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Daniel van Buyten wechselte 2006 vom Hamburger SV nach München © imago

Der Belgier blüht auf, weil ihm Vertrauen entgegengebracht wird. Bayerns neuer Abwehrchef schießt gegen Ex-Coach Klinsmann.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Es ist durchaus eine Überraschung in der turbulenten Vorbereitung des FC Bayern.

Daniel van Buyten hat beste Chancen, der neue Abwehrchef zu werden.

Zusammen mit Youngster Holger Badstuber wird der Belgier wohl die neue Innenverteidigung bilden.

Dass er den Karrieresprung mit 31 Jahren noch einmal schafft, war nicht abzusehen.

"Ich bin ja mal geholt worden, um der Abwehrchef zu sein. Ich bin bereit für diese Rolle", zitiert ihn der "kicker" nun.

In jeder Trainingseinheit, bei jedem Testspiel wird klar: Coach Louis van Gaal setzt auf den 1,96 Meter großen Abwehrhünen, der 2006 für rund zehn Millionen Euro vom Hamburger SV kam.

"Klinsmann war nicht ehrlich"

Es ist auch das ihm entgegen gebrachte Vertrauen, das van Buyten bestärkt. Stets trägt er bei den Übungen das orangefarbene Leibchen der aktuellen "A-Elf".

Und auf die Frage, was der größte Unterschied zwischen van Gaal und dessen Vorgänger Jürgen Klinsmann sei, antwortet er:

"Die Ehrlichkeit! Jetzt sind alle Spieler auf einer Ebene. Das war letztes Jahr nicht der Fall."

Eine eindeutige Spitze gegen "Klinsi". Einmal in Fahrt, ergänzte der Verteidiger:

"Letzte Saison war es nicht einfach für mich. Nach den Trainings gab es Lob für mich, letztendlich aber nur Ohrfeigen. Der neue Trainer achtet nun wirklich darauf, was jeder Spieler auf dem Platz - und auch außerhalb davon - leistet."

Unter Klinsmann wurde er ausgebremst. Besonders traf ihn, dass der damalige Trainer vor dem Spiel bei Sporting Lissabon (5:0) in der Champions League sogar mal eine Spielzusage an ihn wieder zurück genommen hatte.

Demichelis in der B-Elf

Jetzt blickt er selbstbewusst nach vorne, nachdem er im internen Innenverteidiger-Ranking mal eben an Lucio (wechselte zu Inter Mailand) und Martin Demichelis vorbeigezogen ist.

Der Argentinier hat bei van Gaal nicht die besten Karten. Er wirkte zu Beginn der Vorbereitung unkonzentriert und knüpfte somit nahtlos an seine schwache Rückserie an.

Momentan steigert er sich zwar, doch spielt Demichelis im Training noch immer in der B-Elf mit den blauen Leibchen an der Seite von Breno.

An van Buyten schätzt van Gaal auch, dass er schnelle und klare Pässe spielt.

Und so langsam macht sich bemerkbar, dass jeder Akteur die Philosophie des neuen Trainers verinnerlicht hat.

Team spielt sich ein

Beim 2:0 beim Ablösespiel für Lukas Podolski gegen den 1. FC Köln gab der deutsche Rekordmeister eine durchaus ansehnliche Figur ab.

"Man sieht, dass die Ordnung auf dem Platz stimmt", erklärt beispielsweise Philipp Lahm, der womöglich neuer Kapitän wird.

Er bemerkt aber auch: "In dieser Phase kann sich noch keiner als Stammspieler fühlen. Aber die Mannschaft spielt sich so langsam ein, wir sind fit, das Passpiel entwickelt sich."

Auch Mark van Bommel, der immer noch amtierende Kapitän, ist dieser Meinung: "Nach drei Wochen kommen wir von Spiel zu Spiel besser rein."

Ein richtiger Härtetest wird in dieser von vielen Juxspielen geprägten Bayern-Vorbereitung (Der Sommerfahrplan der Bayern) vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal bei der SpVgg Neckarelz noch der "Audi-Cup".

Härtetest Audi-Cup

An dem top-besetzten Turnier am Mittwoch und Donnerstag nehmen der AC Mailand, Manchester United und die Boca Juniors teil.

Nicht dabei sein wird Franck Ribery. Der Franzose hat nach Knieproblemen immer noch sehr viel Trainingsrückstand.

"Franck ist noch im Aufbautraining, wird erst Ende nächster Woche zur Mannschaft stoßen. Und bis er dann spielfit ist, wird es eine Weile dauern. Sein Einsatz zum Bundesliga-Start ist sehr stark gefährdet", verriet Sportdirektor Christian Nerlinger im "Aktuellen Sportstudio".

Da das System auch stark auf den 26-jährigen Dribbel-Filou ausgerichtet ist, befürchtet er sogar Anlaufprobleme zum Auftakt der Spielzeit.

"Es ist schon möglich, dass wir einen etwas holprigen Bundesligastart erwischen."

Doch auch er vertraut - wie viele Spieler - van Gaal: "Er ist für den FC Bayern eine große Chance für die Zukunft. Er hat es geschafft, die Mannschaft in kürzester Zeit davon zu überzeugen, dass sie - wenn sie seinen Weg mitgeht - erfolgreich sein wird."

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