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Luca Toni wechselt 2007 vom AC Florenz zum FC Bayern © getty

Nur Luca Toni und Ribery fehlen beim Mittwochstraining. Ein Zeichen? Badstuber darf nicht zur WM und Srna kommt definitiv nicht.

Aus Donaueschingen berichtet Daniel Rathjen

Donaueschingen - Die gute Nachricht: Sie sind noch da!

Bei ihrer Laufrunde durch die Golfanlage ließen sich die verletzten Franck Ribery (Knieprobleme) und Luca Toni (Beschwerden an der Achillessehne) am Mittwoch kurz blicken.

Mit Fitnesscoach Thomas Wilhelmi drehten sie einsam ihre Kreise.

Individual- statt Mannschaftstraining: Ein Zeichen für einen bevorstehenden Abschied?

Parallel scheuchte Trainer Louis van Gaal den restlichen Kader auf dem Fußballplatz umher.

Kurzer Rückblick dann geht's weiter

Am Fuße des Öschbergs, wo die Stadt Donaueschingen den Rasen auch gerade für den FC Bayern bauen ließ, ging es schwerpunktmäßig um Kurzpässe.

Nach einer viertelstündigen Ansprache, in der der Coach noch mal auf das 10:0 im Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers zurückblickte (zum Artikel: Olic und Gomez zaubern), ging es dann zur Sache.

Auch die zuletzt angeschlagenen Anatolij Timoschtschuk, Miroslav Klose und Edson Braafheid waren dabei.

Sogar Manager Uli Hoeneß stattete den Profis einen Besuch ab, wollte sich aber zu aktuell heißen Themen auf eigenen Wunsch nicht äußern.

Was passiert mit Luca Toni?

Womöglich hatte er Respekt davor, sich zu verbrennen. Denn beim deutschen Rekordmeister gibt es einige Themen, die auch ihn direkt betreffen.

Die Personalie Toni beispielsweise. Van Gaal plant offensichtlich nicht mehr mit dem Italiener.

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Der 31-Jährige ist angesichts der Fülle im Angriff überflüssig und zudem angeschlagen.

"Er ist ein bisschen verletzt. Ich weiß nicht, wann seine Schmerzen aufhören", so van Gaal.

Interesse von Tottenham

Medien berichten, dass die Tottenham Hotspur an Toni interessiert sein könnten, wenn Jan-Klaas Huntelaar zum VfB Stuttgart wechselt.

Bei Ribery, der eigentlich als Spielgestalter hinter den Spitzen eingeplant ist (zum Artikel: Van Gaals Suche nach dem "Zehner"), ist unklar, wie lange er tatsächlich noch braucht, um richtig fit zu werden oder ob er nicht doch hinter den Kulissen noch auf einen Wechsel zu Real Madrid drängt - trotz des Machtwortes der Bayern.

Zoff droht den Münchnern auch bei Holger Badstuber mit dem DFB. Grund ist die U-20-WM vom 25. September bis 16. Oktober in Ägypten.

DFB-Trainer Horst Hrubesch hat den Youngster für dieses Turnier fest eingeplant, doch Bayern will, dass der Abwehrrecke in der Bundesliga und Champions League spielt.

Zum einen, weil er im Trainingslager überzeugt und zum anderen, weil mit Lucio ein Innenverteidiger ging.

Für Badstuber hat der Verein vorrang

"Es ist nicht angedacht, Badstuber für die WM freizugeben", sagte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger zur "tz". "Er soll sich auf den Verein konzentrieren."

Auch Badstuber selbst würde lieber für Bayern als für Deutschland kicken.

"Es wäre ein schönes Erlebnis, die WM zu spielen, aber ich würde für den FC Bayern auf die WM verzichten, denn der Verein hat Vorrang", sagt er. "Ich will mir hier einen Platz erkämpfen."

Hrubesch allerdings geht davon aus, dass die Bayern Badstuber freigeben. "Man sollte sich das genau überlegen, ob man so einem Jungen die U-20-WM, also den Traum von einer Weltmeisterschaft, nehmen darf", sagte er zu Sport1.de(zum Artikel: Badstuber - vom Fan zum Stammspieler).

Wenn überhaupt, dann kommt ein Verteidiger

Offen bleibt auch die Frage nach weiteren Neuzugängen.

Van Gaal machte bereits deutlich, dass er gerne noch einen starken Außenverteidiger hätte, doch Hoeneß macht ihm wenig Hoffnung.

"Wahrscheinlich machen wir gar nichts mehr. Wenn überhaupt dann hinten rechts. Aber momentan wüssten wir nicht, wen wir holen sollten", sagte er der "Bild".

Nerlinger ergänzt: "Wir haben keinen Druck. Grundsätzlich haben wir auch gute Nachwuchsspieler, auf die wir immer ein Auge haben."

Transfer von Srna wird nicht zustande kommen

Fest steht: Nachdem der Wechsel von Jose Bosingwa (FC Chelsea) geplatzt ist, wird auch Darijo Srna (Schachtjor Donezk) nicht kommen.

Im Mai schreckte die Bayern-Bosse noch die geforderte Ablöse von rund 17 Millionen Euro für den kroatischen Nationalspieler ab.

Doch durch den Lucio-Transfer (für acht Millionen Euro zu Inter Mailand) wäre neuer finanzieller Spielraum da.

Doch Nerlinger blies den möglichen Transfer endgültig ab: "Einen Transfer von Srna kann ich ausschließen."

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