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Bruno Labbadia im Gespräch mit Sport1.de-Redakteur Mathias Frohnapfel (r.) © getty

HSV-Coach Labbadia spricht bei Sport1.de über die Stärke des HSV-Kaders, David Rozehnal und die anderen Neuzugänge.

Von Mathias Frohnapfel

München - Lang haben sie um ihn gebuhlt - jetzt ist David Rozehnals Wechsel von Lazio Rom zum Hamburger SV perfekt. (Sommerfahrplan des Hamburger SV)

Nach der medizinischen Untersuchung einigte sich der tschechische Nationalspieler mit den Hanseaten auf einen Dreijahresvertrag plus Option auf ein weiteres Jahr.

Nach Ze Roberto, Eljero Elia, Robert Tesche und Marcus Berg ist Rozehnal der fünfte Neuzugang - und schraubt die Transfer-Ausgaben auf 23,5 Millionen Euro. 115102(Die Transfers des HSV)

Im 14. Teil der großen Sport1.de-Vorschau-Serie auf die neue Saison spricht Bruno Labbadia über die Neuzugänge, seine Ziele in Hamburg und seine Philosophie als Trainer.

Sport1.de: Herr Labbadia, Glückwunsch zu David Rozehnal. Was halten Sie von Ihrem neuen Spieler?

Bruno Labbadia: David passt hervorragend in unser Anforderungsprofil. Er ist beidfüßig, sehr schnell und verfügt über internationale Erfahrung.

Sport1.de: Nach dem Europa-League-Spiel gegen Randers muss Ihr Team im Pokal zu Fortuna Düsseldorf. Was erwarten Sie?

Labbadia: Das wird eine harte Probe. Düsseldorf ist sicherlich ein schweres Los. Aber natürlich wollen wir auch dort bestehen.

Sport1.de: Wie bewerten Sie die Qualität des HSV-Kaders insgesamt, ist er auch in der Breite stark genug?

Bruno Labbadia: Wenn eine Achse da ist, ist es natürlich auch gut, einige junge Spieler dahinter zu haben, die man mal reinwerfen kann. Deshalb erwarte ich von den jungen Spielern, nicht sofort aufzugeben, wenn sie es nicht auf Anhieb schaffen. Wir wollen die Spieler weiterentwickeln. Umso besser das Gerüst steht, desto einfacher ist es.

Sport1.de: Das gilt besonders mit Blick auf die Dreifachbelastung in der neuen Saison, oder?

Labbadia: Ja, dann kann man in englischen Wochen auch mal einem eine Erholungspause gönnen. Die Spieler haben sich auch einen breiter aufgestellten Kader gewünscht.

Sport1.de: Hat sich die Achse bestätigt, die Sie im Kopf hatten?

Labbadia: Ja, von den Typen her, und und auch wie sie sich präsentieren sind das Frank Rost, Joris Mathijsen, dann David Jarolim, Piotr Trochowski, Mladen Petric und Paolo Guerrero. Natürlich zählt auch Ze Roberto dazu.

Sport1.de: Bayern-Coach Louis van Gaal hat davon gesprochen, dass er mindestens zwei Monate braucht, bis die Mannschaft anfängt, sein System zu verinnerlichen. Welchen Zeitpunkt haben Sie sich gesetzt, an dem Sie Bilanz ziehen wollen?

Labbadia: Um eine Handschrift zu sehen, braucht man schon länger als ein, zwei Monate. Das ist ja das Schwierige am Trainerjob. Man lernt auch die Mannschaft besser kennen. Wenn ich die Mannschaft in der Saisonvorbereitung lobe, dann ist das auch erst mal nur eine Momentaufnahme.

Sport1.de: Wo wollen Sie denn mit dem HSV stehen nach der Mitte der Hinrunde?

Labbadia: Wir haben ja gleich drei sehr wichtige Spiele, die Qualifikation zur Europa League und den DFB-Pokal - es gibt kein langsames Reinkommen. In der Bundesliga haben wir natürlich den Anspruch, uns so schnell wie möglich im oberen Drittel festzusetzen.

Sport1.de: Als welche Art von Trainer sehen Sie sich eigentlich?

Labbadia: Ich habe ja viele Trainer erlebt. Natürlich lasse ich Dinge, die mir gut gefallen haben, heute in mein Training einfließen. Gleichzeitig reizt mich, dass meine Mannschaft die Art umsetzt, wie ich Fußball denke und fühle.

Sport1.de: Gab es da ein besonderes Erlebnis für Sie?

Labbadia: 1993 habe ich das Landesmeisterfinale Milan gegen Marseille in München gesehen, hatte einen sensationellen Platz. Die Leute sagten aber alle: "Blödes Spiel" - und ich sagte: "Wahnsinn".

Sport1.de: Was hat Sie da denn so beeindruckt?

Labbadia: Das Spiel fand fast ausschließlich auf 35 Metern statt, es war unheimlich intensiv. Rudi Völler hat damals noch gespielt, doch die Stürmer hatten keine Torgelegenheit. Beide Mannschaften hatten eine unglaubliche taktische Ordnung. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Bei Barca sprechen alle von tollem Fußball. Aber entscheidend ist doch: Alle arbeiten auch für die Defensive.

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