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Raymond Domenech (l.) hofft gegen die Färöer auf Franck Ribery © getty

Der Nationaltrainer nominiert den Superstar für das Spiel gegen die Färöer Inseln. Das heißt: Er wäre auch fit für Hoffenheim.

Von Daniel Rathjen

München - Die Meldung kam für viele überraschend.

Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech hat Franck Ribery für das WM-Qualifikationsspiel auf den Färöer Inseln am 12. August nominiert.

Dabei ist der Dribbelkünstler des FC Bayern derzeit noch angeschlagen.

Sein Einsatz am Samstag beim Ligaauftakt gegen 1899 Hoffenheim ist offiziell höchst fraglich.

Ribery plagen seit einiger Zeit Beschwerden an der Patellasehne im Knie. Die Vorbereitung verbrachte er hauptsächlich mit Individualtraining.

Ansonsten machte er nur abseits des Platzes auf sich aufmerksam.

Entweder als Partykönig in einem Münchner Szene-Lokal 134525(DIASHOW: Pizza für Franck und Luca) oder als Star in einem Musikvideo (VIDEO: "Heißer Tanz von Ribery").

Guter Eindruck

Erst seit Montag kann der 26-Jährige wieder gegen den Ball treten, am Mittwoch soll der Mittelfeldakteur wieder voll mit der Mannschaft trainieren.

Am trainingsfreien Dienstag absolvierte Ribery gemeinsam mit dem ebenfalls rekonvaleszenten Ivica Olic eine Extraschicht in München. "Sie sind beide auf einem guten Weg. Es sah gut aus, was Franck und Ivica gemacht haben", sagte Münchens Co-Trainer Andries Jonker.

Zuletzt hatte Ribery betont, dass wegen seiner Knieprobleme ein Einsatz auf den Färöer "noch zu früh komme".

Den Bundesliga-Auftakt am Wochenende in Hoffenheim hatte er bereits frühzeitig abgeschrieben. Doch offenbar ist der Genesungsprozess schon weiter fortgeschritten, als eigentlich bekannt ist.

Infos am Telefon

Denn Domenech berichtet in der "L'Equipe" von einem Telefonat mit Ribery.

"Da hat er mir gesagt, dass er gegen Hoffenheim eine halbe Stunde spielen kann, also kann er auch für uns spielen."

Er solle nicht von Beginn an ran, aber er könne in jedem Fall, wenn es nötig sei.

Erfahrungsgemäß wird diese Nachricht die Bayern-Bosse nicht sonderlich erfreuen. Es geht "nur" gegen die Färöer Inseln.

Und wie tückisch die Anreise sein kann, mussten die Franzosen im Oktober 2007 erfahren.

Mit einem ganzen Tag Verspätung waren sie auf den Färöer gelandet. Dichter Nebel und starker Regen hatten die Anreise der "Equipe tricolore" verhindert und sogar die Austragung der Partie in Frage gestellt.

Zusätzlicher Reisestress

Das Flugzeug hatte zweimal vergeblich versucht, zu landen und musste schließlich nach Bergen in Norwegen umgeleitet werden.

Komplikationen könnten also zusätzlichen Stress für Ribery bedeuten.

Ihn als Joker gegen Hoffenheim einzusetzen, wäre für Trainer Louis van Gaal ein vom Gegner zudem unerwarteter Schachzug gewesen.

Der neue Münchner Trainer hat den Platz hinter den Spitzen eigens für den Franzosen geschaffen und reserviert.

Van Gaals Überraschungscoup

Dass zwei Meinungen über den Fitnessstand von Ribery existieren, ist eher unwahrscheinlich.

Nach den Querelen, angefangen beim Wechsel-Hickhack mit Real Madrid und weiter geführt mit den schweren Vorwürfen von Franz Beckenbauer, sucht van Gaal das Gespräch mit dem Superstar mehr denn je.

Vermutlich haben sie auch bereits über das Hoffenheim-Spiel gesprochen. Nur damit, dass Domenech es ausplaudert, haben sie nicht gerechnet.

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