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Robert Enke spielt seit 2004 für Hannover 96. Sein Vertrag läuft nach der Saison aus © getty

In Teil 8 der Sport1.de-Interviewserie spricht Hannovers Keeper Robert Enke über die neue Saison, seine Zukunft und die WM 2010.

Von Thorsten Mesch

München - In der letzten Saison stellte Hannover 96 mit 69 Gegentoren die Schießbude der Bundesliga.

Mittendrin: Nationaltorwart Robert Enke, der sich das etwas anders vorgestellt hatte.

Nun hofft der Kapitän mit den Niedersachsen in dieser Spielzeit auf Besserung - sonst könnte es sein letztes Jahr in Hannover sein.

Im achten Teil der Sport1.de-Interview-Vorschauserie auf die neue Bundesliga-Saison spricht der 31-Jährige über seine Ziele mit 96 und DFB-Auswahl, seine Zukunft, den gescheiterten Wechsel zum FC Bayern und die WM 2010.

( Hier gehts zum zweiten Teil des Interviews mit Robert Enke)

Sport1.de: Herr Enke, Ihr Vertrag läuft nach der kommenden Saison aus. Sie wollen sich erst im Frühjahr entscheiden, wie es weitergeht. Haben Sie keine Angst, dass dieser späte Termin zu anhaltenden Spekulationen führen könnte?

Robert Enke: Es wird da kein Theater geben. Das gab es bei mir noch nie. Hannover war immer mein erster Ansprechpartner und das wird diesmal auch so sein. Ich habe ja auch nur gesagt, dass es sinnvoll wäre, wenn man spätestens im März oder April weiß, wohin die Reise geht. Es wäre nur nicht gut, wenn man zur WM fahren würde und dann noch ohne Verein wären. Das kann aber auch schon früher der Fall sein. Jetzt ist aber nicht der Zeitpunkt, um irgendwelche Entscheidungen zu fällen.

Sport1.de: Welche Perspektive müsste Hannover bieten, dass Sie dort vielleicht noch länger bleiben?

Enke: Wenn ein neuer Vertrag ansteht muss immer das Gesamtpaket stimmen - sportlich, finanziell und privat. Zwischen der Stadt Hannover, dem Verein 96, mir und meiner Familie ist einiges zusammengewachsen. Und das wirft man nicht so einfach weg. Aber es kann schon sein, dass ich nach der WM etwas Neues machen möchte. Es hängt auch damit zusammen, wie Martin Kind mit seinem Vorschlag 50+1 vorankommt. Ich hoffe, dass die anderen Bundesliga-Vertreter ihm zustimmen. Dadurch hätte Hannover 96 bessere Möglichkeiten.

Sport1.de: Das hört sich so an, als ob Sie schon gerne bleiben würden.

Enke: Da ist wirklich noch alles offen. Die Chancen stehen 50 zu 50.

Sport1.de: Bei größeren Vereinen laufen nach der neuen Saison die Verträge der Torhüter aus. Zum Beispiel bei Rost und Lehmann...

Enke: Das ist so. Da muss man auch nicht drumherum reden. Da kann das Karussell schon in Schwung kommen. Aber vielleicht sitze ich dann ja schon gar nicht mehr drauf, weil bereits eine Entscheidung gefallen ist.

Sport1.de: Es gab ja auch Spekulationen über einen Wechsel zum FC Bayern. Sind Sie ein bisschen traurig, dass es nicht geklappt hat?

Enke: Nein, überhaupt nicht. Wenn die meisten Leute im Klub andere Vorstellungen haben, dann ist das eben so. Die Bayern wollen nach der Erfahrung der letzten Saison wahrscheinlich wieder einen Torhüter verpflichten, der die nächsten acht oder neun Jahre im Tor steht. Das muss man akzeptieren.

Sport1.de: Könnte auch ausschlaggebend gewesen sein, dass Sie unter Louis van Gaal schon beim FC Barcelona nicht die erste Wahl waren?

Enke: Das glaube ich nicht. Ich denke, dass diese Entscheidung schon vorher gefallen war.

Sport1.de: Zur Nationalmannschaft: Wie beurteilen Sie die Situation in der WM-Qualifikation?

Enke: Man könnte glauben, dass alles auf das entscheidende Spiel in Moskau hinausläuft. Vorher müssen aber sowohl wir als auch Russland die anderen Aufgaben lösen. Das wird schwer genug. Das Ziel ist aber natürlich, uns direkt zu qualifizieren und ich bin guter Dinge, dass es auch klappt.

Sport1.de: Fahren Sie dann als Nummer 1 zur WM?

Enke: Es ist offen kommuniziert worden, dass vier Torhüter für die WM in Frage kommen. Im letzten Jahr wurde ich immer nominiert, wenn ich fit war, und habe dann auch immer gespielt. Das ist das entscheidende für mich. Mehr Wertschätzung kann ich nicht bekommen. Ich denke, dass meine Ausgangsposition gut ist. Deshalb bin ich guter Dinge, aber auch sehr wachsam.

Hier gehts zum zweiten Teil des Interviews mit Robert Enke

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