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Lukas Podolski erzielte in der vergangenen Bundesliga-Saison sechs Tore © imago

"Heimat ist wichtig", sagt Lukas Podolski vom 1. FC Köln. Bei seinem Ablösespiel gegen den FC Bayern steht er im Mittelpunkt.

Von Daniel Rathjen

München - Er fühlt sich wohl.

Lukas Podolski ist zurück bei seinem 1. FC Köln und die ganze Stadt freut sich darüber.

Die "Poldimania" unter dem Dom erreicht einen weiteren Höhepunkt, wenn die "Geißböcke" am Freitag (ab 20.30 Uhr LIVE) zum Ablösespiel gegen den FC Bayern antreten.

Das Brimborium ist in Köln angebracht, gerade auch weil die Münchner kommen.

Der deutsche Vorzeigeklub, genauer gesagt Manager Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, hatten mit ihrer Zustimmung die Rückkehr "Prinz Poldis" von der Isar an den Rhein möglich gemacht.

"Ich freue mich auf Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge. Es war ja nicht so, dass ich in den drei Jahren München keinen kennengelernt habe. Ich habe dort viele Freunde gewonnen", erklärt Podolski.

Wiedersehen mit "Schweini"

Ein Wiedersehen gibt es auch mit Kumpel Bastian Schweinsteiger, der Podolski vor dem heutigen Match ein paar SMS schickte.

Verletzungsbedingt müssen die Münchner auf Luca Toni, Franck Ribery und Ivica Olic verzichten (zum Artikel: Olic bangt um Saisonstart).

Die sportlich schweren Zeiten sind kein Thema mehr, die Dankbarkeit gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber überwiegt 12095(Diashow: Der Aufstieg eines Prinzen).

Für zehn Millionen Euro, also exakt die Summe, für die er 2006 nach München ging, ließen die Bayern den 24-Jährigen wieder ziehen.

Jetzt fährt der FC mit den Einnahmen aus dem Testspiel die letzte Rate ein.

"Die Ablösesumme ist zum Großteil refinanziert. Wir sind zufrieden", sagt Kölns Manager Michael Meier.

Lockerer Podolski

7,5 Millionen Euro gingen direkt an den Rekordmeister, der Rest wurde über "Poldi-Pixel" im Internet, das Testspiel oder Trikot-Verkäufe zusammengekratzt.

Vor allem Sponsoren waren an der Realisierung des Transfers beteiligt. Das weiß Podolski und nimmt deswegen - ganz Profi - jeden PR-Termin geduldig, ja fast fröhlich wahr.

Ob es TV-Spots für ein Solarenergie-Unternehmen oder PR-Termine wie der am Donnerstag beim Trikotsponsor in einem Supermarkt direkt nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Velden sind - kein Problem, Poldi signiert alles, was ihm vor den Kugelschreiber kommt.

"Die Kölner sind positiv und etwas verrückt. Die ganze Stadt freut sich auf den FC. Warum soll man den Leuten den Spaß nehmen?", sagt Podolski, das "Gesicht des 1. FC Köln" (Manager Michael Meier).

Es scheint dem Linksfuß gut zu tun, wieder wichtiger Teil einer Mannschaft zu sein und nicht ein kleiner Star unter vielen größeren.

"Andere Konstellation"

"Beim FC Bayern war es eine andere Konstellation", weiß "Poldi", "da war ich immer ein bisschen hinten dran. Ich bin froh, dass ich voll mitmachen kann."

Sportlich scheint der Angreifer in guter Form, nur eine Zerrung behinderte ihn zwischenzeitlich. Am Montag erzielte Podolski zwei Tore gegen den rumänischen Vizemeister FC Timisoara.

Die Form sei da, findet auch Kölns neuer Trainer Zvonimir Soldo: "Lukas hat bisher in der Vorbereitung sehr, sehr gut mitgemacht. Und ich habe überhaupt keine Zweifel, dass es so weitergehen wird."

Aber Podolski macht auch klar: "Die Mannschaft steht immer im Vordergrund. Ein Lukas Podolski kann allein nichts ausrichten. Du kannst nicht mit einer Aktion alles entscheiden, das kann keiner. Dazu ist eine Saison zu lang."

Alle Freiheiten

Nach dem Transfer von Maniche sieht "Poldi" den Klub insgesamt auf dem richtigen Weg. "Wenn er fit ist, wird er uns nach vorn bringen."

Seinen Platz im System von Trainer Zvonimir Soldo hat Podolski mittlerweile gefunden.

Da mit Maniche ein weiterer fähiger Mittelfeldspieler verpflichtet ist, kann sich Podolski auf seine Aufgabe in vorderster Reihe konzentrieren, als eine von zwei Sturmspitzen in Soldos 4-4-2-System.

Taktische Zwänge wird es für Podolski nicht geben, jedenfalls nicht bei Ballbesitz. "Lukas ist ein Gefühlsspieler", sagt Soldo, "er hat nach vorne alle Freiheiten."

Momentan scheint Podolski der Trubel wenig anhaben zu können. "Heimat ist wichtig", sagt Podolski. Der Zuspruch der Öffentlichkeit sei nichts, das ihm Sorgen bereite oder die Kraft raube.

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