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Immer nur Einwechselspieler bei Bayern: Doch Lukas Podolski hat einige Wechselangebote © getty

Und wieder gibt es eine Anfrage für Bayerns Bankdrücker Lukas Podolski: Zum dritten Mal hat ManCity sein Interesse bekräftigt.

Von Christian Paschwitz

München/Köln - Jetzt also der dritte Versuch: Im Januar hatten sie erstmals die Fühler nach ihm ausgestreckt - von einer 12-Millionen-Euro-Ablösesumme war da die Rede.

Doch Manchester City buhlte vergebens um die Dienste von Lukas Podolski. Der Transfer scheiterte, weil der FC Bayern um Manager Uli Hoeneß die weitere sportliche Entwicklung des 23-Jährigen abwarten wollte.

Während der EM unternahm der Premier-League-Klub dann einen neuen Anlauf, den nach wie vor zum Dauerreservisten degradierten Stürmer vom FC Bayern loszueisen. Die Bayern blockten erneut ab. Vielleicht auch, weil sie jetzt erst den Transfer von Zenit St. Petersburgs Andrej Arschawin forcieren. Während Podolski nach wie vor auch vom 1. FC Köln umgarnt wird.

Ablöse kein Problem für den Scheich

Aller guten Dinge sollen bei ManCity nun drei sein: Wie der "Mirror" berichtet, will der Klub Podolski (Vertragsende 2010) in der Winterpause unbedingt verpflichten. Über die gebotene Ablöse wurde zwar nichts bekannt.

Podolskis Marktwert zu stemmen (14 Millionen Euro), sollte für die neue Fußball-Finanzgroßmacht aber kein Problem sein. Schließlich vergeht kein Tag, an dem Sulaiman Al-Fahim seine prall gefüllte Kriegskasse nicht demonstriert:

So will ManCitys neuer Besitzer nach eigenem Bekunden 165 Millionen Euro auf den Tisch legen, um Cristiano Ronaldo (Manchester United) abzuwerben. Für 40 Millionen wurde in der Vorwoche bereits Robinho von Real Madrid weggelockt.

Nun im Blickpunkt des Millarden-schweren Scheichs von der Abu Dhabi United Group: Liverpools Fernando Torres und Arsenals Cesc Fabregas. Und eben Podolski.

Bayern wollen Arschawin

Wechselt Podolski, dem übrigens auch eine 20-Millionen-Offerte von Real Madrid vorliegen soll, also doch noch zu dem mittlerweile mit Superstars gespickten Tycoon-Klub, der aus der Bundesliga obendrein VfB Stuttgarts Mario Gomez begehrt? Und der mit Bayerns Ex-Stürmerstar Mark Hughes einen Manager mit besten Kontakte an die Isar besitzt?

Immerhin scheinen die Bayern inzwischen gesprächsbereiter zu sein. Was damit zusammenhängen mag, dass der deutsche Rekordmeister um Andrej Arschawin buhlt, wie die "Abendzeitung" wissen will. Heißt konkret: Kommt der Stürmerstar von Uefa-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg, dann wäre auch Podolskis Rückkehr zum 1. FC Köln denkbar.

Schon am Rande der Champions-League-Auslosung Ende August in Monaco hatten die Bayern ihr Interesse an Arschawin bekundet. St. Petersburg jedoch schlug die Offerte aus - schließlich brauchen sie den Stürmer, um bei ihrer erstmaligen Champions-League-Teilnahme gegen Juventus Turin und Real Madrid zu bestehen.

Vorjahres-Schock gegen Zenit

Arschawin hatte einigen Anteil daran, dass die Bayern gegen St. Petersburg in den beiden Uefa-Cup-Halbfinal-Spielen der Vorsaison (1:1 und 0:4) Schiffbruch erlitten. Durch starke EM-Auftritte für die Russland ist der 27-Jährige, zweimal Russlands Fußballer des Jahres, endgültig zum vielumworbenen Topstar aufgestiegen.

Unter anderem auch der FC Barcelona und Chelsea jagen den Torjäger (Vertrag bis Dezember 2010), der schnellstmöglich ins Ausland wechseln will.

Und für den laut der russischen Sportzeitung "Express" 27 Millionen Euro Ablöse im Raum stehen.

Die Bayern hätten Reservist Podolski bereits ziehen lassen - falls der VfB Stuttgart dazu bereit gewesen wäre, Gomez abzugeben. "Dann hätten wir ernsthaft überlegt, Lukas zum VfB zu verkaufen", so Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Schließlich scheiterte das Vorhaben aber auch an Podolski, der stets betont, im Falle eines Wechsels innerhalb der Bundesliga nur nach Köln zurückzugehen.

Söhnchen Louis ist FC-Mitglied

Für den in Bergheim aufgewachsenen Podolski ist der FC eine derartige Herzensangelegenheit, dass er bereits Söhnchen Louis (vier Monate) beim Klub angemeldet hat. Und mehrere Firmen haben bereits signalisiert, dem FC bei einem Transfer finanziell unter die Arme zu greifen.

Eine Stammplatz-Garantie hätte der vom Boulervard vergötterte "Prinz Peng" am Rhein sowieso. Das weiß auch Kölns Manager Michael Meier, der kürzlich im DSF-Doppelpass betonte: "Lukas ist ein Spaßfußballer. Er hat nur Freude am Beruf, wenn er spielt. Nicht, wenn er auf der Bank sitzt."

Zwei Tore gegen Liechtenstein

So wie das bei Bayern seit mehr als zwei Jahren überwiegend der Fall ist (letzte Saison 25 zumeist Joker-Einsätze, fünf Tore), während Podolski in der Nationalmannschaft (56 Spiele, 30 Tore) eine feste Größe ist. Zuletzt gelangen ihm auch in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein zwei Tore.

Seine in München brach liegenden Torgefahr will Podolski auch am Mittwoch ausspielen. Und dann am Samstag, wenn "Poldi" vielleicht doch für die Bayern randarf. Beim Bundesliga-Match in Köln.

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