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Robert Enke feierte sein Bundesliga-Debüt für Borussia Mönchengladbach © getty

Die Sport1.de-Interviewserie zur Bundesliga-Saison: Im zweiten Teil spricht Hannovers Kapitän Robert Enke über die Ziele mit 96.

Von Thorsten Mesch

Sport1.de: Wie verlief die Vorbereitung bislang?

Robert Enke: Ich bin erst eine Woche später eingestiegen, weil ich mit der Nationalelf unterwegs war. Dann gab es zunächst das Übliche, wie zum Beispiel Medizinchecks. Jetzt hatten wir im Trainingslager zehn Tage lang gute Bedingungen. Die Mischung aus guter Stimmung, Lockerheit und konzentriertem Arbeiten war gut.

Sport1.de: Wie ist die personelle Situation?

Enke: Mit Leon Andreasen und Jan Schlaudraff, der zwei Leisten-OP hinter sich bringen musste, haben wir leider zwei Verletzte. Trotzdem können wir mit den Testspielen gegen Köln und Wigan sehr zufrieden sein. Jetzt wollen wir auch noch die restlichen Spiele, wie das gegen Arsenal, gut nutzen, um dann topvorbereitet in die Saison zu gehen.

Sport1.de: In der vergangenen Saison war vor allem die Defensive das Problem. Was macht Sie sicher, dass es diesmal besser wird?

Enke: Wir haben viel zu viele Gegentore bekommen und sind uns alle einig, dass wir diese Sache nun als erstes angehen müssen. Im Training und im Test gegen Köln sah das schon ganz gut aus. Wir sind sehr darauf bedacht, besser zu stehen und zu verteidigen. Die ganze Mannschaft muss ein besseres Defensiv-Verhalten an den Tag legen. Das werden wir schaffen und deshalb werden wir auch weniger Gegentore bekommen als im letzten Jahr.

Sport1.de: Viele Neuzugänge, wie zum Beispiel Jan Schlaudraff und Mikael Forssell, haben Ihr Potenziel im Vorjahr nicht abrufen konnten. Woran lag das?

Enke: Insgeheim hat man sich schon etwas mehr von den Neuzugängen erhofft. Man darf ihnen aber nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Wenn sie in eine Mannschaft gekommen wären, in der alles gut funktioniert hätte, dann hätte es auch bei ihnen geklappt.

Sport1.de: Was waren dann die Hauptgründe für die enttäuschende Saison?

Enke: Ein Problem war natürlich, dass gerade auch Leistungsträger lange verletzt ausgefallen sind. In der Viererkette und bei den beiden Sechsern konnten wir eigentlich nie die gleiche Formation aufbieten. Zudem war es auch so, dass die Erwartungshaltung an die Neuen aufgrund der recht hohen Ablösesummen enorm war.

Sport1.de: Und dieses Jahr?

Enke: In diesem Jahr sind die Erwartungen viel niedriger. Ich finde diese Konstellation nicht schlecht. Wir haben auch alle gelernt, dass wir uns jetzt mit Aussagen zu den Saisonzielen zurückhalten sollten.

Sport1.de: Zumal Sie auch Abgänge verkraften müssen. Wie sehen Sie da die Situation?

Enke: Tarnat war ein sehr wichtiger Spieler. Da müssen jetzt eben andere in diese Rolle schlüpfen. Fahrenhorst hatte nicht mehr so viel gespielt und Yankov war lange verletzt und versucht es nun in der Zweiten Liga. Ich denke aber, dass wir mit Haggui auf der Innenverteidigerposition sehr gut besetzt sind. Auch auf der linken Seite sind wir mit Djakpa und Rausch gut besetzt. Außerdem kommen Spieler, die lange ausgefallen sind, wieder zurück, beispielsweise Cherundolo.

Sport1.de: Werden die Bayern Deutscher Meister?

Enke: Wer Meister werden will, muss stärker als die Bayern sein. Ich glaube, dass der FCB Meister wird.

Hier gehts zurück zum ersten Teil des Interviews mit Robert Enke

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