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Thomas Tuchel erwarb 2007 seine Trainer-Lizenz mit der Note 1,4 © getty

Taten statt Worte will der neue Mainzer Trainer Thomas Tuchel in den Vordergrund stellen, um mit dem Aufsteiger die Klasse zu halten.

Mainz - Mit harter Arbeit will Thomas Tuchel Mainz 05 zum Klassenerhalt führen.

Denn auf dem Trainingsplatz wird nach Ansicht des neuen Cheftrainers über das Wohl und Wehe des Aufsteigers entschieden.

"Wir brauchen jede Minute der nächsten Tage, um gut vorbereitet in die Saison zu gehen", sagte Tuchel.

Zum Ligastart am Samstag trifft der Nachfolger des am Montag überraschend entlassenen Jörn Andersen mit seinem Team auf Bayer Leverkusen.(zum Artikel: Tuchel ersetzt Andersen)

Wache verletzt

Ob Torwart Dimo Wache gegen Bayer zwischen Pfosten stehen wird, ist allerdings fraglich.

Der Kapitän hat während des ersten Trainings unter Tuchel eine Knie-Verletzung erlitten und soll nun genau untersucht werden.

Fraglich ist zudem, ob Wache auch im Fall einer raschen Genesung auflaufen wird. Tuchel, der am Dienstag zwei Stunden mit den Profis arbeitete, will eine Entscheidung im Duell zwischen Wache und Heinz Müller erst Ende der Woche fällen.

Die neue Nummer eins genießt dann vorerst das Vertrauen des Trainers. "Der Torwart hat erst einmal Rückendeckung, aber natürlich keinen Freifahrtschein", erklärte Tuchel.

Spielführer wird bestimmt

Offen ließ der Coach die Frage, ob Wache Kapitän bleiben wird. Er werde den Spielführer bestimmen, meinte Tuchel. Gewählt werden soll dagegen der Mannschaftsrat.

Um für das Leverkusen-Spiel gut gerüstet zu sein, werden die Mainzer am Mittwoch und Donnerstag ein Kurz-Trainingslager beziehen. Dabei sollen auch die Fitness-Werte der Spieler, die Andersen angeblich mit falschem Training in den Keller getrieben haben soll, noch einmal überprüft werden.

Im Trainingslager will Tuchel, der in seinem ersten Jahr beim FSV den deutschen Meistertitel mit den U19-Junioren holte, den Profis seine Philosophie näher bringen.

"Ich glaube nicht, dass ich bei null anfangen muss, aber jeder Trainer hat natürlich seine eigenen Vorstellungen", äußerte der frühere Zweitliga-Profi der Stuttgarter Kickers:

"Wir müssen mehr laufen als der Gegner. Das Umschalten von Defensive auf Offensive muss in den Vordergrund gestellt werden. Unseren Gegnern muss es unangenehm sein, gegen uns zu spielen."

Vorstand sah keine Wahl bei Andersen

Unangenehm war für die FSV-Chefetage auch die Entscheidung, den Aufstiegstrainer Andersen noch vor dem Liga-Auftakt in die Wüste zu schicken.

Doch das zerrüttete Verhältnis zur Mannschaft sowie die Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Arbeitsweise zwischen Vorstand und Coach ließen den Verantwortlichen keine andere Wahl.

Das Risiko, schon zu Saisonbeginn im Abstiegskampf entscheidend an Boden zu verlieren, war spätestens nach der Pokal-Pleite in Lübeck zu groß. (Mainzer Blamage beim Viertligisten)

"Mainz hat in der Liga nur eine Chance, wenn eine Mannschaft aufläuft, die zu 200 Prozent mit dem Trainer einig ist. Wir wissen, dass wir zwei, drei Spiele in Folge verlieren können. Wenn da die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer nicht passt, wird es schwer, dem dann nochmal eine Wende zu geben", meinte Heidel.

Der Manager weiß aber, dass "wir auch jetzt nicht die Garantie haben, den Klassenerhalt zu schaffen".

Großes Vertrauen in Tuchel

Dennoch wurde der gebürtige Kulmbacher Tuchel, der unter dem damaligen Cheftrainer Rangnick beim VfB Stuttgart als Jugendtrainer angefangen hat und der vor zwei Jahren mit der Note 1,4 die Fußballlehrer-Lizenz erwarb, mit einem Vertrag bis zum Jahr 2011 ausgestattet.

"Thomas ist ein schon Stückchen Mainz 05. Wir haben keine Gespräche mit anderen Trainern geführt. Wir wussten, dass er der Nachfolger von Andersen werden kann, wenn der irgendwann nicht mehr bei uns sein sollte", sagte Heidel.

Die Wertschätzung für den neuen Coach war auch der Grund dafür, warum der FSV Tuchel nicht für den Assistenten-Job bei der deutschen U 21 freistellte.

"Seit Beginn meiner Tätigkeit habe ich beim FSV immer Rückendeckung gespürt", erklärte Tuchel, der in den kommenden Tagen seine erste Personalentscheidung fällen muss.

Gesucht wird noch ein Co-Trainer. Als möglicher Assistent wird Profi Marco Rose gehandelt, der zuletzt aufgrund mehrere Verletzungen nicht mehr richtig in Tritt gekommen ist.

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