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Klaas-Jan Huntelaar traf in 20 Ligaspielen für Real Madrid acht Mal © imago

Der fast perfekte Wechsel des niederländischen Nationalstürmers von Real Madrid zu den Schwaben ist doch noch geplatzt.

Von Martin van de Flierdt

München - Der Wechsel von Klaas-Jan Huntelaar vom spanischen Rekordmeister Real Madrid zum VfB Stuttgart ist geplatzt.

"Wir wollten Klaas-Jan Huntelaar verpflichten, weil er mit seiner Spielweise sehr gut in unsere Mannschaft gepasst hätte", sagte VfB-Manager Horst Heldt am Donnerstagmorgen. "Aber wir sind nicht bereit, uns hinhalten zu lassen."

Der niederländische Nationalstürmer, Wunschkandidat von Trainer Markus Babbel für die Nachfolge von Mario Gomez, habe die vereinbarte Frist für eine Entscheidung nicht eingehalten, weil er sich mit Real Madrid nicht auf eine Vertragsauflösung habe einigen können.

Damit reagierte der VfB auf den plötzlichen Meinungswechsel Huntelaars, der noch am Montag den Stuttgartern seine prinzipielle Zusage gegeben hatte.

Vermeldete die spanische Sporttageszeitung "Marca" am Mittwochnachmittag noch, der Transfer sei perfekt, so drehte sich am Abend der Wind offenbar um 180 Grad. Das Konkurrenzblatt "As", ebenfalls Real Madrid sehr nahestehend, berichtete, Huntelaar habe sich nun doch und endgültig gegen Stuttgart entschieden.

Und das, obwohl sich Real und VfB auf eine Ablösesumme von 18 Millionen Euro plus eine erfolgsabhängige Nachzahlung von bis zu zwei Millionen geeinigt hätten.

Schneiders vergebliches Bemühen

Stuttgarts Sportmanager Jochen Schneider hatte in den vergangenen Tagen vergeblich versucht, vermeintlich letzte Details mit Huntelaars Berater Arnold Oosterver festzuzurren.

Der 25 Jahre alte Angreifer hätte nicht zuletzt aufgrund des hohen Steuersatzes für Spitzenverdiener in Deutschland einen Gehaltsverlust in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro pro Saison hinnehmen müssen.

Da sein Vertrag in Madrid noch vier Jahre läuft, hätte er knapp fünf Millionen Euro verloren. Dazu war er nicht bereit.

Real will nicht zahlen

Für den Entschluss, Madrid zu verlassen, verlangte er daher eine entsprechend hohe Abfindung. Die wiederum wollen die Königlichen nicht berappen, was den Deal scheitern ließ.

Huntelaar richtet seinen Fokus nun auf die Premier League, für deren Klubs die finanzielle Diskrepanz wohl kein unlösbares Problem darstellt. Das Interesse von Tottenham an Huntelaar ist verbürgt. Dazu sucht nun der FC Arsenal dringend nach einem Nachfolger des zu Manchester City transferierten Emmanuel Adebayor.

Und Huntelaar selbst hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er gerne in England spielen würde.

Hochkarätige Alternative

"In diesem Geschäft ändern sich die Dinge ja manchmal schnell", wird Heldt noch in der Donnerstagsausgabe der "Stuttgarter Zeitung" zitiert. Mit Vagner Love von ZSKA Moskau hat er einen hochkarätigen Plan B.

Der Brasilianer hat bereits öffentlich eindeutig seine Wechselabsicht nach Stuttgart bekundet. Dass der VfB so lange auf das Pferd Huntelaar setzte, kam bei dem 25-Jährigen zwar nicht gut an ("Ich bin kein Stürmer zweiter Wahl").

Sein Berater Hendrik Hoppenworth fragte aber schon provokativ: "Wer sagt denn, dass mein Spieler nur die Nummer zwei auf der Liste ist?" Der Mann wusste offenbar schon mehr.

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