ? spüren Sie daher einen besonderen Druck.

Soldo: Christoph Daum ist mein Kollege und ich will mich nicht mit ihm vergleichen. Ich bin am Anfang meiner Karriere und er hat viel mehr Erfahrung als Trainer. Aber ich habe auch meine Philosophie und die werde ich versuchen durchzusetzen.

Sport1.de: Neben Maniche haben sie Christopher Schorch von Real Madrid verpflichtet ? was erwarten sie von ihm?

Soldo: Er ist ein Perspektiv-Spieler. Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen. Er wird aber wahrscheinlich heute anreisen und das Training aufnehmen.

Sport1.de: Am Freitag steht ihr Heim-Testspiel gegen den FC Bayern München vor ausverkauftem Haus an. Nur ein ganz normaler Form-Check?

Soldo: Ergebnisse in Testspielen sind normalerweise nicht so wichtig. Aber gegen Bayern ist jedes Spiel etwas Besonderes. Doch ich sehe das Spiel vor allem als das, was es ist: ein guter Test für uns.

Sport1.de: Werden Maniche und Schorch gegen die Bayern schon im Kader stehen?

Soldo: Das ist schwierig. Ich denke, es kommt für beide noch etwas zu früh.

Sport1.de: Sie haben gesagt, ihre Spieler könnten abends ruhig ein, zwei Bierchen trinken. Sind sie kein besonders strenger Trainer?

Soldo: Ich habe das schon oft gesagt: Ich verlange von meinen Spieler eine professionelle Einstellung. Und wir treffen uns hier jeden Abend um halb zehn, das ist ein Pflichttermin. Wir unterhalten uns und wenn jemand ein Glas Wein oder ein Bier trinkt, dann habe ich nichts dagegen. Wir trainieren hart und diese Treffen tragen zum Teambuilding bei.

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