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Thomas Müller brachte es in der vergangenen Saison auf vier Ligaeinsätze © imago

Es wäre eine kleine Sensation: Ein 19-jähriger Jungspund bekleidet möglicherweise eine der wichtigsten Positionen beim FC Bayern.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Die Vorbereitung neigt sich dem Ende zu.

Jetzt geht es um die Feinabstimmung.

Denn schon am Sonntag steht mit dem DFB-Pokalspiel bei der SpVgg Neckarelz das erste Pflichtspiel für den FC Bayern an.

Bereits am Mittwoch und Donnerstag, beim "Audi Cup", wird Coach Louis van Gaal die potenziellen Stammspieler aufbieten. (Alles zum Audi Cup)

"Ich muss jetzt die Spieler spielen lassen, die sich abstimmen müssen", kündigte der Niederländer an.

Das heißt: Wer die nächsten Tage gar nicht ran darf, hat schlechte Karten.

Für Franck Ribery gilt das freilich nicht. Der Franzose befindet sich nach seinen Knieproblemen im Aufbautraining - ebenso wie Luca Toni.

Beide machten Fortschritte, heißt es. Doch bis zum Saisonstart werden sie nicht fit sein.

Ribery kommt voran

"Vielleicht können sie 20 Minuten spielen", betont der Trainer, der zudem nicht erwartet, dass die beiden Stars sofort eine Hilfe sein werden: "Wir haben dreieinhalb Wochen auf hohem Niveau trainiert, und die zwei sind einige Level tiefer."

Im Schatten von Ribery tobt derweil der Kampf um die "Zehner"-Position.

Der Kandidatenkreis beschränkt sich auf drei Spieler: Jose Sosa, Alexander Baumjohann und vor allem Thomas Müller!

Das 19 Jahre alte Top-Talent aus der eigenen Jugend spielt in der Vorbereitung (Der Sommerfahrplan der Bayern) bislang groß auf und hat beste Chancen, auch beim Saisonstart in der Startelf zu stehen.

Im Training agiert er oft in der A-Elf als Regisseur hinter den Spitzen Miroslav Klose und Mario Gomez und hat somit einen sichtbaren Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten.

Selbstbewusst und eiskalt

Er tritt selbstbewusst auf und präsentiert sich eiskalt vor dem Tor. Auch im Test bei den Stuttgarter Kickers traf der Offensivmann dreimal.

Sosa konnte keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, Baumjohann zeigte gute Ansätze, muss sich in München allerdings erst noch akklimatisieren.

Müller auf der Zehn - bei van Gaal scheint das gut möglich. Der 57-Jährige ist auch dafür bekannt, jungen Spielern Chancen einzuräumen. Rücksicht auf Namen nimmt er ohnehin nicht.

"Alle Spieler gleich"

"Bei mir sind alle gleich", hebt er immer wieder hervor. Auch deshalb dürfte ein weiterer Youngster, der 20-jährige Holger Badstuber, seinen Platz in der Innenverteidigung sicher haben.

Fakt ist aber auch: Bastian Schweinsteiger ist für die Zentrale offenbar nicht geeignet. "Er ist kein Kandidat für die Nummer 10", stellt van Gaal unmissverständlich fest.

"Er kann im Mittelfeld spielen, aber nicht auf der 10", wiederholt er.

"Schweini" wird das nicht gerne hören. Der Nationalspieler favorisiert diese Rolle - wartet aber schon länger vergeblich darauf, dass ihm ein Trainer das Vertrauen schenkt.

Van Gaal hütet sich zu behaupten, dass er schon eine Entscheidung getroffen habe. Doch die Zeit bis zum Start wird eng.

Kaum denkbar, dass sich Spieler aus der jetzigen B-Elf mit einer Leistungsexplosion noch in die erste Elf schießen.

Butt oder Rensing?

Unklar ist indes noch die Situation im Tor. Van Gaal will noch nicht sagen, ob er Jörg Butt oder Michael Rensing aufstellt.

Er macht jedoch deutlich, dass derjenige, der am Sonntag das Tor bewachen wird, auch die neue Nummer 1 sein wird.

Butt durfte bisher stets mit der A-Elf proben, er gilt als Favorit. Beim "Audi Cup" werden beide Keeper je ein Spiel bestreiten.

Ansonsten hofft van Gaal darauf, dass sich sein Team so wie beim 2:0 im Test gegen den 1. FC Köln präsentiert: "Die ersten 45 Minuten waren da sehr gut. Wenn wir immer so spielen würden, wäre ich froh", sagt er.

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