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Für Franz Beckenbauer ist Bastian Schweinsteiger als DFB-Kapitän die logische Wahl
Franz Beckenbauer wurde als Spieler und Trainer Weltmeister © getty

Nach der Kritik an Ribery reagieren die Bayern-Bosse "erstaunt". Van Gaal versucht, den sensiblen Superstar zu besänftigen.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Er witterte die Fangfrage und wand sich hin und her.

Dass er sich über Franz Beckenbauer ärgere, kam ihm letztlich doch nicht über die Lippen.

Aber es war zu spüren, wie sehr es am Montag beim Pressetalk an der Säbener Straße in Louis van Gaal brodelte.

Vereinspräsident Franz Beckenbauer sorgte mit seinen Äußerungen zu Franck Ribery bei den Vorstandsmitgliedern sowie beim Trainer für Irritationen (zum Artikel: "München ist Ribery wurscht"). Bei einer DFB-Gala hatte er unter anderem gemutmaßt, dem Franzosen sei "München wurscht".

"Die Vorwürfe wirken sich auf Riberys Stimmung aus. Ich muss diesen Fall jetzt managen. Das wird schwierig", prophezeit der 57-Jährige.

Äußerungen von Beckenbauer hätten "natürlich" eine Wirkung, der "Kaiser" sei schließlich "eine große Persönlichkeit".

Vorstand reagiert vehement

Bei weiteren Nachfragen zu diesem Thema verwies er jedoch auf den Vorstand.

Dessen Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner zeigten sich in einer Stellungnahme "erstaunt" über die Kommentare des "Kaisers" (Der Sommerfahrplan der Bayern).

"Unser Spieler Franck Ribery hat sich stets professionell, korrekt und seriös verhalten", teilte die Führungs-Troika mit.

Und weiter: "Der FC Bayern München hatte und hat bei Franck Ribery zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass er den FC Bayern nur dazu benutzen würde, um in seiner eigenen Karriereleiter nach oben zu kommen."

Er habe sich mit seinen Fähigkeiten stets in den Dienst der Mannschaft gestellt.

Die drei Vorstandsmitglieder empfahlen darüber hinaus ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden, sich lieber als Lobbyist zum Wohle des Klubs zu betätigen.

Seitenhiebe für den "Kaiser"

"Wir würden uns sehr freuen, wenn Franz Beckenbauer in seiner Eigenschaft als Mitglied der FIFA-Exekutive dafür Sorge tragen würde, dass der Paragraph 17, der den gesamten Profifußball extrem belastet, wieder abgeschafft und damit für alle Klubs weltweit für mehr Vertragsstabilität gesorgt wird."

Gemäß Paragraph 17 könnte Ribery seinen bis 2011 laufenden Vertrag beim FC Bayern bereits am Ende der nun beginnenden Saison einseitig und vorzeitig kündigen, die Münchner erhielten in diesem Fall nur eine vergleichsweise geringe Ablösesumme.

Die Bayern-Bosse teilten nun mit: "Franck Ribery hat sich nie dazu geäußert, von der Möglichkeit des Ziehens des FIFA-Paragraphen 17 Gebrauch zu machen."

Was aber nicht heißt, dass er es nicht schon in Erwägung zieht. Zum Bundesliga-Auftakt bei 1899 Hoffenheim fehlt er voraussichtlich ohnehin.

"Franck muss sehr viel aufholen. Er hat hart trainiert und ist weiter als in der vergangenen Woche, aber immer noch nicht sehr weit", erklärt van Gaal. Zum Saisonstart reiche es für den Franzosen "höchstens für 20 Minuten".

Toni und Olic verletzt

Auch der Einsatz der beiden Angreifer Luca Toni und Ivica Olic ist unwahrscheinlich.

Ribery fehlt seit dem Beginn der Vorbereitung wegen Kniebeschwerden. Toni plagen Achillessehnenprobleme. Olic muss derzeit wegen einer Bänderzerrung im Knie pausieren.

Am Montag mussten zudem Offensivspieler Thomas Müller und Abwehrspieler Breno zu Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Als Ersatz für den Franzosen, mit dem van Gaal auf der Position hinter den Spitzen plant, kommen nach Aussage von van Gaal derzeit Müller, Jose Sosa und Alexander Baumjohann in Frage.

"Schweini" keine "10"

Nationalspieler Bastian Schweinsteiger sei dagegen "kein Kandidat für die Nummer 10".

Offen ist beim FC Bayern auch weiterhin die Torwartfrage. "Ich habe mich noch nicht entschieden", sagte van Gaal.

Bis zum ersten Pflichtspiel der neuen Saison am Sonntag im DFB-Pokal gegen die SpVgg Neckarelz wolle er sich aber festlegen: "Im Pokal wird wohl der Torhüter spielen, den ich auch in der Bundesliga einsetzen werde."

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