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Mark van Bommel (r.) weechselte 2006 vom FC Barcelona zum FC Bayern © getty

Die Startelf des FC Bayern kristallisiert sich heraus und birgt eine Überraschung. Sport1.de beleuchtet die Mannschaftsteile.

Aus Donaueschingen berichtet Daniel Rathjen

Donaueschingen - Die letzte Trainingseinheit war aufschlussreich. Beim Testspiel der A- gegen die B-Elf (0:0) zeichneten sich bereits Hierarchien ab.

Die verletzten Luca Toni (Beschwerden an der Achillessehne) und Franck Ribery (Knieprobleme) fehlten weiterhin.

Sie reisten auch nicht mit der Mannschaft zu den Spielen beim 1. FC Köln am Freitag und gegen ein McFit-Team in Gelsenkirchen am Samstag.

Energisch ging Trainer Louis van Gaal dazwischen, wenn ihm etwas nicht passte. Besonders Innenverteidiger Holger Badstuber und Edson Braafheid bekamen das zu spüren.

Gewinner Badstuber

"Sie müssen da hin - und so machen!", schrie van Gaal den 20-Jährigen an, gestikulierte und tänzelte auf und ab, um seine Anweisung zu unterstreichen.

Sein Einsatz für den Shooting-Star, der im Trainingslager in Donaueschingen als einer der Gewinner gelten darf (zum Artikel: Badstuber - vom Fan zum Stammspieler), ist nicht unbegründet. Badstuber spielt eine entscheidende Rolle in van Gaals System.

Wohl keine Transfers mehr

Die Stammelf zeichnet sich ab, Transfers wird der Rekordmeister wahrscheinlich nicht mehr tätigen.

"Ich denke, dass wir mit dem Kader, der jetzt existiert, in die Saison gehen. Vielleicht mit einem etwas schlankeren Kader", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger in einem Interview.

Höchstens auf der rechten Außenverteidiger-Position könne sich etwas tun, sagte Nerlinger. Allerdings würden sich die vorhandenen Spieler wie Christian Lell und Andreas Görlitz gut entwickeln .

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Sport1.de analysiert die einzelnen Mannschaftsteile und zeigt, wer die besten Aussichten auf einen Stammplatz hat (Der Sommerfahrplan der Bayern).

Tor:

Jörg Butt hat einen Bonus gegenüber Michael Rensing, der sich auch selbst als Herausforderer sieht. Für den 35-jährigen Butt spricht Ruhe und Erfahrung, die Mitspieler vertrauen ihm.

Der zehn Jahre jüngere Rensing hat noch immer an seiner Demontage während der letzten Saison zu knabbern (zum Artikel: Immer noch Wut auf Klinsmann), hängt sich aber im Training rein und sagt selbst: "Ich kann der Richtige sein."

Dennoch: Den Testspielen und Trainingseindrücken zufolge hat Butt die Nase vorn, der Herausforderer muss auf Patzer hoffen.

Innenverteidigung:

Hier wird das Spiel mit druckvollen Vertikal-Pässen eröffnet. Vorstöße der Marke Lucio gehören nicht zum taktischen Konzept.

Der Trainer will einen rechten Innenverteidiger mit einem starken rechten Fuß und einen linken mit einem starken linken Fuß.

Das bedeutet, dass für Youngster Holger Badstuber (Linksfuß) die Chancen auf die erste Elf sehr hoch sind.

Neben Badstuber hat Daniel van Buyten bislang die besten Karten, Martin Demichelis sitzt ihm aber dicht im Nacken.

Außenverteidigung:

Bei van Gaal sind die Außen enorm wichtig. Sie ziehen das Spiel in die Breite und schalten sich mit in den Angriff ein. Es entstehen eine Überzahl im Mittelfeld und permanente Anspielstationen.

Passsicher müssen sie also sein. Philipp Lahm möchte gerne rechts spielen, doch Edson Braafheid konnte bislang links noch nicht richtig überzeugen, Danijel Pranjic soll eher im Mittelfeld spielen 115098(DIASHOW: Die Zugänge der Bayern).

Möglich also, dass Lahm wieder nach links muss und Bayern noch einen rechten Verteidiger verpflichtet. Oder Christian Lell und Andreas Görlitz machen noch einen Leistungssprung.

Mittelfeld:

Das System ist klar, im Mittelfeld gibt es eine Raute. Ein Abräumer vor der Abwehr, ein Regisseur, zwei Flügelspieler.

Der Trainer hat Ribery als "Zehner" vorgesehen (zum Artikel: Van Gaals Suche nach dem "Zehner"), wenn er denn wieder fit ist. Alternativ könnte Bastian Schweinsteiger in die Zentrale, von dem van Gaal viel hält.

"Ich würde mich freuen, wenn ich da spielen könnte", gab "Schweini" zu.

Eine Chance könnte auch Nachwuchs-Mann Thomas Müller erhalten, der in Donaueschingen einen guten Eindruck hinterließ.

Mark van Bommel scheint bei van Gaal auf der Sechser-Position gesetzt - was nach der Verpflichtung von Anatolij Timoschtschuk nicht unbedingt zu erwarten war. Der Coach schätzt seine Fähigkeiten als lautstarker Dirigent.

Für Timoschtschuk ist das nicht ideal: Er müsste nach rechts ausweichen, obwohl seine Stärken in der Zentrale liegen - oder gar auf die Bank.

Für Hamit Altintop und Jose Sosa bleibt nur die Reserve. Danijel Pranjic ist links gesetzt.

Angriff:

30-Millionen-Mann Mario Gomez ist gesetzt. Daneben scheint, als hätte Miroslav Klose seinen Platz sicher.

Doch der quirlige Ivica Olic macht mächtig Druck. "Wenn ich gut arbeite, bekomme ich meine Chance", ist sich der laufstarke Kroate sicher.

Luca Toni weist Trainingsrückstand auf und ist momentan Stürmer Nummer vier. Flattert den Bayern ein Angebot auf den Tisch, würden sie den Italiener abgeben.

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