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Gemeinsam mit Franz Beckenbauer gewann Uli Hoeneß dreimal den Landesmeisterpokal © getty

Der Streit zwischen Franz Beckenbauer und dem Bayern-Vorstand geht weiter. Auch Hoeneß ist nicht gut auf den "Kaiser" zu sprechen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Trainer Louis van Gaal hat die Presseerklärung des FC Bayern am Dienstagmittag knapp als den "Zettel vom Vorstand" bezeichnet.

Doch diese Pressemitteilung kann als Ohrfeige für Franz Beckenbauer interpretiert werden.

Und noch brisanter: Nach dem verbalem Sololauf des Vereinspräsidenten - "Ribery ist München wurscht" - herrscht vorerst Funkstille zwischen Beckenbauer und FCB-Manager Uli Hoeneß.

Laut "Abendzeitung" gibt es derzeit keinen Kontakt zwischen den beiden Weltmeistern von 1974.

Und Hoeneß hat im Moment wohl auch nicht vor etwas daran zu ändern.

"Wer zwischen den Zeilen lesen kann, ist im Vorteil"

"Es ist eine sachliche Stellungnahme, aber wer zwischen den Zeilen lesen kann, ist klar im Vorteil", erklärte Hoeneß zur Pressemitteilung, die der Vorstand des FC Bayern (Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner) gemeinsam herausgegeben hat.

Franz Beckenbauer hatte am Wochenende krachende Salven gegen Ribery abgefeuert.

"Wozu schließe ich denn einen Vierjahresvertrag, wenn ich nur drei Jahre bleiben will?", fragte der "Kaiser" (zum Artikel: "München ist Ribery wurscht").

Ohnehin sei der Supertechniker aus Frankreich nur aus Karrieregründen zum FC Bayern gegangen.

Van Gaal hält Hand über Ribery

Die Münchner Vorstandsriege wehrte sich mit der Pressemitteilung gegen die Interpretationen Beckenbauers.

"Unser Spieler Franck Ribery hat sich stets professionell, korrekt und seriös verhalten." (zum Artikel: Bayern-Bosse drängen "Kaiser" ins Abseits)

Und Trainer Louis van Gaal? Der bemühte sich wie bereits am Vortag mit reichlich guten Worten um das Wohlergehen des Mittelfeldzauberers.

"Unser großer Star Franck Ribery fehlt noch, er ist verletzt, aber er trainiert sehr gut", sagte er einen Tag vorm Auftakt des Audi Cups in München.

Der Niederländer weiß, dass es nun mit an ihm liegt, dass Ribery sich nicht innerlich vom Team verabschiedet. Nach dem abgelehnten Werben von Real Madrid ist das zumindest nicht auszuschließen.

Lob für Auftritt gegen Köln

"Ich muss diesen Fall jetzt managen. Das wird schwierig", prophezeit der 57-Jährige.

Dabei hat dem Coach gefallen, was er zuletzt von seiner Mannschaft gesehen hat.

Der 2:0-Sieg im Spiel gegen Köln habe ihm ein "gutes Gefühl" gegeben, erzählte van Gaal.

Er wünscht sich ein ebenso beherztes Auftreten im Audi Cup (Alle Informationen zum Audi Cup).

"Ich hoffe, dass das Publikum Spaß hat, aber es auch weiß, dass wir noch in der Vorbereitung sind."

Am Mittwoch (ab 18.15 Uhr LIVE) treffen zunächst die Boca Juniors und Manchester United aufeinander, anschließend der FC Bayern und Milan (ab 20.30 Uhr LIVE).

"Nur Vorbereitung aufs Pokalspiel"

Am Donnerstag werden die Spiele um Platz drei (18.30 Uhr LIVE) und um den Turniersieg (ab 20.30 Uhr LIVE) ausgetragen.

Immerhin ist van Gaal "gespannt, wie wir zu so einem frühen Stadium der Saison gegen solche Spitzenmannschaften aussehen werden".

Doch für den knorrigen Coach ist der Showdown gegen die Topklubs "nur Vorbereitung auf unser Pokalspiel".

Dabei treffen die Münchner am Sonntag in Sinsheim auf den Sechstligisten Neckarelz.

Van Gaal will die beiden Spiele des Turniers nutzen, "um meine Mannschaft abzustimmen".

Einige seiner Profis werde er deshalb "nicht spielen lassen". Bisher hatte van Gaal in den Testspielen immer fleißig gewechselt.

Franck Ribery wird wie zuletzt nur verletzt zuschauen können, ein Streitthema zwischen den Bayern-Bossen bleibt er dennoch.

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