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Felix Magath will den FC Schalke 04 wieder nach oben führen © getty

Schalkes Trainer ist überzeugt davon, eines Tages die Schale zu holen. Für Kevin Kuranyi hat er Lob parat, für Jefferson Farfan Tadel.

Von Thorsten Mesch

München - Rom wurde bekanntlich nicht an einem Tag erbaut, und Schalke wird wohl nicht in einem Jahr Meister.

Das weiß auch Felix Magath. "Man darf nicht zu schnell zu viel erwarten", warnt der neue Trainer der Königsblauen vor seinem ersten Bundesligaspiel als Schalke-Coach am Samstag in Nürnberg.

"Es geht vorwärts bei uns, wir sind auf einem guten Weg. Aber wir wissen, dass wir noch einiges tun müssen", sagt Magath in der DSF-Sendung "Bundesliga aktuell".

"Es gibt kein oder"

Drei Mal gewann Magath in den vergangenen fünf Jahren die Deutsche Meisterschaft (zweimal mit dem FC Bayern, zuletzt mit Wolfsburg).

Er ist damit der erfolgreichste unter den aktuellen Bundesliga-Trainern. Und er ist überzeugt, die Schale auch nach Gelsenkirchen holen zu können.

"Es gibt kein oder! Aber wann, kann ich heute nicht beantworten", sagt der 56-Jährige auf die Frage, ob er mit Schalke Meister wird, oder sich vielleicht doch eines Tages ohne den Meistertitel verabschieden müsse.

Platz fünf momentan nicht drin

Für die neue Saison, die für am Samstag bei Aufsteiger 1. FC Nürnberg beginnt, gibt sich der Coach noch bescheiden. "Wenn ich sage, dass wir dieses Jahr ins internationale Geschäft wollen, dann ist da viel Hoffnung dabei."

Den fünften Rang könne er nicht garantieren, meint Magath und ergänzt: "So wie wir gerade spielen, wird das auch nicht reichen."

Defizite in der Offensive

Beim 4:0 gegen Fünftligist Windeck gewann Schalke zwar mühelos, doch spielerisch waren noch viele Defizite zu erkennen. 135511(DIASHOW: Die Bilder der 1. Runde)

"Nach wie vor läuft es in der Offensive noch nicht rund. Das kann auch nicht sein, weil die Situation für alle Beteiligten noch zu neu ist", sagt Magath.

Auch er müsse sich "erst daran gewöhnen, dass wir keinen Tempofußball wie in Wolfsburg spielen."

Pantelic ist kein Thema

Während Magath sich beim VfL mit den Millionen des Sponsors eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zusammenstellte, lehnt er auf Schalke weitere Zugänge ab.

Auch ein Transfer des ehemaligen Berliner Torjägers Marko Pantelic ist kein Thema. "Pantelic ist sicher ein klasse Mann, ein ausgesprochener Torjäger, wir werden aber im Moment keinen neuen Spieler verpflichten.

Rückendeckung für Kuranyi

Stattdessen stärkt der Coach dem zuletzt stark umstrittenen Kevin Kuranyi den Rücken.

"Kevin Kuranyi ist stark genug allein in der Spitze, er braucht keinen Sturmpartner", betont Magath.

"Wir haben auch genug offensive Mittelfeldspieler, die ihn unterstützen können und werden ein System finden, wo wir ihn in den Mittelpunkt stellen können und er Tore für uns machen wird."

Ivan Rakitic ließ jedoch gegen Windeck auf der Spielmacherposition im neuen 4-4-2-System viele Wünsche offen, und auch Neuzugang Vasileios Pliatsikas konnte keine Akzente setzen. Für Youngster Levan Kenia fand Magath lobende Worte - genau wie für Kuranyi ("Kevin hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Er war ein Aktivposten"), der wie Kenia zu den Torschützen gehörte. (Glanzloser Sieg für Schalke)

Lob für Magaths Arbeit

Kuranyi, der schon in Stuttgart unter Magath trainierte und dessen harte Vorbereitung kennt, glaubt fest, dass es mit Schalke sportlich aufwärts geht:

"Im letzten Jahr haben wir unter unseren Möglichkeiten gespielt und ich hoffe, dass wir es mit Felix Magath schaffen werden, unsere wahre Leistungsstärke zu zeigen. Dann können wir unter die ersten fünf Mannschaften kommen", sagt Kuranyi zu Sport1.de. (Kuranyi im Sport1.de-Interview)

"Die Vorbereitung bei Felix Magath ist sehr hart, aber ich weiß aus Stuttgart, dass uns das für die Saison helfen wird."

Farfan hat schlechte Karten

Eher schlechte Karten dürfte Jefferson Farfan bei seinem neuen Trainer haben.

"Es kann durchaus sein, dass er erstmal fehlen wird", sagte Magath über den Peruaner, der sich am Abend vor dem Pokalspiel im Mannschaftshotel mit einigen Teamkollegen trotz erster Anzeichen eines grippalen Infektes ein Bier gegönnt hatte.

Auch die immer noch mangelhaften Deutschkenntnisse des Südamerikaners sind Magath ein Dorn im Auge. "Ein Unding, dass er nach einem Jahr noch immer nichts versteht", sagte Magath in der "Bild". Zweimal pro Woche soll Farfan nun Deutsch pauken.

Späte Entscheidung in der Kapitänsfrage

Erst einen Tag vor dem Bundesliga-Auftakt will Magath die Kapitänsfrage klären.

"Das wird erst am Freitag entschieden. Ich habe keine Tendenz und es wird noch das eine oder andere Gespräch geführt werden, bevor die Entscheidung fällt", sagt der Coach. Favoriten auf die Nachfolge von Marcelo Bordon sind Torwart Manuel Neuer und Abwehrspieler Heiko Westermann.

Unangenehmer Gegner zum Auftakt

Natürlich wolle man in Nürnberg "gut aussehen und wenn möglich gewinnen. Aber das wird schwer. Ein Aufsteiger am Beginn einer Spielzeit ist immer sehr unangenehm", weiß Magath.

"Aber der 1. FCN ist ja ein befreundeter Klub und vielleicht sind sie ja auch nett zu uns.?

Eins haben Nürnberg und Schalke gemeinsam: Die letzte Meisterschaft ihres Vereins hat der Großteil der Fans nicht selbst miterlebt. 1968 triumphierte der Club letztmals, bei Schalke ist es sogar schon zehn Jahre länger her.

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