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Armin Veh wurde in der Saison 2006/07 Deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart © getty

Armin Veh hat sich bei Meister Wolfsburg hohe Erwartungen zu bedienen. Aber er wirkt nicht so, als würden sie ihn belasten.

Going - Erfolgstrainer Felix Magath beerben, Bayern München Paroli bieten, das Achtelfinale der Champions League erreichen und nebenbei noch schönen Fußball spielen: Armin Veh hat sich beim VfL Wolfsburg ganz schön viel vorgenommen.

Veh bereitet den Meister derzeit im österreichischen Going auf den Saisonstart vor - und hat aktuell keinen Anlass zur Sorge, dass seine Mission scheitern könnte.

Die Voraussetzungen sind gut. Zwar ist "die Erwartungshaltung hoch", wie Veh weiß und der Dauerkartenrekord mit 21.000 Tickets deutlich macht.

Doch Veh, nebenbei Geschäftsführer Lizenzfußball und Sportdirektor beim VfL, ist es nicht nur gelungen, die erfolgreiche Mannschaft zusammenzuhalten. Er hat sie auch verstärkt.

Zianis Zaubertor

Karim Ziani, Thomas Kahlenberg und Fabian Johnson kamen für rund zwölf Millionen Euro nach Niedersachsen 114836(DIASHOW: Die Transfers des VfL Wolfsburg). Vor allem Ziani überzeugt, auch in Going.

Dem Algerier gelang das bisher schönste Tor der Vorbereitung, per Bogenlampe aus 30 Metern - wenn auch nur im Training. Von den Fans gab's dafür Applaus, von Veh wird Ziani wohl einen Stammplatz im rechten Mittelfeld bekommen.

Sonst bleibt die Elf aus dem Vorjahr beisammen. Vor Benaglio verteidigen Riether, Simunek, Barzagli und Schäfer, im Mittelfeld hält Josue Ziani, Misimovic und Gentner den Rücken frei, vorne treffen Grafite und Dzeko.

Nur Kleinigkeiten sollen sich ändern

"Naja, was heißt schon erste Elf?", wiegelt Veh zwar ab, "eine Saison ist lang. Aber ich werde sicher nur Kleinigkeiten verändern."

Seine Stammformation soll sich bei den beiden Tests in Österreich gegen den FC Burgas aus Bulgarien am Freitag und Real Mallorca am Montag einspielen (der Sommerfahrplan des VfL Wolfsburg).

Beim taktischen Training übt Veh ebenfalls mit dieser Truppe. Und was er von ihr erwartet, gibt er unumwunden zu: "Wir wollen uns in der Ligaspitze etablieren und in der Champions League in die nächste Runde. Und dabei attraktiv spielen."

Nilmar-Verhandlungen stocken

Für einen gewissen zusätzlichen Reiz sollte der brasilianische Nationalstürmer Nilmar von Internacional Porto Alegre sorgen. Doch die Verhandlungen stocken, weil der Spieler zu hohe Forderungen stellt.

"Wir haben klar gesagt, was wir zahlen wollen und können. Wenn das nicht reicht, muss man das akzeptieren. Es ist nicht so, dass der Spieler für uns alternativlos wäre", sagt VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach.

Diese Alternativen heißen wohl Obafemi Martins (Newcastle United) und Davide Succi (US Palermo).

Veh fühlt sich wohl

In seiner Rolle als Manager bemüht sich Veh im Hotel Stanglwirt am Wilden Kaiser derzeit auch um die Vertragsverlängerung mit Dzeko, dem der VfL einen Wechsel zum AC Mailand verwehrte.

Und Veh muss den Streichkandidaten klar machen, dass sie den Verein verlassen müssen. "Ich mache den ganzen Tag nichts anderes als reden", sagt Veh - und lacht. Überhaupt scherzt und schmunzelt er häufig.

Veh ist seine gute Laune deutlich anzumerken, er fühlt sich offensichtlich sehr wohl beim VfL. "Es fühlt sich an, als wäre ich schon viel länger hier", sagt er - und die Spieler machen es ihm leicht. "Hier ruht sich keiner auf seinen Lorbeeren aus", sagt Veh.

Beste Voraussetzungen also für die Titelverteidigung? "Naja, ich bin sicher kein Zauberer", sagt Veh.

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