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Tim Borowski wechselte 2008 ablösefrei von Werder Bremen zum FC Bayern © getty

Tim Borowski kehrt nach nur einem Jahr beim FC Bayern wieder zurück zu Werder Bremen. Streit gibt es derweil hinter den Kulissen.

Von Daniel Rathjen und Jessica Pulter

München/Donaueschingen - Werder Bremen hat Tim Borowski von Bayern München zurückgeholt und damit einen wichtigen Eckpfeiler für die neue Saison gesetzt.

Zudem soll Trainer Thomas Schaaf in Kürze verlängern und auch bei Claudio Pizarro hofft man auf eine Einigung mit dem FC Chelsea.

Unstimmigkeiten gibt es derweil zwischen Aufsichtsratschef Willi Lemke und Ex-Boss Jürgen Born und auch Neuzugang Marko Marin hat Ärger mit seinem Ex-Klub.

Dreijahresvertrag bei Werder

Die wochenlange Hängepartie um Borowski war am Dienstagabend beendet, als sich Bayern-Manager Uli Hoeneß und Werder-Sportdirektor Klaus Allofs endlich einigen konnten.

Die Bremer zahlen eine Ablöse für den Mittelfeldspieler, über deren Höhe zunächst nichts bekannt wurde. Sie dürfte zwischen von der "Bild"-Zeitung kolportierten 750.000 und den 1,5 Millionen Euro liegen, die der damals ablösefreie Borowski im Vorjahr von den Bayern als Handgeld einstrich.

Bei den Grün-Weißen erhält der 29-Jährige einen Dreijahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr.

"Ein kurioses Jahr bei Bayern"

Borowski war erst vor einem Jahr nach insgesamt zwölf Jahren bei Werder nach München gewechselt, stand dort aber trotz Vertrags bis 2011 unter dem neuen Coach Louis van Gaal auf dem Abstellgleis.

"Ich hatte ein kurioses Jahr bei den Bayern, möchte diese tolle Erfahrung aber nicht missen. Jetzt freue ich mich auf Werder und will dort gleich voll durchstarten", erklärte der 29-Jährige.

Auch die Hanseaten freuen sich. "Wir bekommen mit Tim einen erfahrenen Spieler, der hervorragend in unsere junge Mannschaft passt. Wir wissen, was wir an ihm haben, er hat das bei Werder über lange Jahre gezeigt", erklärte Allofs.

Schaaf soll verlängern

Nun will der Sportchef auch bei Schaaf bald Nägel mit Köpfen machen. Laut "Sport-Bild" soll der bis 2010 laufende Kontrakt mit dem 48-Jährigen noch vor Saisonbeginn vorzeitig bis 2012 verlängert werden.

"Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich von seiner Arbeit total überzeugt bin", sagte Allofs. "Deshalb hat es oberste Priorität, dass man versucht, auch in Zukunft miteinander zu arbeiten."

Kritik am Marin-Transfer

Damit hätte auch Marko Marin Klarheit, nachdem er bei Borussia Mönchengladbach zuletzt in Michael Frontzeck den dritten Trainer binnen einen Jahres erlebt hatte.

Die "Fohlen" sind offenbar noch immer sauer über den Abgang ihres Shootingstars. "Marko hat uns gar nicht die Chance gegeben, sich zusammenzusetzen - obwohl das so besprochen war", hatte Vize-Präsident Rainer Bonhof erklärt.

"Das war nicht korrekt. Ihm war im Vorfeld lange klar, was er möchte und wo er hin will."

Nationalspieler trägt nichts nach

Marin reagierte im Gespräch mit Sport1.de gelassen auf die Vorwürfe. "Ich hatte eine tolle Zeit in Gladbach und will mir das im Nachhinein nicht kaputt machen", sagte der Nationalspieler.

"Ich will weiter in der Nationalelf spielen. Deshalb habe ich mich für Bremen entschieden.?

Nächste Runde zwischen Lemke und Born

Während es sportlich auch mit dem Gewinn des Supercups gut bei Werder läuft, kocht hinter den Kulissen der Streit zwischen Aufsichtsratsboss Willi Lemke und dem ehemaligen Vorsitzenden Jürgen L. Born weiter.

Dabei geht es um die von Lemke im Frühjahr forcierte vorzeitige Trennung von Born, nachdem dieser in den Verdacht geraten war, beim Transfer des Peruaners Roberto Silva 2001 mitverdient zu haben.

Nun soll ein von Lemke in Auftrag gegebener Untersuchungsbericht eines Wirtschaftsprüfers Born vom Verdacht der Unterschlagung entlasten. Er ist aber noch nicht veröffentlicht worden.

"Wie ein Staatsanwalt und Inquisitor"

Die Vorwürfe sind anscheinend nicht länger aufrecht zu erhalten. Daher sagte Aufsichtsratsmitglied Hans Schulz der "Welt": "Es ist eine Farce, was da ablief. Lemke hat wie ein Staatsanwalt und Inquisitor gehandelt und Born ohne Beweise vorverurteilt. Das war eine Unverschämtheit."

Schulz fordert daher vehement die Offenlegung des Berichts und eine Entschuldigung von Lemke.

Seine Aufsichtsratskollegen stehen allerdings hinter ihrem Vorsitzenden. "Wir haben bisher unter dem Vorsitz von Willi Lemke hervorragend und vertrauensvoll zusammengearbeitet", meinte Hubertus Hess. "Das werden wir so auch in Zukunft tun."

Den Bruch zwischen Born und Lemke wird das aber nicht mehr kitten.

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