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Mats Hummels wechselte 2008 von Bayern München zum BVB © getty

Mats Hummels wurde vor der Saison U-21-Europameister. Nun soll für den Verteidiger "einfach ein gutes Jahr" mit dem BVB folgen.

Von Sebastian Hrabak

München - Mats Hummels konnte bereits vor der Saison einen großen Erfolg feiern. Mit der U-21-Nationalmannschaft wurde der Verteidiger Europameister.

Für Hummels (Spielerporträt) war der Erfolg enorm wertvoll. Jetzt soll es nach langer Verletzungspause für den 20 Jahre alten Innenverteidiger auch bei Borussia Dortmund weiter aufwärts gehen.

Auch wenn die Konkurrenz auf der Position mit Neven Subotic und Felipe Santana groß ist. Dennoch verlängerte Hummels, der vom FC Bayern München zum BVB wechselte, erst kürzlich bis 2013. Wohlwissend, dass Trainer Jürgen Klopp auf junge Spieler setzt.

Im zwölften Teil der Sport1.de-Interview-Vorschauserie auf die Bundesliga-Saison 2009/10 spricht Mats über seine Chancen, den Abgang von Alex Frei und Neuzugang Lucas Barrios.

Sport1.de: Herr Hummels, Sie dürfen sich seit ein paar Wochen U-21-Europameister nennen. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

Mats Hummels: Es ist einfach großartig. Der Titel wird ja nie verjähren. Es ist einfach eine großartige Sache, allein schon die Tatsache, dass Deutschland in diesem Jahr erstmals Europameister wurde. Man geht als Spieler vielleicht auch noch selbstbewusster aus einem solchen Turnier heraus.

Sport1.de: Ist es eine besondere Auszeichnung, dass Sie im so wichtigen Finale eingesetzt wurden, obwohl Sie auf Grund von Verletzungen im Jahr 2009 noch ohne Pflichtspiel waren?

Hummels: Es war nach der langen Verletzungszeit erst einmal toll, dass mich der Trainer überhaupt nominiert hat. Dass ich dann ? obwohl es vielleicht überhaupt keinen Bedarf für einen Wechsel gab - im Finale spielen durfte, hat natürlich sehr viel Aussagekraft.

Sport1.de: Wie haben Sie es aufgenommen, als Horst Hrubesch Sie im Finale auf die ungewohnte Sechserposition beorderte?

Hummels: In erster Linie denke ich schon, dass ich in der Innenverteidigung besser aufgehoben bin. Aber in einem solchen Spiel macht es keinen Unterschied, wo einen der Trainer einsetzt. Es fing einfach gut an und dann lief alles wie von selbst. Der Zusammenhalt in der Mannschaft war einfach gut.

Sport1.de: Die Rolle im defensiven Mittelfeld ist also für Sie bei Borussia Dortmund kein Thema?

Hummels: Ich bin ganz klar für die Innenverteidigung in Dortmund vorgesehen. Ich trainiere auf dieser Position auch jeden Tag.

Sport1.de: Wie ist es für Sie, mit so wenig Urlaub nach der EM in Schweden in die neue Saison zu starten?

Hummels: Ich bin topfit und gehe jede Trainingseinheit voll mit. Körperlich oder mental fühle ich mich überhaupt nicht ausgelaugt.

Sport1.de: Auf Ihrer Stammposition in der Innenverteidigung haben Sie mit Neven Subotic und Felipe Santana starke Konkurrenz. Ist dies für Sie zusätzlicher Ansporn?

Hummels: Es ist natürlich ein sehr harter Kampf um die zwei Innenverteidiger-Positionen. Alle liefern permanent gute Leistungen ab. Da wird es der Trainer schwer haben, seine Wahl zu treffen. Aber der Kampf wird sehr fair und auf hohem Niveau geführt.

Sport1.de: Sie haben erst kürzlich beim BVB bis 2013 unterschrieben. Haben Sie sich in Anbetracht der Entwicklung beim FC Bayern mit Holger Badstuber vielleicht etwas zu früh festgelegt?

Hummels: Nein, das ist für mich völlig irrelevant. Es war ja mein ausdrücklicher Wunsch, in Dortmund bleiben zu dürfen. Dieser Wunsch wurde mir zum Glück erfüllt. Mit dem "Was wäre wenn" beschäftige ich mich überhaupt nicht. Ich verfolge zwar die Entwicklung von Holger Badstuber, denn ich habe ja öfters mit ihm in der Jugend zusammengespielt. Aus diesem Grund freue ich mich natürlich, dass es für ihn nun so gut läuft. Aber ich konzentriere mich in erster Linie darauf, mit Dortmund erfolgreich zu sein.

Sport1.de: Was hat den Ausschlag dafür gegeben, dass Sie unbedingt beim BVB bleiben wollten?

Hummels: In erster Linie, dass ich in Dortmund gespielt habe. Beim BVB hat man mir vertraut. Dies war bei Bayern München nicht der Fall. Ich hatte immer das Gefühl, dass man in München nicht richtig auf mich baut. Das war in Dortmund ganz anders. Schon vom ersten Tag an hatte ich eine völlig andere Akzeptanz, von den Mitspielern, den Trainern und den Verantwortlichen. Ich wollte einfach hierbleiben, weil es mir so gut gefällt.

Sport1.de: Welche Rolle spielte Jürgen Klopp für Ihre Entscheidung pro BVB?

Hummels: Er ist dafür bekannt ist, dass er auf junge Spieler setzt und kein Problem damit hat, sie dauerhaft spielen zu lassen. Generell hat Jürgen Klopp aus dieser Mannschaft etwas geformt hat, eine Einheit gemacht und dafür gesorgt, dass alle mit Begeisterung dabei sind.

Sport1.de: Alex Frei hat unter Klopp offenbar nicht mehr ausreichende Perspektiven gesehen und ist nach Basel gewechselt. Inwiefern ist das ein Verlust, menschlich wie sportlich?

Hummels: Mit Alex ist uns in beiden Hinsichten ein guter Spieler verloren gegangen, er war innerhalb der Mannschaft sehr hoch angesehen. Ich hätte gerne noch weiter mit ihm zusammen gespielt, aber bin mir sicher, dass Lucas Barrios und unsere anderen Stürmer alles geben werden um die entstandene Lücke wieder zu füllen.

Sport1.de: Mit Lucas Barrios kommt der Welttorjäger 2008 133071(DIASHOW: Die Welttorjäger) zur Borussia. Welche Erwartungen knüpfen Sie an ihn?

Hummels: Bisher konnte ich natürlich noch nicht so viele Eindrücke gewinnen, aber 37 Tore in 38 Spielen und auch die bisherigen Leistungen im Training lassen vermuten, dass wir einen Spieler mit hoher Qualität geholt haben. Jetzt liegt es an uns als Mannschaft ihn so schnell wie möglich auf und neben dem Platz zu integrieren.

Sport1.de: Ist es für Sie realistisch, in der neuen Saison schon die Champions League anzugreifen?

Hummels: So hoch sollte man noch nicht greifen. Das wäre doch etwas vermessen. Sollte es passieren, hätte niemand etwas dagegen, aber wir verspüren keinen Druck, international spielen zu müssen. Wir wollen einfach ein gutes Jahr haben und uns weiter verbessern, damit wir in ein oder zwei Jahren andere Dinge angehen können.

Sport1.de: Welche Ziele haben Sie sich persönlich gesetzt, ist nach der U-21-Europameisterschaft schon die A-Nationalmannschaft ein Ziel?

Hummels: Nein, überhaupt nicht. Dazu ist es viel zu früh. Ich habe dieses Jahr noch kein Pflichtspiel für den BVB absolviert. Ich freue mich auf die neue U-21-Saison, die im August beginnt. Der Trainer baut auf mich, ich soll bei ihm eine gewisse Führungsrolle übernehmen. Wenn irgendwann die Anfrage von der A-Elf kommt, beschäftige ich mich damit. Aber bis dahin bleibt das ganz weit hinten im Kopf.

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